Heinz Eckl vertritt den Zugspitz-Kreis in den BFV-Arbeitsgruppe
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Heinz Eckl vertritt den Zugspitz-Kreis in den BFV-Arbeitsgruppe

Eckl vertritt Zugspitz-Kreis in der BFV-Arbeitsgruppe

Heinz Eckl: „Der 1. September steht noch“

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Heinz Eckl vertritt den Zugspitz-Kreis in der Arbeitsgruppe des BFV. Der Spielbetrieb soll weiterhin am 1. September fortgesetzt werden.

Landkreis – Während im Internet in den vergangenen Tagen und Wochen vor allem die Klopapier-Challenge die Runde gemacht hat, bei der sich Fußballvereine gegenseitig nominieren und in Kunststücken mit der Rolle überbieten, sind die Verbände bemüht, die Rahmenbedingungen für eine mögliche Wiederaufnahme der Saison 2019/20 festzulegen. „Der 1. September steht noch“, betont Heinz Eckl, oberster Spielleiter im Kreis Zugspitze. „Ob er zum Tragen kommt, wissen wir nicht.“

Heinz Eckl: „Alles ist auf einmal auf Eis gelegt“

Als erste Schritte haben die Verbandsoberen die Spielordnung sowie die Satzung des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) an die Corona-Zeit angepasst. Als neueste Entwicklung sind sämtliche Vorschriften für die Vereinswechsel für diesen Sommer außer Kraft gesetzt. „Alles ist erst einmal auf Eis gelegt“, bestätigt Eckl. Ein wichtiger Punkt. Denn eine der Regeln im Fußball besagt, dass nach sechs Monaten Inaktivität jeder Spieler den Klub automatisch wechseln kann. „Wenn einer Ende November sein letztes Spiel absolviert hat, dann dürfte er jetzt zu einem anderen Verein gehen“, erklärt Eckl. Also musste der BFV handeln.

Mit großem Interesse blickten die Fußball-Verantwortlichen nun auf den gestrigen Montag. Da fand ein außerordentlicher DFB-Bundestag statt. „Die Gespräche dort werden auch auf das Geschehen bei uns Einfluss haben“, sagt Eckl. Speziell auch auf die Thematik „Vereinswechsel“. Der Kreischef weiß, dass in der dafür gegründeten Arbeitsgruppe des BFV sogar Rechtsanwälte sitzen, um juristische Dinge zu klären. „Es gibt schließlich Grundrechte, über die sich der Verband nicht hinwegsetzen kann. Vielleicht besteht für Fußballer ja sogar ein Recht auf einen Wechsel“, spekuliert der Kreisspielleiter. „Wer von uns weiß das schon genau.“ Da sichert sich der BFV durch den juristischen Beistand im Vorfeld ab.

Keine Fortschritte gibt es hinsichtlich der Wiederaufnahme des Spielbetriebs. „Immer noch alles offen“, sagt Eckl. Er bedauert das. „So toll ist die Situation momentan nicht, sehr unbefriedigend, völlig spaßbefreit“, sagt er.

Eckl vertritt die Interessen der Zugspitz-Region

Immerhin hat Eckl die Möglichkeit bekommen, an vorderster Front mitzudiskutieren. Der frühere Schiedsrichter sitzt in der Arbeitsgruppe für den Spielbetrieb der Kreise, kann somit die Interessen der Zugspitz-Region direkt an der Quelle vertreten. Dass die Voraussetzungen und Denkweisen sehr unterschiedlich sind, hat er bereits erfahren. „Es wird schwierig, alle unter einen Hut zu bringen“, prophezeit er. „Einige haben noch 17 Spieltage ausstehen, bei anderen sind es nur neun, wir haben zwölf oder 13 – je nach Liga.“ Eckl gibt zu bedenken, dass regional geografische und klimatische Unterschiede in den Planungen zu berücksichtigen seien. „Wir haben sicher andere Verhältnisse als in Unterfranken“, sagt er und verweist zum Beispiel auf die Relegation, die notfalls auch noch in diesem Kalenderjahr stattfinden müsste. „Spät im November brauchen wir das hier bei uns nicht mehr machen, das wäre absolut sinnlos. Vielleicht schneit es schon, wir haben Minustemperaturen, da geht doch keiner mehr hin.“ Aber zur Beruhigung: Noch gibt es keinen Fahrplan, nichts Konkretes. „Einfach wird es aber sicher nicht“, sagt Eckl. Und: „Allen werden wir es – wie immer – nicht recht machen können.“

„Wir könnten sogar noch mal den Spielbetrieb unterbrechen“

Den grundsätzlichen Weg, den der bayerische Fußball samt Vereinsvotum eingeschlagen hat, erachtet er weiter als richtig. „Wir sind damit einfach flexibel, auch für den Fall, dass es nochmals eine Infektionswelle gibt. Wir könnten sogar noch mal unterbrechen.“ Er steht eindeutig hinter einer Entscheidung auf dem Rasen, nicht am Grünen Tisch. Abzubrechen und im September neu anzufangen, sah er nie als Alternative an. „Wenn wir im September mit einer neuen Saison anfangen, dann sind wir doch gerade bei den 15er-Ligen schon vier Wochen zu spät dran.“ Also müsste man die Spielpläne weitaus dichter gestalten. „Und mit Englischen Wochen kommst du als Spielleiter immer groß raus“, sagt Eckl ironisch. „Noch dazu haben viele Vereine bis heute kein Flutlicht.“ Hätte es dann zusätzlich noch ein Aufstiegsrecht gegeben, würden die Klassenstärken für 2020/21 sehr unterschiedlich sein. „In der Kreisklasse gäbe es sogar eine 17er-Liga mit fünf Absteigern. Da wäre die Begeisterung auch groß“, so Eckl – erneut mit Ironie.

Er erhofft sich nun baldige Infos vom Verbandsspielausschuss, der einen zeitlichen Rahmen für die Restsaison benennen wird. „Wir als Kreis sollen aber Gestaltungsmöglichkeiten haben.“ Dann geht es in die Diskussionen in der Arbeitsgruppe. „Ich denke schon, dass es gut und wichtig ist, dass unser Kreis vertreten ist“, sagt Eckl. „Was rauskommt – keine Ahnung.“ Hoffentlich mehr als nur weitere Klopapier-Challenges im Internet.

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