Die Kinder bleiben in Weilheim dem Training fern.
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Die Kinder bleiben in Weilheim dem Training fern.

Haben die Eltern der Kinder zu viel Angst vor Corona?

Landkreis Weilheim: Vereine bangen wegen coronabedingtem Fernbleiben der Kinder

  • vonDieter Metzler
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Die Weilheimer Vereine bangen um die Anwesenheit der Nachwuchskicker. Die Kinder bleiben aufgrund der Corona-Pandemie immer öfter dem Training fern.

Landkreis Weilheim – Gerade der Nachwuchsbereich zählt zu den elementarsten Arbeitsfeldern in den Sportvereinen – so auch der Jugendfußball. Doch Corona hat auch die Nachwuchskicker lange gestoppt. Die Vereine treibt nun eine Furcht um: Viele Eltern lassen ihre Kinder während der Pandemie nicht trainieren und spielen.

Vereine haben Angst dass Kinder nicht mehr zum Training kommen wegen Corona

„Das ist natürlich ihr gutes Recht, weil sie die Verantwortung für ihre Kinder haben“, sagt Walter Huppmann aus Penzing, der für den Landkreis Weilheim-Schongau zuständige Jugendspielleiter. Er gibt allerdings zu bedenken, dass die bis dato letzten Spiele auf dem Kleinfeld im vergangenen Jahr im Oktober stattgefunden haben. „Viele Spieler kommen halt jetzt einfach nicht mehr“, so Huppmann. Das sei aber kein exklusives Phänomen des Fußballs, sondern erstrecke sich auch auf den Eishockeysport, den Handball, Volleyball und sonstige Vereine, wie auch beispielsweise Musikgruppen.

Eine mehr als bedauerliche Entwicklung, findet der Spielleiter. „Der Fußball hat eine große soziale Kraft, gibt den Kindern Struktur, Werte und Halt“, sagt Huppmann. In dieser Krise solle man Ruhe und Besonnenheit bewahren statt in Coronavirus-Panik zu verfallen. Die Erhaltung der Gesundheit steht aber auch für Huppmann an erster Stelle.

Corona-Verdacht erforderte einige Spielabsagen

Er erstelle den Spielplan in Absprache mit den Jugendleitern der Vereine. „Ich persönlich ziehe mir nicht den Schuh an“, sagt er. In der Praxis bedeutet das, dass bereits bei einem aufkommenden Corona-Verdacht eine Begegnung sofort absagt wird. Dazu war Huppmann aber bereits mehrfach gezwungen. „In den vergangenen Tagen sind wegen Corona Spiele abgesagt worden“, teilte er mit. „Hauptsächlich im Kleinfeld.“ Im Kleinfeld seien zudem drei Mannschaften vom Spielbetrieb abgemeldet worden. „Das ist nicht viel“, so Huppmann. Es waren allerdings bisher die einzigen Fälle dieser Art. Im Großfeld gab es bisher keine zurückgezogenen Mannschaften.

Huppmann hofft, dass es im kommenden Jahr wieder aufwärts geht und der Nachwuchs wieder den Weg zu den Sportvereinen zurückfindet. Wichtig sei aber erst einmal, dass die Kinder alle gesund bleiben und eines Tages wieder ohne Maske in die Schule gehen können, so Huppmann. „Wir werden wohl noch eine längere Zeit mit dem Coronavirus leben müssen“, befürchtet der Spielleiter.

Was ihn allerdings zuversichtlich stimmt, ist die Arbeit der vielen ehrenamtlichen Jugendleiter und -trainer. „Was die Vereine in dieser Zeit leisten, davor habe ich großen Respekt. Viele Jugendleiter gehen derzeit wirklich an ihre Leistungsgrenze.“ DIETER METZLER

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