In Starnberg hatte Toni Schmidkunz eine „wilde, aber schöne und tolle Zeit“. Unter anderem erhielt er den LandesligaMeisterwimpel vom damaligen Spielleiter Elmar Glogger.
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In Starnberg hatte Toni Schmidkunz eine „wilde, aber schöne und tolle Zeit“. Unter anderem erhielt er den LandesligaMeisterwimpel vom damaligen Spielleiter Elmar Glogger.

Profi für die Löwen und Fortuna Düsseldorf

Ex-1860-Spieler Schmidkunz: „Eine wilde, aber schöne und tolle Zeit“ in Starnberg

  • vonRedaktion Starnberg
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Der ehemalige Starnberger Fußballtrainer Florian Hinterberger (62) hat 105 Bundesliga-Spiele für Bayer Leverkusen absolviert, wurde mit der Werkself 1988 UEFA-Cup-Sieger und spielte in seiner langen und erfolgreichen Karriere an der Seite vieler großer Fußballer.

Starnberg – In die Top-Elf seiner Karriere schafften es entsprechend Stars wie 1860-Kultverteidiger Thomas Miller, die Leverkusener Wolfgang Rolff und Bum-Kun Cha sowie Löwen-Torjäger Benny Lauth – und ein Spieler aus seiner Zeit in Starnberg, mit dem Hinterberger noch immer Kontakt hat: Toni Schmidkunz (58). „Wir haben erst kürzlich miteinander telefoniert“, verrät der ehemalige Aufstiegskapitän der SpVgg und Bayernliga-Spielführer des FC Starnberg.

1992 Rückkehr der SpVgg Starnberg in die Bayernliga

Coach Hinterberger lobt seinen Ex-Abwehrchef: „Ein zuverlässiger Spieler und Kapitän, mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Er war ein sehr wichtiger Spieler für mich und meine Mannschaft bei meiner ersten Trainerstation Starnberg.“ Schmidkunz, U18-Europameister und U20-Weltmeister von 1981, heuerte zur Saison 1987/88 nach einem halbjährigen Gastspiel in Großhadern bei Starnberg an. Er wechselte anschließend noch mal für ein Jahr zu 1860, kam 1989 zurück, stieg 1990 ab – und erlebte am 30. Mai 1992 im heutigen Rudi-Hack-Stadion an der Ottostraße „einen der schönsten Momente“ (Schmidkunz) seiner Karriere: Durch ein 6:0 gegen Großhadern wurde die SpVgg Landesliga-Meister und schaffte unter Trainer Karl-Heinz Finsterer die Rückkehr in die Bayernliga. „Nicht zuletzt, weil Manager Dieter Kurz vor der Saison mit Michael Wiesinger, Harti Schmidt, Dennis Grassow und Andi Proksch vier Spieler geholt hatte, die 1860 nicht mehr wollte. Und dazu mit Charly Finsterer einen Trainer, der es mit allen konnte – mit dem jungen Talent genauso wie mit einem alten Hasen wie Jürgen Täuber“, sagt Toni Schmidkunz rückblickend.

Karriereende 1999 aufgrund schwerer Knieprobleme

Spielleiter Elmar Glogger überreichte dem Ex-Profi (sieben Bundesliga-Spiele für Fortuna Düsseldorf) den Meisterwimpel – und damit gleichzeitig so etwas wie ein Abschiedsgeschenk. Denn dieser 30. Mai war der letzte Tag in der 80-jährigen Vereinsgeschichte der SpVgg Starnberg. In der Bayernliga spielte fortan der FC Starnberg. Mit Schmidkunz, der gleich zwei Erfolge feierte, die zu den Höhepunkten seiner Starnberger Zeit gehörten: die beiden Siege gegen seinen Ex-Verein 1860 – 3:2 am 15. September 1992 und 2:1 am 27. März 1993. „Das war ein bisschen innere Genugtuung, die Spiele mit den meisten Zuschauern, und es war einfach toll, da zu gewinnen“, sagt Schmidkunz. Gerade, weil er von den Löwen-Fans permanent wüst beschimpft wurde.

Bis 1999 blieb Schmidkunz in Starnberg. Die aktive Karriere musste er wegen einer schweren Knieverletzung (Spätfolge eines Kreuzbandanrisses) beenden, danach war er noch als Sportlicher Leiter, Jugendleiter und -trainer tätig. „Mädchen für alles“, sagt er. 2001 folgten der Abstieg in die Landesliga und die Auflösung des FC. Es war der Anfang vom Ende des großen Starnberger Fußballs.

Toni Schmidkunz: „Ich hatte sicher nicht so viel Talent wie mein Ältester“

Toni Schmidkunz lebt heute in der Siedlung Michaeliburg am Münchner Ostpark. Zusammen mit Ehefrau Claudia und seinen drei Söhnen Nicolas (21), Elias (18) und Jona (12). Alle drei spielen Fußball in Trudering und Waldperlach. „Ich hatte sicher nicht so viel Talent wie mein Ältester“, verrät der Papa, der wie damals schon als Handelsvertreter für Kosmetikartikel tätig ist. „Aber ich konnte halt einfach nicht verlieren.“

Und Fußball? Da geht wegen des kaputten Knies und eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr viel. Mit seinen Jungs Zwei-gegen-zwei – mehr lassen die Folgen von vielen Jahren Fußball nicht mehr zu. „Ich würde am liebsten viermal die Woche zum Kicken gehen und regelmäßig spielen, wie der Franz Wiesheu, der damals mit mir nach Starnberg kam. Aber das geht leider nicht mehr.“ Trotzdem will Toni Schmidkunz gerade die Jahre in Starnberg nicht missen: „Eine wilde, aber schöne und tolle Zeit – ganz besonders im zwischenmenschlichen Bereich.“

(THOMAS ERNSTBERGER)

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