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Shakehands zwischen den Trainern Robert Färber (links/SV Polling) und Jürgen Staiger (rechts/ASV Habach).

Fussball: Kreisliga 1

Habach gewinnt Derby klar - Coach Staiger ist dennoch enttäuscht

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Das war deutlich: Mit 5:1 (4:0) gewann der ASV Habach das Derby in der Kreisliga 1 gegen den SV Polling. Der siegreiche Coach war aber überhaupt nicht zufrieden.

Habach - Selbst in der Kreisliga gehört es mittlerweile zum Standard, Tore mit Musik zu untermalen. In Habach läuft Party-Mucke zum Mitgrölen. Und der DJ drehte sie nicht nur nach jedem der fünf Treffer, sondern auch nach dem Schlusspfiff auf. Ein 5:1 gehört gefeiert. Nur Jürgen Staiger war nach dem Sieg gegen den SV Polling nicht nach Party zumute. Während um ihn herum Kronkorken ploppten, suchte der Trainer die verwaiste Auswechselbank auf. 

Vielleicht war es gut, Abstand zu nehmen. Staiger regte sich über seine Elf auf, obwohl die klar gewonnen hatte. Das war jedoch an diesem Samstag keine Kunst. Polling produzierte so viele Fehler, dass Coach Robert Färber mit Ironie erwähnte, wie froh er doch sei, nicht sieben oder acht Treffer kassiert zu haben. Zur Pause führte Habach mit 4:0. Während der Kollege in der Kabine an die Ehre seiner Kicker appellierte, forderte der Habacher Trainer weit weniger: Sicherheit sollten sie mit ihrer Körpersprache zeigen, ordentlich in der Abwehr stehen und Konter ausnutzen. „Das haben wir in keinster Weise gemacht“, so Staiger. Stattdessen habe sein Team Fehler eingebaut, die das Ergebnis gefährdet hätten, wenn Polling effektiver aufgetreten wäre. „Wie wir da gekickt haben, ist nicht meine Art Fußball“, so der ASV-Trainer. 

Bolzen war noch nie seines, auch wenn das in den unteren Ligen oft schnelle Erfolge bringt. „Wir wollen unser Spiel verbessern“, betonte Staiger. Eine zweite Halbzeit wie gegen Polling sieht er als Rückschritt. Schon davor habe sein Team „nicht den riesengroßen Fußball“ gezeigt. Aber mit Felix Habersetzer, dem Vorlagenkönig, und Maximilian Nebl, dem dreifachen Torschützen, stehe genug individuelle Klasse im Kader, um Patzer, wie sie die Pollinger fabrizierten, eiskalt auszunutzen. Staiger warnte: „Eine gute Halbzeit wird nicht immer reichen.“ Natürlich freut er sich über drei Siege zum Start. Er hätte das ja selbst nicht erwartet angesichts dieses straffen Auftaktprogramms: Deisenhofen, Waldram, Polling, nächste Woche Lenggries. „Alles Titelkandidaten“ in Staigers Augen. Abheben werde gewiss niemand. „Dafür ist die Mannschaft zu klug.“

Dem Kollegen Färber wäre schon geholfen, wenn seine Kicker ihre Zahl an Aussetzern reduzieren würden: „Bei solchen Fehlern schenkt dir in der Liga jeder drei, vier Tore ein.“ Schon gegen Otterfing (3:5) unterliefen ihnen unerklärliche Patzer. An der „geistigen Frische“ mangelt es, hat Färber erkannt. Bereits nach zwei Minuten lagen die Gäste hinten, überrumpelt von einem weiten Schlag, obwohl Färber in der Vorbesprechung vor den Diagonalbällen des ASV gewarnt hatte: „Dafür habe ich kein Verständnis. So kannst du keine Spiele gewinnen.“

Als zweiten Kritikpunkt griff der Trainer die Chancenverwertung heraus. Beide Seiten hätten in etwa gleich viele Gelegenheiten erspielt. „Habach nutzt jede zweite“ – Polling verwertete nur eine in 90 Minuten. Immerhin gefiel Färber die zweite Halbzeit besser. „Die Reaktion war okay.

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