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TSV Herrsching überwintert auf dem letzten Platz der Kreisklasse

TSV Herrsching hat Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben

TSV Herrsching: „Hoffen, bis rechnerisch nichts mehr geht“

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Herrsching – Manchmal fühlt sich Florian Maier wie Joachim Löw. Genauso wie der Bundestrainer muss auch der Trainer des TSV Herrsching damit leben, dass es rund um den eigenen Verein einige Besserwisser gibt.

Herrsching – Manchmal fühlt sich Florian Maier wie Joachim Löw. Genauso wie der Bundestrainer muss auch der Trainer des TSV Herrsching damit leben, dass es rund um den eigenen Verein einige Besserwisser gibt. „Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir in Herrsching 20 Fußballlehrer haben“, sagt der Coach des Fußball-Kreisklassisten. Dass die Siebengescheiten ihre Weisheiten nicht für sich behalten, sondern beim letzten Spiel vor der Winterpause laut über den Platz posaunten, setzte Maier mächtig zu. Ihm ist weniger die 1:5-Pleite seiner Elf beim Aufsteiger als die vielen bissigen Kommentare der eigenen Anhänger in Erinnerung geblieben: „Ich bin schon erschrocken, was die eigenen Fans in Schondorf von sich gegeben haben.“

Es ist kein leichter Job, den Maier zu bewältigen hat. Als Trainer ist er für die sportliche Verfassung der Mannschaft zuständig, als Abteilungsleiter hat er den gesamten Fußball in der Ammersee-Gemeinde zu verantworten. Das Problem ist, dass er nun alles auf seinem Rücken schultern muss, was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde. Für einen alten Hasen wäre das schon eine Herausforderung, aber Maier hat kaum Praxiserfahrung. Ein Ehrenamt im Verein hat er zuvor noch nicht bekleidet und seine Erfolge als Übungsleiter sind eher bescheiden. Ein Aufstieg von der C-Klasse in die B-Klasse mit der Reserve ist da schon das Höchste.

Maier fehlt es jedoch nicht an Selbstbewusstsein. „Wir sind drei Jahre auf der Erfolgswelle geschwommen“, adelt er die Bilanz, die er mit den Spielern aufstellte, die er seit der B-Jugend bis in den Erwachsenenbereich begleitete. Doch in diesem Herbst erlebten die jungen Burschen mit 13 Niederlagen und einem Unentschieden in der Kreisklasse 4 einen ähnlichen Niedergang wie die Kicker des TSV in den vergangenen vier Jahrzehnten. „Die Landesliga muss aus den Köpfen raus“, sagt Maier, der sich darüber ärgert, dass die guten alten Zeiten immer noch die Gegenwart überlagern.

Es muss auch vieles raus aus den Schädeln der aktuellen Herrschinger Fußballer. Bei denen verfestigte sich über die Saison hinweg der Eindruck, dass sie kein Spiel gewinnen können. Fünfmal mussten sie sich nur mit einem Tor Unterschied geschlagen geben und zweimal mit zwei Treffern. Je zweimal gab es ein 1:4 und ein 1:5 und einmal ein 0:4. In der Partie in Hohenfurch trat der TSV gar nicht an. Es spricht für die gute Einstellung der gesamten Mannschaft, dass sie richtig deftige Pleiten bisher vereitelte. „Es ist wirklich eine coole Truppe“, lobt Maier sein Team, das sich bisher nur in der Partie gegen Kinsau mit einem Remis belohnte.

Trotz 38 Gegentore waren es vor allem Keeper Kenneth Ried und die beiden 19-jährigen Innenverteidiger Lukas Otto und Manuel Ziegler, die Akzente setzen konnten. Dass sie nach der Winterpause nicht die einzigen Aktivposten bleiben, sondern vor allem von ihren bisher harmlosen Mitstreitern aus der Offensive wirksame Unterstützung erhalten, ist die Hoffnung des Trainers. „So lange es rechnerisch möglich ist, hoffen wir darauf, dass wir nicht absteigen“, sagt Maier. Vom Relegationsplatz trennen den TSV immerhin 13 Punkte. Holt Maier die mit seinem Team auf, darf er sich wirklich wie Joachim Löw fühlen.

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