Applaus, Applaus: Andre Maier (stehend links) wurde im Heimspiel der Penzberger gegen den FC Kosova seinem Ruf als Torjäger gerecht. Der 21-Jährige erzielte beim 8:0-Sieg vier Treffer.
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Applaus, Applaus: Andre Maier (stehend links) wurde im Heimspiel der Penzberger gegen den FC Kosova seinem Ruf als Torjäger gerecht. Der 21-Jährige erzielte beim 8:0-Sieg vier Treffer.

Maier mit Viererpack

Neuzugang Andre Maier: Ein Gefühl für Ball und Raum

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Penzbergs Neuzugang Andre Maier zeigte gegen FC Kosova, was in ihm steckt. Gegen den FC Kosova erzielte er einen Viererpack.

Penzberg – Wenn es um Rekorde geht, haben (fast) alle Fußballer ein gutes Gedächtnis. Fragen wir doch mal Andre Maier, Stürmer beim FC Penzberg, wo seine Bestmarke bei Toren pro Spiel liegt. Elf Treffer waren’s mal in der Jugend, U13 muss es gewesen sein, sagt er. Bei den Senioren hat er einmal für seinen Heimatverein FC Geretsried sieben Buden in einer Partie erzielt, allerdings in der B-Klasse, das muss man relativierend ergänzen.

Andre Maier, der Mann mit dem Tor-Gen, hat in der ganzen Spielzeit 2017/18 – seiner ersten bei den Senioren – 37 Mal getroffen. An die Partie gegen den Vorletzten erinnert er sich noch ein wenig: „Das war ein ähnliches Spiel“, sagt er und spielt damit auf den 8:0-Erfolg des FC Penzberg über Kosova München an. Vier Tore in nicht einmal 40 Minuten gelangen dem 21-Jährigen am vergangenen Samstag. „Ich hoffe, das passiert öfters“, scherzt er, als man ihn auf den Coup anspricht.

Andre Maier: Zurück nach zwei Jahren Pause

Natürlich sind solche Zahlen Ausnahmen in der Bezirksliga, die sich normalerweise durch enge, umkämpfte Partien auszeichnet. Zumal Andre Maier sich gerade erst an dieses Level gewöhnt. Wegen der Ausbildung hat er zwei Jahre pausiert. In dieser Zeit war er Montag bis Samstag zwischen 10 und 19 Uhr in einem großen Wolfratshausener Möbelhaus beschäftigt. „Nicht so einfach“ sei das gewesen ohne Training, ohne Spiele. Fußball hat er jedenfalls nicht mehr untergebracht. Jetzt arbeitet er in Teilzeit. Irgendwie muss das André Grunow mitbekommen haben, der sich als Sportlicher Leiter beim FC Penzberg nach Neuzugängen umschaut. In Penzberg habe er ein paar Freunde, mit denen er einmal Gaudi-Turniere kickte, sagt Andre Maier. Eine gewisse Verbindung zu Stadt und Klub war also gegeben. Drei Gespräche führten Grunow und der Stürmer. „Danach hab’ ich zugesagt.“

An seinem neuen Klub schätzt er den Konkurrenzkampf. „Die Herausforderung ist geil.“ Beim FCP ist er nicht gesetzt im Sturm, was vor allem an seiner körperlichen Verfassung liegt. Vom nötigen Fitnessstand „noch weit weg“, merkt Trainer Martin Wagner an. Im Duell mit Kosova bei heißem Wetter etwa reichte die Tankfüllung nur für eine Halbzeit. Wie viele andere habe er in der Coronazeit wenig dafür gemacht, erklärt Andre Maier. Momentan arbeite er viel in diesem Bereich, auch daheim, außerhalb des Trainings. Er bemerkt einen „Riesenunterschied von der B-Klasse in die Bezirksliga“. Böse gesagt, musste er sich in der zweitniedrigsten Klasse des Landes auch nicht wirklich Gedanken über Dinge wie Ernährung und Ausdauer machen. Doch jetzt sieht sich der 21-Jährige „auf einem guten Weg“.

Maier: „Torriecher hab ich von Haus aus“

An Fähigkeiten mangelt es dem Stürmer nicht. Er mag weder der Größte noch der Schnellste sein, doch sein Gefühl für Ball und Raum ist rar. „Ich steh’ meistens richtig“, sagt er lapidar. Ein Erklärungsansatz: Er muss sich das bei den vielen Spielchen gegen seinen Bruder und die Freunde in Geretsried angewöhnt haben. „Den Torriecher habe ich von Haus aus“, sagt Andre Maier. Sein Leben lang spiele er im Sturm, „da muss man die Tore machen“. Auch beim TuS hat er sich versucht – und in der Jugend-Bezirksoberliga seine 16 Treffer erzielt. Egal, wo er spielt, er trifft. Sein zuverlässigstes Instrument ist dabei der linke Fuß. Maier umschreibt ihn so: „Viel Kraft, viel Gefühl, viel Präzision.“ Wenn’s sein muss, trifft er aber genauso gut mit dem Kopf. Am wichtigsten aber seien die Mitspieler, siehe Spiel gegen Kosova mit vier eigenen Treffern. „Die kamen alle perfekt auf den Fuß.“

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