Sieht keinen Wechselbedarf: Martin Wagner, Trainer des FC Penzberg, hält seinen Kader für stark genug.
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Sieht keinen Wechselbedarf: Martin Wagner, Trainer des FC Penzberg, hält seinen Kader für stark genug.

Die Meinung der Vereine im Umkreis zu den neuen Wechselregularien

FC Penzberg: „Die Wechsel-Regelung ist für uns zweitrangig“

Der Trainingsbetrieb hat bei vielen Amateurfußballern mittlerweile wieder begonnen. Der Ligaspielbetrieb wird aber frühestens am 1. September starten.

VON ROLAND HALMEL

Landkreis –  Unklar war bisher, wie der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mit dem Thema „Transfers im Sommer“ umgehen würde. Seit der vergangenen Woche steht nun fest, wie die Wechsel gehandhabt werden.

Die Wechselregularien im Überblick

Die konkreten Vorschläge wurden von einer Arbeitsgruppe des Verbands ausgearbeitet. Sie sehen vor, dass ein Vereinswechsel in der Zeit vom 30. Juni bis 31. August möglich sein soll, obwohl es mit der unterbrochenen Saison 2019/20 erst im Herbst weitergehen wird. Die Modalitäten sind an die bisherigen Vorgaben bei Winter-Wechsel angelehnt. Das bedeutet, dass der wechselwillige Spieler auf die Zustimmung des abgebenden Vereins angewiesen ist. Andernfalls droht eine sechsmonatige Sperre. Bestehen bleibt die Regelung, dass sich der Spieler bei seinem Verein bis zum 30. Juni abmelden muss. Ebenso unverändert muss der Verein dem Spieler binnen 14 Tagen nach der Austrittserklärung die Zustimmung erteilen oder versagen. Bereits alle seit dem 15. Mai beim Verband eingegangenen Passanträge für Frauen und Männer sollen nach dieser vorgeschlagenen Regelung bearbeitet werden. Unverändert können Vertragsspieler weiterhin aus arbeitsrechtlichen Gründen ohne Zustimmung wechseln. Aber auch nur dann, wenn sie beim neuen Verein erneut als Vertragsspieler geführt werden. Ein Statuswechsel vom Amateur zum Vertragsspieler bedarf der Zustimmung des abgebenden Vereins. „Nahezu alle Klubs haben in diesem Jahr noch kein Pflichtspiel bestritten. Von daher verändert sich im Vergleich zum Spielerwechsel im Winter nichts“, begründet BFV-Präsident Rainer Koch die Entscheidung. „Wir erleben mit der Unterbrechung gerade quasi eine verlängerte Winterpause“, ergänzt Koch, der überzeugt ist, mit dieser Lösung den bestmöglichen Interessenausgleich geschaffen zu haben. „Die berechtigte Angst der Vereine, sie wären Spielerabgängen schutz- und hilflos ausgesetzt, ist damit genommen“, meint Koch.

Martin Wagner: „Die Wechsel-Regelung ist für uns zweitrangig“

„Wir können mit der Regelung gut leben, wobei wir davon gar nicht betroffen sind“, sagt Uli Feigl, Fußball-Abteilungsleiter beim Kreisligisten ASV Habach, der in der verlängerten Winterpause bis dato keine Spielerwechsel zu verzeichnen hat. „Für uns sind die Richtlinien in Ordnung, und wir können und werden damit umgehen“, ist auch Thomas Lang, der Sportliche Leiter von Habachs Ligakonkurrenten TSV Peißenberg mit dieser Lösung einverstanden. „Wir arbeiten eh nach dem Prinzip, vorrangig mit unseren eigenen Jugendspielern zu spielen und zu planen. Andere Vereine sehen das sicher etwas schwieriger und problematischer“, so Lang.

Relativ entspannt wird das Thema auch beim Bezirksligisten FC Penzberg gesehen. „Die Wechsel-Regelung ist für uns zweitrangig“, sagt FCP-Coach Martin Wagner. „Wir sind zwar bemüht, den einen oder anderen Spieler dazu zu bekommen, insgesamt bin ich aber der Meinung, dass wir einen sehr guten Kader haben, mit dem wir unsere Ziele erreichen können“, so Wagner. Er sieht aktuell nur wenig Handlungsbedarf für den Kader des Bezirksligisten.

Kritischer beurteilt Anton Panholzer, Vorsitzender des Kreisklassisten ASV Antdorf, die Situation. „Was passiert mit den A-Jugendlichen, die aufrücken?“ fragt er. Diese Frage ist mittlerweile aber geklärt. Die Regelung gilt auch für Spieler des älteren A-Jugend-Jahrgangs 2002. Am liebsten aber wäre Panholzer ein Saisonabbruch und nicht der Fortsetzung der Saison gewesen „Wobei ich glaube, dass wir heuer sowieso nicht mehr spielen“, ist Panholzer überzeugt.

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