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Der Trainer hadert mit seinem Team: In den vergangenen Wochen hatte Anton Heichele in der Tat wenig zu lachen. Mit dem 2:1 gegen Schlehdorf haben die Huglfinger ihre Phase der Sieglosigkeit jedoch beendet. 

Die Hoffnung ist zurück

Huglfing lernt aus seinen Fehlern

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Ja, es gibt Aufstiege, die ein Team zum falschen Zeitpunkt erwischen. Über den SC Huglfing und seinen Sprung in die Kreisklasse sagen die Beobachter in der Region gern: Verdient hat ihn die Mannschaft genauso wenig wie Rivale Söchering. Bloß einer musste eben raus aus der A-Klasse.

Über die süffisante Kritik von außen lacht Trainer Anton Heichele gern. Er weiß selbst, dass „wir mit Glück aufgestiegen sind“. Maximilian Tafertshofer, seine Säule in der Defensive, bezeichnet die Meisterschaft in der A-Klasse 6 als „nicht souverän“ und als Geschenk, „dass wir da oben mitspielen dürfen“. Aber wer lehnt schon einen Titel ab? Das macht allein wegen der Feierei keiner. Nach zwei Monaten Einspielphase hat der Aufsteiger sämtliche Härten der neuen Liga mitgemacht: Verletzungen, Klatschen, unglückliche Niederlagen und eine siebenwöchige Dürreperiode ohne Erfolg. „Wir haben gezweifelt“, räumt Trainer Heichele ein.

Nervös, aber nicht verzweifelt

Seit vergangenem Dienstagabend ist die Hoffnung zurück und die Mannschaft vom letzten Platz der Kreisklasse 3 weg. Mit dem 2:1-Erfolg beim FCK Schlehdorf schob sich der SC auf Rang zwölf. Mittendrin im letzten Tabellendrittel, in dem der Coach seine Mannschaft in dieser Saison erwartet. Wenn denn nicht wieder so ein magischer Lauf die Huglfinger beflügelt wie zum Ende der vergangenen Spielzeit. Die Partie gegen Schlehdorf gewährte einen Einblick in den Zustand der Mannschaft. Vielleicht nervös, aber nicht verzweifelt. In solch kritischen Phasen komme es oft vor, dass Spieler Ausreden ausgraben, sagt Heichele. Er habe am Dienstag das Gegenteil erlebt. Den Tag über meldeten sich einige Kicker, die wider Erwarten doch auflaufen wollten. Wehwehchen und Job hin oder her. Da habe sich der Charakter des Teams gezeigt. Klein und verschworen kommen die Huglfinger daher, woraus blöderweise ein Problem entstanden ist. „Der Kader ist zu dünn“, betont der Trainer. Ausfälle kann er fast nicht kompensieren. Bei der 1:4-Pleite gegen die kriselnde Reserve aus Garmisch-Partenkirchen vor zwei Wochen setzte Heichele vier Fußballer aus der Zweiten ein. Sie sind normalerweise die C-Klasse gewohnt.

Das zweite Hindernis, das es zu überwinden gilt, ist das Alter der Huglfinger. Der 54-jährige Raistinger betreut eine junge Mannschaft, die „sehr viel lernen muss“. Defensivmann Tafertshofer sieht sich und die Kollegen als „zu unklug und zu unclever“. Belege finden sich selbst beim guten Auftritt in Kochel. Nizar Taboubi sprintete bei seiner Auswechslung zur Bank, statt ein paar Sekunden verstreichen zu lassen. „Als wären wir 0:1 hinten gelegen“, sagt der Coach. Tatsächlich führte Huglfing 2:0. Eine unerfahrene Mannschaft brauche Zeit, um sich diese Kniffe anzueignen, betont Tafertshofer. „Aus Fehlern lernt man.“ In den vergangenen Wochen haben die Huglfinger genug Fehler fabriziert – und dazugelernt. Bei den jüngsten Auftritten gegen Oberhausen/Weilheim (0:0) und Schlehdorf habe das Team dann schon eine „stabile Leistung“ geboten, sagt Tafertshofer. Lernwillig sei die Mannschaft, lobt Heichele.

Heichele gefällt der Huglfinger Weg

Nur lässt sich Routine nicht kaufen oder trainieren. Fast alle Gegner stellen zwei, drei Oldies, „überragende Spieler, die den Unterschied machen“, so Tafertshofer. Eine Liga niedriger musste der SC oft nur mit einem einzigen Könner fertig werden. Das geringe Alter „hat uns Punkte gekostet“, betont Heichele. Im Prinzip reduziert sich die Saison auf eine Frage: Schafft es Huglfing rechtzeitig, dieses Erfahrungsdefizit auszugleichen? Tafertshofer setzt auf Optimismus: „Jedes Spiel das Beste rausholen“ ist das Ziel. Angst auf dem Platz bringe ohnehin nichts. Seinem Coach gefällt der Huglfinger Weg, auch wenn er ein beschwerlicher ist. „Das wird schon in den kommenden Jahren“, so Heichele. Das Dorf jedenfalls steht hinter dem Trainer und den jungen Wilden. Nach tristen Jahren und dem Fall in die B-Klasse schaut man wieder gern am Fußballplatz vorbei. Gegen Eglfing waren 300 Zuschauer da. Keine schlechten Voraussetzungen für die Zukunft. ANDREAS MAYR

Nervös, aber
nicht verzweifelt

Heichele gefällt
der Huglfinger Weg

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