Der FC Seeshaupt hofft bei der „MA-Club-Championship“ auf die Play-offs
+
Der FC Seeshaupt hofft bei der „MA-Club-Championship“ auf die Play-offs

Jeder Spieler erhält eine Antrittsprämie: einen Kasten Weißbier

Der FC Seeshaupt hofft bei der „MA-Club-Championship“ auf die Play-offs

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
    schließen

Die drei Teilnehmer des FC Seeshaupt hoffen bei der „MA-Club-Championship“ auf die Play-offs. Die Teilnahme lohnt sich allerdings so oder so: Jeder Spieler erhält eine Antrittsprämie: einen Kasten Weißbier.

Seeshaupt – Reden wir zunächst über die Preise. Es gibt Weißbier, viel Weißbier. Und dazu einen großen Humpen. Drei Liter fasst er. Wer sich das nicht vorstellen kann: Das ist ein Weißbierglas im XXL-Format, locker einen halben Meter hoch. Der große Pott und seine Füllmenge lohnen sich natürlich erst für die Zeit nach den Ausgangsbeschränkungen. Denn wer trinkt schon gern sein Siegerbier alleine? Um den Riesen-Humpen spielen drei Fußballer des FC Seeshaupt in diesen Tagen. FIFA 20 an der Konsole. Jeder für sich daheim. Und um ganz ehrlich zu sein: Thomas Andre, Maximilian und Peter Höcherl spekulieren nicht auf den Turniersieg unter den insgesamt 30 Mannschaften. „Eigentlich geht’s um Spaß, um Fußball und um Zeitvertreib“, sagt Maximilian Höcherl.

Sie kennen kaum einen Gegner. Aus der A-Klasse 5, in der der FCS antritt, hat sich keiner angemeldet. Auch nicht aus dem Landkreis. Fairerweise gehört erwähnt, dass der Wettkampf ursprünglich als Meisterschaft für den Erdinger Raum gedacht war. Die Zeitungskollegen vom „Erdinger Anzeiger“ sowie die Event Firma „MA Gold Cup“ entwickelten die „MA-Club-Championship“ als Pille gegen Langeweile während der unfreiwilligen Fußballpause. Die Idee verstreute sich schnell im ganzen Oberland. Die Garmisch-Partenkirchener Fußballer haben sich beworben, Seeshaupt wollte gar zwei Teams losschicken. „Die Turniere waren schon voll“, sagt Maximilian Höcherl. Zu dritt spielen sie nun mit und gegen Garmisch in der Süd-Gruppe.

Schwaig hat sogar Hannes Empl verpflichtet, einer aus der deutschen E-Sports-Elite

Die Startplatz-Vergabe intern verlief höchst friedlich. „War relativ schnell erledigt“, sagt der 28-jährige Stürmer. Thomas Andre, so etwas wie der Profi, war gesetzt. Er zockt regelmäßig an der Playstation und hat bislang „fast alle Punkte“ für den FCS geholt. Genauer: 15 von 17, Andre hat alle fünf Partien gewonnen. „Ich hoffe, der macht weiter so, er ist wirklich richtig gut“, lobt ihn sein Teamkollege. Ticket zwei ging an Peter Höcherl, der gelegentlich virtuell kickt. Zuletzt Maximilian Höcherl, der „mit reingerutscht“ ist. FIFA-Erfahrung: wenig. Bisherige Karriere-Höhepunkte: Grillabende inklusive Konsolen-Turnier. „Merkt man natürlich“, scherzt Höcherl. Noch hat er keinen Punkt geholt. Doch die Ergebnisse werden knapper. Zuletzt verlor er mit 3:4 (gegen SpVgg Eichenkofen), ehe es in der jüngsten Partie gegen den FC Forsterrn beim 0:5 wieder eine deutliche Niederlage gab. „Dennoch: Geht in die richtige Richtung“, so Maximilian Höcherl. Mittlerweile fragt er bei seinen Seeshaupter Teamkollegen, auch denen, die nicht beim MA-Cup mitspielen, nach Trainingspartien nach. Auch wenn man sich wirklich nur schwer auf die Gegner in der Liga vorbereiten kann. An manchen Abenden trifft Höcherl auf richtig starke E-Sportler, an anderen auf Anfänger, wie er selbst einer ist. Die Top-Teams (Fürstenfeldbruck, Gilching, Schwaig, Wörth) stellen ausnahmslos erfahrene FIFA-Spieler. Schwaig hat sogar Hannes Empl verpflichtet, einer aus der deutschen E-Sports-Elite. „Der ist eigentlich für uns nicht schlagbar“, sagt Chef-Organisator Maximilian Maier.

Die Null halten, mauern, abwarten

Maximilian Höcherl brauchte seine Zeit, um eine Taktik zu finden, mit der er möglichst schnell das Können seiner Gegner beurteilt. Er macht’s nun wie jeder Außenseiter im Fußball auf Rasen: Die Null halten, mauern, abwarten. Sechs Minuten dauert eine Halbzeit. Mit Torjubel, Wiederholungen und mehr grafischem Firlefanz zieht sich eine Partie schon einmal 20 Minuten hin. Verglichen mit echtem Fußball fallen mehr Tore. Höcherls wichtigster Tipp: Schwächen des Gegners finden und davon profitieren.

Jeder Spieler erhält eine Antrittsprämie: einen Kasten Weißbier

Die Vorrunde läuft noch etwa vier Wochen. Die besten sieben Mannschaften pro Gruppe qualifizieren sich für die Play-offs. Seeshaupt liegt nach fünf von 14 Spieltagen in der Süd-Division auf Rang neun mit fünf Zählern Rückstand auf die begehrten Plätze. „Play-offs wären schön“, betont Höcherl. Ein ähnliches Format während der Fußball-Saison hält er für möglich. Auch wenn die Zeit dafür neben Arbeit, Familie und Fußballtraining bei vielen eng werden dürfte. „Spaß macht’s auf jeden Fall.“ Und Teilnahme lohnt sich so oder so: Jeder Spieler erhält eine Antrittsprämie: einen Kasten Weißbier.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landkreis Weilheim: MTV Dießen und SV Wessobrunn mit großer Moral im Ligapokal
Landkreis Weilheim: MTV Dießen und SV Wessobrunn mit großer Moral im Ligapokal

Kommentare