Die Fußballer des TSV Tutzing sind im Landkreis Starnberg die einzige Mannschaft, die im vergangenen Herbst nicht wieder in den Spielbetrieb eingestiegen ist. 
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Für Abteilungsleiter  Philipp Simon gibt es wichtigere Themen als Amateursport.

TSV beschloss nach der Coronapause nicht am Spielbetrieb teilzunehmen

TSV Tutzing: Unser Weg erweist sich als der richtige

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Die Fußballer des TSV Tutzing sind im Landkreis Starnbergdie einzige Mannschaft, die im vergangenen Herbst nicht wieder in den Spielbetrieb eingestiegen ist. 

TutzingDie Fußballer des TSV Tutzing erhielten vergangenen Herbst landesweite Aufmerksamkeit. „Auf einmal gingen wir durch sämtliche Medien in Bayern“, erinnert sich Abteilungsleiter Philipp Simon, der zu dieser Zeit einige Anrufe erhielt. Grund dafür war, dass seine Mannschaft in einer Sitzung beschlossen hatte, nach der Coronapause nicht am Spielbetrieb in der A-Klasse 5 teilzunehmen.

Die Gründe dafür lagen auf der Hand. „Die gesundheitlichen Bedenken waren bei uns größer als die Lust zu kicken“, sagte Simon im September. Auch Tutzings Cheftrainer Christian Mandlmeier weiß, was den Ausschlag für die Entscheidung gab: „Einige Jungs aus der Mannschaft leben noch in Haushalten mit Personen, die zur Risikogruppe gehören. Von daher wollten wir zu diesem Zeitpunkt kein Risiko eingehen, da auch einige Spieler aus Sorge nicht mehr ins Training gehen wollten.“

Mandlmeier: „ Im Nachhinein betrachtet, war die Entscheidung hundertprozentig richtig“

Außerhalb des vereinseigenen Umfelds gab es für diese Entscheidung nicht nur Zustimmung. „Es gab auch durchaus Kritik“, sagt Mandlmeier. So warfen einige Nutzer in den sozialen Netzwerken den Tutzingern Wettbewerbsverzerrung vor.

Den Würmseern war das allerdings egal. „In unseren Ligen geht die Gesundheit nun mal klar vor. Im Nachhinein betrachtet, war die Entscheidung hundertprozentig richtig“, findet Mandlmeier. Für drei Ligaspiele eine komplette Vorbereitung zu machen und sich dem Risiko auszusetzen, war auch nicht sein Wille. Schließlich hat auch er Frau und Kinder. Bis heute ist der Verein dem Spielgruppenleiter Erhard Mach sehr dankbar, dass es dem TSV ermöglicht wurde, die Spiele auf den Frühling dieses Jahres zu verlegen.

Simon: „ Aktuell gibt es definitiv wichtigere Themen als den Amateursport“


Ob diese Partien überhaupt noch stattfinden können, ist in der aktuellen Situation allerdings mehr als fraglich. Von BFV-Seite gab es in den vergangenen Wochen kaum Information, was angesichts der aktuellen Pandemiesituation für Abteilungsleiter Simon allerdings auch verständlich ist: „Im Endeffekt ist auch der BFV abhängig von den politischen Entscheidungen des Landes. Und aktuell gibt es definitiv wichtigere Themen als den Amateursport. Auch wenn die Lust auf Fußball absolut da ist.“ Bei einer entsprechenden Entwicklung der Corona-Fallzahlen kann sich Simon durchaus vorstellen, dass seine Kicker wieder zu den Spielen antreten. „Wir wollen ja auch alle wieder Fußball spielen. Es geht ja allen irgendwie ab“, so der Abteilungsleiter.

TSV Tutzing:  „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“


Trainer Mandlmeier hofft ebenfalls, dass bald wieder mehr Normalität einkehrt. Doch er ist der Meinung, dass die Spielzeit nach den ganzen Umständen beendet werden sollte. „Man muss bedenken, dass wir im Jahr 2021 eine Saison fortführen, die 2019 gestartet ist. Wirklich viel Sinn macht das meiner Meinung nach nicht“, meint der Coach.

Während sein Verein im Abstiegskampf verwickelt ist, empfindet er den Vorschlag, die Mannschaften, die aktuell auf Aufstiegsplätzen rangieren, aufsteigen zu lassen als passend. „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, sagt Mandlmeier ganz pragmatisch. „Wenngleich ein Aufstieg ohne richtige Feiermöglichkeiten auch nicht dasselbe wäre. Aber ich gönne ihn jedem, der ihn sich verdient hat.“ Beispielsweise hätten sich A5-Tabellenführer SV Wielenbach und der Zweite SV Haunshofen durch ihre bislang herausragende Saison die Meisterschaft und beziehungsweise den Aufstieg verdient. Mandlmeier ist jedenfalls „gespannt, wie es weitergehen wird“.

(Thomas Okon)

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