Bis zum kommenden Freitag, 16. April, können alle von dieser Neuordnung betroffenen Fußballklubs von der Kreisliga abwärts darüber abstimmen, ob sie Neuland betreten wollen.
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Wiedersehen macht Freude: Rassige Derbys wie zwischen dem ASV Habach (in blauen Trikots, hier Felix Habersetzer) und dem SV Polling (hier Michael Schöttl) gibt’s auch nächste Saison – vorausgesetzt, beide bleiben in der Kreisliga.

Ab der kommenden Saison soll ein frischer Wind wehen

Kreis Zugspitze: Neues System bringt viel Lob, aber auch Skepsis

  • Roland Halmel
    vonRoland Halmel
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Bis zum kommenden Freitag, 16. April, können alle von dieser Neuordnung betroffenen Fußballklubs von der Kreisliga abwärts darüber abstimmen, ob sie Neuland betreten wollen.

Landkreis – Kleinere Gruppen und deshalb mehr Derbys im Sommer und Herbst, eine spannende Auf- und Abstiegsrunde im Frühjahr, dazu Relegationsrunden im Play-off- und Play-down-Modus. Das alles plant der Kreis Zugspitze in dem neuen Spielmodell, das Kreisspielleiter Heinz Eckl den Vereinen vor kurzem vorgestellt hatte (wir berichteten). Dadurch soll ab der kommenden Saison ein frischer Wind durch die Spielklassen im Kreis Zugspitze wehen.

Bis zum kommenden Freitag, 16. April, können alle von dieser Neuordnung betroffenen Fußballklubs von der Kreisliga abwärts darüber abstimmen, ob sie Neuland betreten oder ob sie lieber am altbekannten System festhalten wollen. Bei einigen Vereinen ist die Entscheidung bereits gefallen, bei anderen laufen noch die Diskussionen, wie abgestimmt werden soll.


Thomas Lang: „Sowohl ich als auch der Verein sind dafür“



Thomas Lang, der zu denjenigen Vereinsvertretern gehörte, die in der Arbeitsgruppe an dem neuen Modell mitwirkte, muss nicht lange überlegen, was er vom geplanten neuen Modus hält. „Sowohl ich als auch der Verein sind dafür“, sagt der Sportliche Leiter des Kreisligisten TSV Peißenberg. Ähnlich positive Aussagen waren auch von Langs Mitstreitern im Arbeitskreis zu hören. „Ich hatte anfangs eine Menge Bedenken, die sind im Laufe des Prozesses aber ausgeräumt worden. Mir gefällt es, dass das Wohl der Vereine im Mittelpunkt steht“, signalisiert Michael Scharbert vom Kreisklassisten ESV Penzberg Zustimmung für das Vorgehen der Spielleitung, aber auch für das Spielsystem. „Ich werde das Modell befürworten“, machte auch Alex Sanktjohanser, der als Trainer des Kreisklassisten TSV Hohenpeißenberg zum Vorbereitungsgremium gehörte, seine positive Grundhaltung dazu deutlich.

ASV Antdorf: „So bleibt es eigentlich ständig spannend“

Die war auch bei Aleks Simic, dem Coach des Kreisklassisten ASV Antdorf, herauszuhören. „Das Modell ist ein interessanter Ansatz. So bleibt es eigentlich ständig spannend bis zum Schluss. Gut ist auch, dass es die Option gibt, zum alten Modus zurückzukehren“, sagte Simic, der auch von ASV-Vorstand Anton Panholzer Rückendeckung bekommt. „Einen Versuch ist es wert, man sollte Neuem auch mal eine Chance geben“, so Panholzer.

Ein klares „Ja“ gab es auch von Fabian Melzer. „Ich sehe in dem neuen System viele Vorteile. In der Rückrunde ist jedes Spiel von hoher Bedeutung und entsprechend reizvoll. Und wenn es nicht klappen sollte, kann man immer noch zum alten Modell zurückkehren“, outet sich der Trainer des Kreisligisten TSV Peiting als strenger Befürworter der Umstellung, die auch von Peitings Fußballchef Uwe Enzmann geteilt wird: „Ich stimme aber gegen die Play-offs, weil ich der Meinung bin, dass am Ende der Beste oben stehen soll“, so Enzmann. Bei Play-offs sei es nicht immer der Beste, der sich durchsetze. Bei der Laufzeit des neuen Modells gibt er der längeren Variante von drei Jahren den Vorzug.


Christoph Schmitt: „Ich sehe noch nicht wirklich einen Mehrwert“



„Wir haben uns mit der Abteilungsleitung und unserem Kapitän besprochen und haben für das neue System gestimmt“, berichtete Tim Erdt, der Trainer des A-Klassisten TSV Rott. Er stuft den neuen Spielmodus als sehr interessant ein. „Ich finde es gut, dass man sich Gedanken macht, wie man den Amateur-Fußball attraktiver gestalten kann und dabei auch die Trainer und Funktionäre einbindet“, lobte Christoph Schmitt, Coach des Kreisligisten TSV Altenstadt,die Vorgehensweise. Das ändert aber nichts daran, dass er dem neuen Spielmodus kritisch gegenübersteht. „Ich sehe noch nicht wirklich einen Mehrwert. Wenn man nicht unter die ersten drei kommt, spielt man nur noch gegen den Abstieg. Das ist gerade für Teams wie meines, bei dem im Sommer immer einige Spieler ihre Familien im Ausland besuchen, nicht so optimal, weil wir dadurch traditionell in der Hinrunde immer ein bisschen schlechter sind als in der Rückrunde“, erläuterte Schmitt. Ehe der Kreisligist seine Stimme jedoch abgibt, gibt es im Verein noch Gespräche.

ASV Hansbach: Die erste Tendenz war eher negativ


Gleiches gilt auch für den ASV Habach. Der Kreisligist befindet sich ebenfalls noch in der Phase der Entscheidungsfindung. „Wir hatten eine virtuelle Spielersitzung, da war die erste Tendenz eher negativ“, berichtete Habachs Fußballerchef Uli Feigl. Die Habacher sehen keinen wirklichen Vorteil durch das neue Spielsystem, „denn Derbys gibt es auch im alten“, so Feigls Urteil. Zudem sieht er Probleme, wenn es in der Sommer-Herbst-Runde zu Spielabsagen kommt und dann Nachholtermine nötig werden. Bedenken hat auch der VfL Denklingen:„Eigentlich sollte die über die Saison konstanteste Mannschaft am Ende oben stehen, das ist mit dem neuen Modus bei zwei oder drei schlechten Spielen und Verletzungspech ganz schnell anders“, so Markus Ansorge. Der Trainer des Tabellenführers in der Kreisliga 2 neigt daher dazu, den jetzigen Modus beizubehalten.


SV Raisting: „Keiner ist dafür, weil nur wenige Spiele darüber entscheiden, ob du in der Auf- oder Abstiegsrunde bist“


Skeptisch äußerte sich auch Florian Heinrizi, der neue Fußballerchef beim Bezirksligisten SV Raisting. „Ich habe das Modell mit unseren Trainern besprochen. Keiner ist dafür, weil nur wenige Spiele darüber entscheiden, ob du in der Auf- oder Abstiegsrunde bist. Das kann ein Vor-, aber auch ein Nachteil sein“, urteilt Heinrizi. Beim anderen Bezirksligisten aus dem Landkreis, dem FC Penzberg, bei dem wie in Raisting die zweite Mannschaft von der Neuregelung betroffen wäre, stehen die Verantwortlichen den Plänen zu einem neuen Modus dagegen positiv gegenüber. „Wir werden zustimmen, da es mal etwas Neues ist, das eventuell tatsächlich mehr Zuschauer bringt,“ sagt FCP-Fußballerchef Joachim Plankensteiner. „Und notfalls ist es ja gewährleistet, dass man nach spätestens drei Jahren wieder eine Abstimmung durchführt, ob man zurückkehrt zum Alten oder es belässt“, so Plankensteiner. Für ihn wie auch andere Vereinsvertreter ist die Möglichkeit, zum gewohnten Spielsystem zurückzukehren, ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung. Um das neue Spielmodell einzuführen, muss eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Vereine, die sich an der Abstimmung beteiligen, dafür stimmen.

(ROLAND HALMEL)

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