BSC Oberhausen und TSV Weilheim bilden auch nächste Saison eine Spielgemeinschaft
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Der Blick geht nach unten: Die SG Oberhausen-Weilheim (in grauen Trikots, hier Patrick Gerold, re., gegen Penzbergs Felix Zanger) ist nach gutem Saisonstart ans Tabellenende der Kreisklasse 3 gerutscht.

Fernziel beider Vereine ist die Rückgewinnung fußballerischer Eigenständigkeit

BSC Oberhausen und TSV Weilheim bilden auch nächste Saison eine Spielgemeinschaft

  • Stefan Schnürer
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Der BSC Oberhausen und der TSV Weilheim bilden auch in der nächsten Saison eine Spielgemeinschaft. Die SG soll jedoch keine Dauerlösung sein. Beide Vereine haben das Fernziel: Fußballerische Eigenständigkeit.

Oberhausen/Weilheim– In der Zeit vor Corona, als unmittelbare soziale Kontakte noch möglich waren, hatten sich Verantwortliche des BSC Oberhausen und des TSV Weilheim an einen Tisch gesetzt und über die Situation ihrer Spielgemeinschaft (SG) gesprochen. Dabei kamen sie zu folgendem Ergebnis: Irgendwann einmal wollen beide Vereine ihre fußballerische Eigenständigkeit wiedererlangen. In der kommenden Saison wird es aber weiterhin eine SG geben. „Auch wenn diese Spielgemeinschaft aus dem Nichts geboren worden ist, will ich sie nicht gleich wieder niederreißen“, so Gerhard Bertl. Der Fußball-Abteilungsleiter des BSC Oberhausen bekräftigte aber auch: „Das ist ein Projekt von begrenzter Zeit.“

Das Fernziel ist die Rückgewinnung der fußballerischen Eigenständigkeit

Im Moment aber können beide Vereine nur in einer SG überleben. Die Oberhausener etwa mussten vor dieser Saison den Abgang von acht Spielern verkraften. Diesen personellen Aderlass konnten die neu hinzu gekommenen Spieler vom TSV Weilheim nur teilweise kompensieren. Ziel des BSC ist es, Akteure wie Maximilian Heringer, Stefan Kunzendorf (beide 1. FC Garmisch-Partenkirchen) oder Stefan Schimpl (SV Polling) wieder zurück ins heimische Hungerbachstadion zu holen. Doch das braucht Zeit. Derzeit steht in den Sternen, ob und wann sich besagte Akteure ihrem Heimatverein anschließen. Das Fernziel ist die Rückgewinnung der fußballerischen Eigenständigkeit oder als zweite Option „eine Spielgemeinschaft mit einem Nachbarverein“, so Bertl.

Ähnlich gestaltet sich die Situation auch bei den Weilheimern. Sie mussten nach dem sportlichen Abstieg in die B-Klasse vergangene Saison ebenfalls mehrere Abgänge verzeichnen und wären allein nicht mehr in der Lage gewesen, einen konkurrenzfähigen Kader zu erstellen. So ist es auch im Interesse der TSV-Fußballer, bei denen der Vorsitzende Dieter Pausch kommissarisch die Sparte führt, dass die Spielgemeinschaft auch in der kommenden Saison fortgeführt wird. Auch die Weilheimer machen keinen Hehl daraus, dass sie dereinst wieder unter eigener Flagge segeln wollen.

Ein Abbruch der Saison würde der SG sehr nützen

Unsicher ist, ob diese Saison überhaupt noch einmal Fußball im Kreis Zugspitze gespielt wird – auch wenn es jetzt ab dem 1. September weitergehen soll. So makaber es ist, aber ein Abbruch der Saison, die vermutlich eine Annullierung aller Spiele zur Folge hat, würde der SG sehr nützen. Nach einer völlig verkorksten Hinrunde belegt die Spielgemeinschaft in der Kreisklasse 3 den letzten Platz. Nach einem durchaus gelungenen Start mit zwei Siegen und einem Unentschieden in den ersten vier Partien baute die von Markus Bierling trainierte SG rapide ab. In den folgenden zehn Partien gab’s keinen einzigen Erfolg mehr zu feiern, achtmal ging das Kickerkollektiv aus Oberhausen und Weilheim als Verlierer vom Platz. Die letzten fünf Partien vor der Winterpause gingen in Folge verloren, in den letzten vier Partien gelang der Spielgemeinschaft nicht ein einziger Treffer.

„Von diesem Tiefschlag haben wir uns nicht mehr erholt“

Als entscheidende Partie, die diesen unfassbaren Abwärtstrend auslöste, nennt BSC-Fußballerchef Bertl die 1:6-Heimniederlage gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten FSV Höhenrain am fünften Spieltag. „Von diesem Tiefschlag haben wir uns nicht mehr erholt.“ Flankiert wurde diese sportliche Talfahrt von großem Verletzungspech. Säulen des Teams wie Josef Frankl, Dominik Reindl oder Raphael Franz standen über lange Phasen wegen Verletzung oder aus beruflichen Gründen nur sporadisch oder gar nicht mehr zur Verfügung. „Und dann geht mit einer solchen Niederlagenserie auch noch das Selbstvertrauen verloren“, konstatiert Bertl.

Unabhängig davon, ob und mit welchem Erfolg die SG Oberhausen/Weilheim in dieser Saison, die ab 1. September fortgesetzt werden soll, noch in der Kreisklasse spielt, in jedem Fall möchte Bertl den bisherigen Coach Markus Bierling behalten: „Die Mannschaft ist von der Arbeit des Trainers voll überzeugt. Wir hätten nichts dagegen, wenn er weitermacht.“

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