Alfred Greiner vom TSV Pfähl könnte sich einen Restart und Saisonabbruch vorstellen.
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Alfred Greiner vom TSV Pfähl könnte sich einen Restart und Saisonabbruch vorstellen.

Gemischte Gefühle im Landkreis Weilheim

Landkreis: Geister scheiden sich zum Thema Restart nach Eglfing-Causa

  • Stefan Schnürer
    vonStefan Schnürer
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  • Phillip Plesch
    Phillip Plesch
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Nach Bekanntwerden des Corona-Falls beim ASV Eglfing gibt es bei den Funktionären in der Region Weilheim verschiedene Meinungen zum Restart im September.

Landkreis – Am ersten September-Wochenende sollen die Fußballer im Kreis Zugspitze den Punktspielbetrieb wieder aufnehmen. Bis jetzt sprach auch nichts dagegen: In den bisherigen Testspielen lief alles reibungslos, die Vereine setzten das Hygienekonzept des Verbands vorbildlich um. Jetzt aber hat sich ein Spieler des ASV Eglfing im Urlaub in Kroatien mit dem Coronavirus angesteckt. So mancher Vereinsvertreter befürchtet, dass dies negative Folgen haben kann, was den Re-Start betrifft. Mancher befürchtet gar einen Abbruch der Saison.

Uli Feigl vom ASV Habach hält kompletten Saisonabbruch für möglich

Uli Feigl, Abteilungsleiter beim Kreisligisten ASV Habach, hat die Befürchtung, dass der Coronafall des Eglfinger Spielers negative Auswirkungen auf den geplanten Re-Start im September haben wird. Er hält es für möglich, dass die Saison im schlimmsten Fall ganz abgebrochen wird. „Da passt der Fall in Eglfing wie die Faust aufs Auge“, sagt Feigl. Ursprünglich haben sich die Habacher genau dafür ausgesprochen, mittlerweile aber „fiebern alle dem Start entgegen“, wie Feigl berichtet. Seiner Kenntnis nach hat sich keiner der Habacher Spieler in jüngster Zeit in einem Risikogebiet aufgehalten. Vielmehr seien sie zu Hause gewesen und hätten fleißig trainiert: „Alle wollen fit werden, alle wollen spielen“, so Feigl. Einen Vorwurf will er dem Eglfinger Akteur, der sich im Urlaub in Kroatien mit Corona ansteckte, nicht machen: „Das kann dir bei einem Tagesausflug nach Österreich genauso passieren.“ Vor dem Re-Start beschäftigt Feigl aber noch eine ganz andere Sache: „Beim Fußball sind keine Zuschauer zugelassen, Familienfeiern mit 300 Leuten aber sind erlaubt. Das verstehe ich nicht.“ Die Vereine seien nicht überfordert, die Hygienevorschriften auch mit Zuschauern einzuhalten.

Coach Ansorge vom VfL Denklingen ist eher optimistisch

Optimistischer, was die Fortsetzung der Saison betrifft, ist Markus Ansorge, Trainer beim Kreisligisten VfL Denklingen.„Wir sind mitten in der Vorbereitung. Von unseren Spielern fährt jetzt eh keiner in den Urlaub.“ Mehr als Tagesausflüge innerhalb Deutschlands oder nach Österreich sind nicht geplant. Der Verein appellierte an die Vernunft der Spieler. „Und die gehen den Weg mit“, sagt Ansorge. Auch im Training achten die Denklinger genauestens auf die Hygienevorschriften. Zu groß ist die Angst vor dem Fall, der nun in Eglfing passiert ist. „Dann geht die Punktrunde los, man muss zwei Wochen in Quarantäne und weiß nicht, wie es weitergeht“, beschreibt der Trainer den schlimmsten Fall. Davon, dass im September wieder um Punkte gespielt wird, geht Ansorge aus. Bei den bisherigen Testspielen war sein Eindruck von den Maßnahmen zur Umsetzung des Hygienekonzepts nicht nur in Denklingen, sondern auch bei anderen Vereinen gut. „Das läuft schon ordentlich.“

Christopher Resch vom SV Kinsau glaubt an keinen Spielbetrieb im September

Auch beim Kreisklassisten SV Kinsau halten sich alle Spieler an die Vorgaben. „Die Jungs machen das gut“, lobt Trainer Christopher Resch. Über das Thema „Urlaubsziele“ haben er und seine Spieler nicht explizit gesprochen, doch die seien alle so vernünftig, sagt Resch. Er glaubt nicht daran, dass im September Punktspiele stattfinden, auch wenn er es noch so sehr hofft. Daher hat der Trainer des SVK in der Vorbereitung auch keine Extraeinheiten angesetzt. „Wir trainieren zwei Mal pro Woche“, berichtet er. „Die Rückrundenvorbereitung im Frühjahr haben die Jungs super durchgezogen und durften dann nicht spielen. Ich möchte nicht, dass Spieler die Lust verlieren, weil sie nur hart trainieren und es dann nicht losgeht“, sagt Resch.

Abteilungsleiter Greiner mit gemischten Gefühlen

Alfred Greiner, den Abteilungsleiter des TSV Pähl, hat der Eglfinger Coronafall ins Grübeln gebracht. Er hofft zwar, dass die Saison wie geplant ab September fortgeführt werden kann, doch gebe es auch die Gefahr, dass es zu weiteren Ansteckungen kommt. „Das kann einen richtigen Schneeball-Effekt geben“, so Greiner, „wie wollen sie das dann noch durchziehen?“ Wenn die Saison immer wieder unterbrochen werde, „dann musst du eben aufhören“. Von den Pähler Spielern sind laut Greiner auch einige zum Urlaub in Kroatien gewesen, doch das sei schon länger her. „Bei uns ist alles ziemlich sicher, die meisten sind zu Hause“, sagt der TSV-Abteilungsleiter. Wenn jetzt einer in ein Risikogebiet reise, kann er das nicht ganz verstehen, „aber du kannst es ja keinem verbieten“, so Greiner. Nicht nachvollziehen kann er die seiner Ansicht nach strengen Auflagen für den Breitensport: „Anstecken kannst du dich doch überall.“

Trainer Effner vom SV Bernried mit gedämpfter Vorfreude nach Eglfing-Fall

„Wir freuen uns wirklich, wenn es losgeht“, sagt Josef Effner. Nur kann der Trainer des A-Klassisten SV Bernried nach dem Coronafall in Eglfing nicht mehr so recht dran glauben. Anfangs hatte der Verein für eine Fortsetzung der Saison gestimmt, doch mittlerweile hat sich die Stimmung bei den Verantwortlichen geändert. Nach einer derart langen Pause „sollte man die Saison beenden“, fordert Effner. Er stellt auch die Frage: „Muss ich jedes Jahr in den Urlaub fahren?“ Die Bernrieder verfahren folgendermaßen: Verbringt ein Spieler den Urlaub in einem Risikogebiet, muss er vor dem Wiedereinstieg ins Training einen negativ beschiedenen Coronatest vorweisen.

TSV Burggen-Abteilungsleiter Max Höfler geht vom Restart aus

„Wir freuen uns derzeit über jedes Spiel, das wir machen dürfen“, sagt Max Höfler, Abteilungsleiter beim TSV Burggen. Der A-Klassist bereitet sich derzeit so vor, als würde am 6. September die Saison starten. „Uns bleibt auch nichts anderes übrig“, sagt Höfler. Er hofft, dass gespielt werden kann. Er befürchtet aber, dass die Saison nach ein bis zwei Spieltagen wieder beendet wird. „An das Hygienekonzept halten sich aber alle im Verein“, berichtet er. Auf dem Land sei das gut umzusetzen. Wobei von den Spielern schon einige Vorgaben hinterfragt und nicht verstanden werden. „Aber das müssen wir akzeptieren“, so der Abteilungsleiter.

VON PHILLIP PLESCH UND STEFAN SCHNÜRER

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