Der TSV Oberalting-Seefeld akzeptiert den Abstieg in die Kreisklasse nicht.
+
Der TSV Oberalting-Seefeld akzeptiert den Abstieg in die Kreisklasse nicht.

Paragraph 93 sorgt weiter für Diskussionen

TSV Oberalting-Seefeld schließt sich der Klage gegen den BFV an

  • VonPatrick Hilmes
    schließen
  • Michael Grözinger - Redakteur
    schließen

Einige Vereine erwägen eine Klage gegen den BFV aufgrund der Durchsetzung der Quotienten-Regel. Dabei hatte sich die klare Mehrheit der Vereine dafür entschieden.

Oberalting/Landkreis – Die schier unendliche Saison 2019/21 der bayerischen Amateurfußballer hat mittlerweile doch noch ein Ende gefunden. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hatte die Vereine nochmals abstimmen lassen: Über 80 Prozent nahmen teil, über 71 Prozent davon stimmten für die Abbruch-Variante mit Absteigern (wir berichteten). Alles war geregelt – scheinbar.

Mehrere Vereine wehren sich gegen die Abstiegsregelung. Mit dem TSV Oberalting-Seefeld, dessen erste Mannschaft aufgrund der Entscheidung in die Kreisklasse runter muss, behielt sich auch ein Verein aus dem Landkreis Starnberg rechtliche Schritte vor – und sprang nun auf den Zug des Widerstands auf. Die Münchner Anwaltskanzlei Martens veranstaltete jüngst ein Online-Seminar zu diesem Thema und sammelte Beschwerden der Klubs. Rund 30 Vereine nahmen laut Medienberichten daran teil.

Kanzlei spricht von guten Chancen bei der Klage

Die Kanzlei habe mitgeteilt, dass die Aussichten bei einer Klage gut seien, hört man aus Teilnehmerkreisen. Dem Vernehmen nach sollen 18 Vereine nun einen Antrag an den BFV gestellt haben. Darin geht es wohl um den Protest gegen die Regelungen zu Auf- und Abstieg in den bayerischen Ligen, deren Grundlage die Verfasser für rechtswidrig halten. Zudem sollen sich weitere Vereine seit der Antragstellung dem Vorhaben angeschlossen haben.

Aber gibt es überhaupt rechtlichen Spielraum angesichts des Umfrageergebnisses? Die Anwälte der Kanzlei erkennen die Abstimmung als Meinungsbild an, aber ob dieses rechtliche Verbindlichkeit habe, sei fraglich. Sie erwarten nun, dass der BFV dem Antrag der Vereine entspricht. Dann wiederum müsste man alles auf null stellen und der Verband sich überlegen, was er mit der Saison 2019/21 macht. Die meisten Klubs und die Verbandsseite gehen sicherlich davon aus, dass die Sportgerichte den Antrag ablehnen.

TSV Oberalting: Charly Sölter ist zuversichtlich, dass die Klage erfolgreich sein wird

Doch eines dürfte klar sein: Ein Zusammenschluss verschiedener Vereine und die Tatsache, dass man alle Verlautbarungen über eine Anwaltskanzlei laufen lässt, können nur bedeuten, dass es im Falle einer Ablehnung auf juristischer Ebene weitergeht. Details über den aktuellen Stand der rechtlichen Verfahren sind Charly Sölter zwar nicht bekannt. Oberaltings Vorstandsvorsitzender ließ gestern im Merkur-Gespräch aber verlauten, dass eine Klage samt Eilantrag dieser Tage beim Landgericht eingehe oder schon eingegangen sei.

Die Kanzlei Martens hält es für möglich, dass ein Rechtsstreit bis zum Start der kommenden Saison beendet wäre. Mitentscheidend für den Verband könnte sein, wie viele Vereine noch auf den Protestzug aufspringen. Gut 20 klingt angesichts der 2973 an der Umfrage beteiligten nach nicht allzu vielen. Doch neben dem Antrag der Anwaltskanzlei gibt es laut BFV noch „rund zwei Dutzend Beschwerden“ anderer Klubs. Überdies möchten auch noch Mannschaften gegen den ihnen verwehrten Aufstieg vorgehen.

Sölter ist zwar recht zuversichtlich, dass die Klage Erfolg haben wird. Dennoch meldete er seine erste Mannschaft für die neue Saison zunächst einmal in der Kreisklasse an. „Auf Geheiß von Kreisspielleiter Heinz Eckl“, berichtet Sölter. Die BFV-Funktionäre sind derzeit mit der Einteilung der Ligen für die neue Saison beschäftigt. Zugleich liege ihm aber die schriftliche Bestätigung Eckls vor, im Falle eines Erfolges vor Gericht natürlich in die Kreisliga aufrücken zu dürfen, sagt Sölter.  

(Patrick Hilmes/Michael Grözinger)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare