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Düsseldorf spielt volles Risiko - und Maximilian Kalus steht plötzlich vor dem leeren Tor

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Von: Andreas Mayr

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Die Penzberger (v. l. Trainer Andreas Brunner, Marco Hiry, Maximilian Kalus und Samir Azizi) feierten mit den Fans ihren Bundesliga-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf.
Die Welle der Erleichterung: Die Penzberger (v. l. Trainer Andreas Brunner, Marco Hiry, Maximilian Kalus und Samir Azizi) feierten mit den Fans ihren Sieg. © Andreas Mayr

Sie machten es wieder mal äußerst spannend: Die Futsaler des FC Penzberg und Fortuna Düsseldorf lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe.

Penzberg – Das erste Bier des Nachmittags schnappten sich Martin Maier und Korbinian Neumaier, die beiden Torhüter. Entkräftet nahmen sie auf der Ersatzbank Platz. „5:4“ stand noch auf der Anzeigetafel. Fünf für die Heimmannschaft, für den FC Penzberg. In einer wilden Schlussphase fuhren die Futsaler ihren zweiten Bundesliga-Sieg ein. Der Ablauf ähnelte sämtlichen bisherigen Partien: frühe Führung, deutlicher Vorsprung (4:1), Schwächephase, Einbruch. Diesmal allerdings mit ganz neuem Ausgang.

Futsal: Maximilian Kalus schießt den Ball zum Sieg ins leere Tor

Maximilian Kalus schoss beim Stand von 4:4 den Ball zum Sieg ins leere Tor. Die Gäste aus Düsseldorf hatten sich bei ihrem Hasardspiel übernommen. Zehn Minuten verzichteten sie auf einen festen Torwart, um ein Überzahlspiel zu erzwingen. Mit dieser riskanten Taktik holten sie zwar den Rückstand auf, verzockten aber auch einen Punktgewinn. In den Abstiegsmühlen der Bundesliga können solche Patzer am Ende über Ligaverbleib oder Abstieg entscheiden.

Futsal: Kurz vor Schluss sieht Penzbergs Torhüter Martin Maier die rote Karte

Am Drehbuch des Dramas schrieben aber auch die beiden Torhüter eifrig mit. Beim Stand von 4:4 kassierte Martin Maier die rote Karte, vier Minuten vor dem Ende. Bei einem Düsseldorfer Konter stürzte er aus seinem Tor heraus, parierte den Schuss mit der Hand. Allerdings wenige Zentimeter außerhalb des Torraums, wie Schiedsrichter Matti Kastendeich befand. Wie Bilder vom Reflex belegen, war der Platzverweis gerechtfertigt. „Eine 50:50-Situation, die kann er für beide entscheiden“, sagte Martin Maier selbst. Der Schiedsrichter verbannte ihn auf die Tribüne, wo für Maier die „schlimmsten Minuten meines Lebens“ anbrachen, wie er scherzte.

Futsal: Gleich bei seiner ersten Aktion ist Korbinian Neumaier zur Stelle

Vertreter Korbinian Neumaier hatte sich auf „einen entspannten Nachmittag“ eingestellt, wie er sagte. Zunächst realisierte er gar nicht, was gerade geschehen war. „Alle haben mich angeschaut, ich hab’s aber gar nicht gecheckt.“ Nach „drei Sekunden aufwärmen“ stand er auf dem Feld und entschärfte direkt einen Schuss von Fortuna-Keeper Christian de Groodt, der bei den Gästen wegen seiner spielerischen Fähigkeiten als zusätzlicher Angreifer eingesetzt wird. Drei Tore hat der Niederländer bereits erzielt in dieser Saison. Das Überzahlspiel beherrscht der Torwart perfekt.

In den 30 Minuten zuvor, in denen noch Vier gegen Vier auf dem Feld gespielt wurde, zeigte Penzberg eine starke Leistung. Defensiv sah man die kleinen Feinheiten, die Trainer Andreas Brunner korrigiert hatte. Der Coach hat sein Team aufs Verteidigen gepolt, Zweikämpfe anzunehmen, nicht zu viel Risiko beim Abwehren zu gehen. „Besser können wir hinten nicht spielen“, sagte Brunner über die ersten 30 Minuten.

Futsal: Samir Azizi tanzt vor seinem Treffer auf engstem Raum drei Düsseldorfer aus

Im Angriff lieferten Penzbergs Einzelkönner wieder zuverlässig ab. Die beiden Rückkehrer Akif Abasikeles und Alen Patak versorgten den FCP mit einer kreativen Duftnote. Samir Azizi riss vor dem Tor Lücken, traf zweimal, darunter ein Tor, bei dem er drei Düsseldorfer auf geschätzt einem Quadratmeter austanzte. Nachdem Penzberg auch noch seine zweite Überzahl nach gelb-roter Karte für die Rheinländer ausnützte, stand’s nach 24 Minuten 4:1. „Wenn du so klar führst, musst du das anders ausspielen“, klagt Brunner.

Futsal: Penzbergs Trainer Andreas Brunner ärgert sich über „unnötige Hektik“ in seinem Team

Düsseldorf schaltete in den Überlebensmodus, band Christian de Groodt als fliegenden Torwart in den Angriff mit ein. Drei Minuten kam Penzberg mit dem Strategiewechsel klar, ehe es zur Ersten Allgemeinen Verunsicherung mutierte. „Eine derartige Hektik“ erkannte Andreas Brunner. „Ohne Not“, wie er betonte. Der FCP verlor seine Ordnung, kassierte drei Treffer in drei Minuten. „Wir dürfen uns nicht aus dem Konzept bringen, weil wir mit kleinen Enttäuschungen nicht umgehen können“, merkte Andreas Brunner an. Die rote Karte gegen Maier schärfte die Sinne – und ermöglichte kurioserweise erst Kalus’ Siegtor, das die Penzberger hinterher wieder mit La Ola und ihren Zuschauern feierten. Andreas Brunner sagte: „Das wäre ein Treppenwitz gewesen, nach dem Bielefeld-Spiel auch dieses zu verlieren.“

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