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Dirigiert künftig ein Team ohne seinen treffsichersten Stürmer: Penzbergs Trainer Martin Wagner sieht d er Rückrunde in der Bezirksliga dennoch zuversichtlich entgegen. 

Penzberg weiter ein Aufstiegskandidat

Martin Wagner nach Neziri-Abgang: „Jetzt-erst-Recht-Gefühl“

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Samir Neziri wechselt zum TSV 1860 München – diese Nachricht schlug im Fußball-Oberland wie eine Bombe ein.

Penzberg – Samir Neziri wechselt zum TSV 1860 München – diese Nachricht schlug im Fußball-Oberland wie eine Bombe ein. Im Internet häuften sich die Gratulationen. „Ein Riesen Kicker“, schrieb einer bei Facebook. „Die besten kommen aus Penzberg“, ergänzte ein anderer. Ein weiterer erinnerte an Wiggerl Kögl, das FCP-Produkt, das es zum TSV 1860, Bayern München und den VfB Stuttgart geschafft hatte. Mit den „Roten“ gewann Kögl sechsmal die deutsche Meisterschaft. Doch was bedeutet der Abgang nun für den FC Penzberg? Der Bezirksligist rechnet sich als Tabellenzweiter noch gute Chancen im Aufstiegsrennen aus. Die Heimatzeitung hat bei Trainer Martin Wagner nachgefragt, der die drei wichtigsten Fragen beantwortet.

1. Wie schwer wiegt der sportliche Verlust?

Bei einem Kicker wie Samir Neziri weiß man tatsächlich nicht, was Penzberg mehr vermisst: den Menschen oder den Stürmer. Schon mit 18 Jahren ist er „ein echter Typ“, bestätigt Martin Wagner. Fußball diktiert das Leben des Youngsters. Kaum einer hatte weniger Fehltage im Training. In der D-Jugend, in seinem Jahr beim TuS Geretsried glänzte er mit 100 Prozent Anwesenheit. Neziri, die Zuverlässigkeit im Fußball-Trikot. „Solche Typen gibt’s nicht oft“, sagt Wagner. Aber mit Blick auf die Aufstiegsambitionen geht der Stürmer Neziri unheimlich ab. 14 Tore schoss er in 15 Partien. Doch sein Trainer hebt eine Fähigkeit hervor, die wenige mit dem schnellen Angreifer verbinden und schätzen: seine Defensivarbeit. „Er hat die Abwehr entlastet, war sehr viel unterwegs.“ Heißt künftig wieder mehr Arbeit für Christian Wiedenhofer und seine Abwehrkette.

2. Wer ersetzt Neziri?

Das Ökosystem „Penzberg“ regelt diesen Verlust. Eigentlich ist das die schönste, ein kleines bisschen kitschige Geschichte. Samir Neziri spielte ja anfangs nur so häufig, weil mit Franz Fischer die erste Option im Sturm ausfiel. Nach dessen Kreuz- und Außenbandriss stellte der damalige Trainer Thomas Dötsch den 17-jährigen Neziri als Hauptdarsteller auf die Bühne und überraschte alle. Der später entlassene Trainer galt als großer Förderer des Talents. Neziri verschaffte dem erfahrenen FC-Stürmer Fischer genug Zeit und Ruhe zum Erholen und schoss sich gleichzeitig in die Notizbücher der Scouts. Perfekte Penzberger Fußball-Synergie. Fischer hat den schlimmsten Teil seiner Verletzung überstanden. „Insgeheim hoffe ich, dass er an den ersten Spieltagen wieder einsteigen kann“, so Wagner. Allerdings müsse man vorsichtig sein. Abschließende Untersuchungen stehen noch an. Fischers Gefühl : „Es sieht gut aus“, hat er Wagner mitgeteilt.

3. Bleibt der FC ohne Neziri im Aufstiegsrennen?

Auf alle Fälle ja, wenn es nach Trainer Martin Wagner geht. Er hofft auf ein „Jetzt-erst-Recht-Gefühl“. Der Kader sei breit genug, um Spitzenreiter Brunnthal zu jagen oder zumindest Rang zwei zu verteidigen. Sogar einen Vorteil zieht er aus Neziris Abgang. Die Kicker, vor allem die auf der Bank, sind umso mehr gefragt. Ihnen bietet er Platz zur Entfaltung, wie es Neziri im Sommer vorgemacht hat. Außerdem lebt ein Rest Hoffnung auf eine Rückkehr im Sommer weiter in Wagner. „Samir soll wissen, dass wir uns freuen, wenn er wieder kommt.“

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