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Aus Gegnern werden wieder Mitspieler: Florian Krichenbauer (im schwarzen Trikot, hier eine Szene aus dem Mai 2017) wechselt nach zwei Jahren beim TSV Weilheim zurück zu seinem Heimatverein Wielenbach.

Team von Simon Müller ohne Torhüter

Saisonvorschau: Pähl, Wielenbach und Co. im Check

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Bei der Nennung der Titelaspiranten in der A-Klasse 5 taucht immer wieder der SV Wielenbach auf. Dort sind die Verantwortlichen aber eher verwundert bis amüsiert über diese Einschätzung. Nachbar TSV Pähl muss vorerst ohne gelernten Torhüter auskommen. 

SV Wielenbach

Der eine oder andere Kontrahent in der A-Klasse 5 hat den SV Wielenbach als Titelkandidaten auf der Rechnung. Wielenbachs Fußballerchef Christoph Wiedemann quittiert diese Einschätzung mit einem Lachen: „Das überrascht mich jetzt.“ Dabei verweist Wiedemann auf die Bilanz der vergangenen Jahre: „Seit dem Abstieg aus der Kreisliga haben wir vier Jahre um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Erst vergangene Saison haben wir uns gefangen.“ In der Endabrechnung belegte der SVW als Sechster einen Rang im gesicherten Mittelfeld.

Für die neue Saison haben die Wielenbacher, die weiterhin von Martin Fendt trainiert werden, personell aufgerüstet. Vor allem Andreas Färber und Florian Krichenbauer, die vom TSV Weilheim zu ihrem Heimatverein zurückgekehrt sind, werten den Kader qualitativ auf. Interessant dürfte auch werden, wie die Mannschaft den Weggang ihres Torjägers Marcel Mayr (18 Tore in der vergangenen Saison) verkraften wird. Spartenchef Wiedemann versucht, dem Weggang Mayrs nach Polling etwas Positives abzugewinnen: „Vielleicht werden wir dadurch unberechenbarer. Letzte Saison war unser ganzes Spiel auf Mayr zugeschnitten.“

Als Minimalziel hat sich Wiedemann gesetzt, zumindest die Platzierung der Vorsaison zu schaffen. Um oben mitzuspielen, „müssen wir konstanter werden und unsere Chancen besser nutzen“, so der SVW-Fußballerchef. Zum Start empfangen die Wielenbacher am Sonntag Aufsteiger TSV Tutzing (15 Uhr). Wiedemann bezeichnet den Gegner als „Wundertüte“. Am zweiten Spieltag geht’s dann zum MTV Dießen. Das wird für Wiedemann dann erster Gradmesser, denn für ihn zählt das Team vom Ammersee zu den Titelkandidaten.

TSV Weilheim

Sang- und klanglos hat sich der TSV Weilheim nach nur einer Saison aus der Kreisklasse verabschiedet. Nach diesem Horrorjahr kommt es bei den Fußballern aus der Kreisstadt zu einem großen Umbruch. Acht Spieler haben den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet. Vorrangige Aufgabe von Trainer Thomas Grumbach ist es nun, die Lücken vorwiegend mit Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs zu füllen. „Die Jugend ist unser Kapital“, sagt Grumbach, „und ich traue mir diese Aufgabe auch zu“.

Mit der Vorbereitung ist der TSV-Coach zufrieden, allerdings plagen den Kreisklassen-Absteiger Personalprobleme. Der Kader ist von Haus aus nicht gerade üppig, hinzu kommen noch einige verletzte Spieler. Doch Grumbach beschwichtigt: „Bis zum Saisonstart wird das schon wieder.“ Seiner Mannschaft traut er eine Platzierung im vorderen Drittel zu, der Aufstieg ist beim TSV aber kein Thema. „Das wäre ziemlich vermessen“, so Grumbach, der von einer „Übergangssaison“ spricht.

Zu den Favoriten zählt der TSV-Trainer Mitabsteiger Perchting und den SV Wielenbach. „Die haben drei gute Spieler von uns bekommen“, so Grumbach. Los geht’s für den TSV am Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim TSV Erling-Andechs (14 Uhr).

TSV Pähl

In den vergangenen zwei Spielzeiten musste sich der TSV Pähl jeweils mit einer Platzierung im Mittelfeld begnügen. Würden sie sich auch nach der Saison 2018/19 in dieser Region der Tabelle wiederfinden, wären sie laut ihrem Abteilungsleiter Alfred Greiner zufrieden. Diesmal werden die Pähler also vermutlich kleinere Brötchen backen müssen, Grund hierfür ist eine Personalmisere. Da wären noch Altlasten aus der vergangenen Saison. Bei Abwehrchef Florian Czerwenka hat es nach seiner Knöcheloperation Komplikationen gegeben, sein Arzt hat ihm daher eine Pause verordnet. Angreifer Wolfgang Greiner wird nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch voraussichtlich erst wieder in der Rückrunde eingreifen können.

In der Vorbereitung auf die neue Saison hat das Schicksal erneut hart zugeschlagen: Vor einigen Wochen hat sich Matthias Burghart einen Bänderriss zugezogen. Damit hat die Mannschaft vorerst keinen gelernten Torhüter mehr. „Wir schauen, dass wir bis zur Winterpause noch irgendwo einen Torwart herkriegen“, berichtet Alfred Greiner. Daher werde man in der Vorrunde wohl ein wenig zaubern müssen. Vorerst hilft AH-Torhüter Thomas Dormeyer aus. Kann der mal nicht, wird sich wohl oder übel ein Feldspieler in den Kasten stellen müssen.

Den Titel in der A-Klasse 5 werden nach Einschätzung des TSV-Spartenleiters der SV Wielenbach, der TSV Perchting und der FSV Höhenrain unter sich ausmachen. „Für uns wäre ein guter Mittelfeldplatz in Ordnung“, sagt Greiner. „Wenn wir allerdings einen guten Start erwischen, schaut’s schon wieder anders aus.“ Der Papierform nach hätten es die Pähler durchaus schlimmer erwischen können. Sie starten am Sonntag mit einem Heimspiel gegen den SC Pöcking II (14 Uhr), dann geht’s zu Aufsteiger TSV Peißenberg II.

SV Haunshofen

Die vergangene Saison hätte für den SV Haunshofen besser kaum laufen können. Am Ende belegte das Team um Spielertrainer Korbinian Steigenberger den hervorragenden dritten Platz. An eine Wiederholung dieses Erfolgs glaubt der Vereinsvorsitzende Georg Ginter allerdings nicht: „Das ist absolut illusorisch. Dieser dritte Platz war ein absoluter Ausreißer nach oben.“ Saisonziel ist laut Ginter ein einstelliger Tabellenplatz, das Credo laute weiterhin „Haunshofen soll nicht absteigen“.

Gegenüber der so erfolgreichen vergangenen Spielzeit hat sich der Kader so gut wie nicht verändert. Mit Michael Günther gibt es nur einen einzigen Zugang. Es wird sich zeigen, ober der vom SV Unterhausen gekommene Stürmer Haunshofens erfolgreichsten Torschützen, Maximilian Leitner, ersetzen kann, der sich eine Auszeit nimmt.

Favoriten sind für Ginter der SV Wielenbach und der TSV Perchting. Begeistert ist er von der Zusammensetztung der A-Klasse 5: „Das ist eine dermaßen schöne Gruppe. Da ist eine Steigerung kaum noch möglich.“

SV Bernried

Eine recht entspannte Saison habt der SV Bernried hinter sich. Das Team vom Starnberger See hatte zu keinem Zeitpunkt direkten Kontakt zur Abstiegszone. Am Ende sprang ein neunter Platz heraus. Eine derartige Platzierung auch diesmal „würde ich sofort unterschreiben“, sagt Trainer Josef Effner. Er geht mit nahezu unverändertem Kader in die Spielzeit 2018/19. Es gibt keine Abgänge, als Zugänge verzeichnet die Mannschaft zwei Akteure aus dem eigenen Nachwuchs.

Nach Ansicht Effners ist die A-Klasse im Vergleich zur Vorsaison stärker geworden. Der Klassenerhalt sei daher „ein realistisches Ziel“, so der Coach. Ambitionen zu Höherem hat der Verein nicht, dafür „haben wir zu viele Studenten“, so Effner. Da würden immer wieder mal Spieler fehlen, die zu Umstellungen zwingen. Auch zum Saisonstart muss Effner aufgrund mehrerer Urlauber improvisieren. Im Normalfall sei der Kader aber groß genug, „das sollte dann schon klappen“, so der Bernrieder Trainer. Zu den Favoriten zählt er Perchting und Königsdorf, gute Chancen gibt er auch dem MTV Dießen. Zum Auftakt treten die Bernrieder am Sonntag beim FSV Höhenrain an (15 Uhr).

FC Seeshaupt

Für Seeshaupts Abteilungsleiter Thomas Fetzer steht fest: Eine Saison wie die letzte darf es nicht mehr geben. Nach der Hinrunde hatte der FC mickrige fünf Punkte auf dem Konto und war im Grunde bereits abgestiegen. In der zweiten Saisonhälfte aber startete das Team von Trainer Ozren Krizanac, der das Team auch weiterhin betreut, eine beeindruckende Aufholjagd. Belohnt wurden die Seeshaupter mit dem Verbleib in der A-Klasse buchstäblich in letzter Sekunde. „Wir haben haben alles für den Klassenerhalt getan“, so Fetzer, „aber wirklich an den Klassenerhalt geglaubt habe ich nicht mehr“. Großen Anteil an diesem Erfolg haben Fetzers Abgaben zufolge altbewährte Kräfte wie etwa Konrad Berger. Der 45-Jährige „hat richtig Schwung gebracht“, so der FC-Fußballerchef.

Auf die Hilfe der Alten wollen sie sich kommende Saison in Seeshaupt aber nicht mehr verlassen. Ein zentrales Vorhaben ist es, dass „wir junge Spieler integrieren, dabei aber nicht verheizen“, so Fetzer. Nach einem Jahr wie dem vergangenen wünscht er sich diesmal eine sorgenfreie Spielzeit. „Noch so eine Saison und ich kriege einen Anfall“, sagt Fetzer. Zu einem Problem könnten die vielen Studenten im Team werden, die oftmals nur unregelmäßig zur Verfügung stehen. „Vergangene Saison haben wir 46 Spieler eingesetzt“, bericht der FC-Spartenleiter. Zum Auftakt erwarten die Seeshaupter mit dem MTV Dießen (15 Uhr) eine Mannschaft, die Fetzer vorn erwartet. „Das wird schon mal eine richtungsweisende Partie.“

TSV Peißenberg II

Eigentlich wollte Wolfgang Wandinger, der beim TSV Peißenberg mehr als ein Vierteljahrhundert den Nachwuchs trainiert hat, eine Pause einlegen. Doch daraus wurde nichts: Die Spartenleitung bat ihn, die soeben in die A-Klasse aufgestiegene zweite Mannschaft zu betreuen – und Wandinger sagte zu. In seinem Kader sind einige Spieler, die er aus seinen Zeiten als Nachwuchstrainer kennt. Er geht voller Selbstbewusstsein in die erste Saison der Peißenberger Zweiten in der A-Klasse: „Ich bin guter Dinge, dass wir die Klasse halten“, sagt Wandinger. Die kommenden Gegner sind ihm allesamt unbekannt. „Aber das macht mir nichts aus, das ist spannend.“ Und im Notfall kann er sich ja Tipps bei Bodo Nusser holen. Der trainiert die erste Mannschaft des TSV, die in der vergangenen Saison in der A-Klasse 5 spielte und nach zehn Jahren die Rückkehr in die Kreisklasse schaffte.

von Stefan Schnürer

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