Mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe: Derartiges Engagement wie bei Fabian Kees (im gelben Trikot, hier im Spiel gegen Wildsteig/Rottenbuch im vergangenen September) wünscht sich Trainer Pascal Jaensch von seinen Spielern auch diese Saison.
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Mit vollem Einsatz in die Zweikämpfe: Derartiges Engagement wie bei Fabian Kees (im gelben Trikot, hier im Spiel gegen Wildsteig/Rottenbuch im vergangenen September) wünscht sich Trainer Pascal Jaensch von seinen Spielern auch diese Saison.

Die Begeisterung ist merklich abgeflaut

Die Spieler des A-Klassisten SC Böbing frönen wieder vermehrt außersportlichen Aktivitäten

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Die Fußballer des SC Böbing kehren zurück auf den Platz. Trainer Pascal Jaensch gönnt den Fußballern so viel Freizeit wie kaum ein anderer.

Böbing – Wenn Pascal Jaensch an das erste Training zurückdenkt, fällt ihm vor allem ein Wort ein: „geil“. 19 Mann standen am Platz, eine ordentliche Zahl für eine Gemeinde mit gerade einmal 1800 Einwohnern und zwei Mannschaften. Anscheinend hatte sich ausgezahlt, was der Trainer und die SC-Führung im vergangenen Winter ausgeheckt hatten. Sie kappten in der Lockdownzeit und danach jegliche Verbindungen zum Sport.

„Das ganze Jahr hast du nur ein Thema: Fußball“.

Trainer Pascal Jaensch

Vielmehr gönnten sie den Fußballern so viel Freizeit, was selbst Hobbykicker normalerweise nicht kennen. „Das ganze Jahr hast du nur ein Thema: Fußball“, so Jaensch. Lasst die Burschen in Ruhe, sagten die Verantwortlichen in Böbing in der Hoffnung, dass sie nicht nur Kraft tanken, sondern auch wieder Lust auf Fußball bekommen.

Wenige Tage vor dem Saisonstart in der A-Klasse 8 gegen Altenstadt II hat sich die Lage wie die Laune gewandelt. Coach Pascal Jaensch spricht von einem „extrem harten Punkt“, das ist der Klang des Frusts. Was ist geschehen? Die ersten Wochen verliefen äußerst erfreulich. Vonseiten des Teams gab’s viel positive Resonanz zur Laissez-faire-Methode, sogar einige Ältere reaktivierte man wieder. Das erste Spiel, ein Pokal-Duell mit dem B-Klassisten Unterhausen, gewann der SCB 4:1. „Super funktioniert“ habe das Raumspiel, die Abstimmung untereinander, der Biss, lobt der Trainer.

SC Böbing: Die Luft war raus nach der zerstückelten Coronaspielzeit

Gegen Kreisligist Peiting eine Woche später kassierte seine Mannschaft beim 1:4 nicht ein Gegentor aus dem Spiel heraus. „Da hast du alles richtig gemacht“, sagt Jaensch. Und doch ist passiert, was wohl unvermeidlich war in Jahr eins nach der zerstückelten Coronaspielzeit. Die Luft entweicht wie einem undichten Schlauchboot, langsam aber stetig. Manche treffen sich abends lieber mit Freunden statt zu trainieren, viele fahren in den Urlaub, weil sie darauf 18 Monate warten mussten – und irgendwie kann es der Coach keinem richtig übel nehmen, weil das eben die Mechanismen der ausklingenden Pandemie sind. Andere würden nun zum Rundumschlag ausholen und das Brüllen beginnen. Aber da „habe ich gar keine Lust drauf“, betont Jaensch. Der Coach gesteht aber ein: An der Situation hat er zu knabbern. Zuletzt musste er zwei Testpartien verschieben, weil er die Männer nicht zusammenbrachte.

Coach Jaensch ist positiv gestimmt für die kommende Spielzeit in der A-Klasse

Trotzdem ist er positiv gestimmt für den Saisonstart. An sich betreut er ein junges Team. Vier Jugendliche – Max Schesser, Josef Schwaller, Joschua Grünthaler, Niko Gugger – stießen zum Kreis der Erwachsenen. Mit Josef Schwaller kam mal wieder ein Torwart aus der Jugend heraus, was in Böbing so selten vorkommt, das man diese Notiz glatt mit einem Sternchen versehen müsste, scherzt der Coach.

Der 40-Jährige kennt sich aus im Dorf, auch wenn er erst 2007 nach Böbing kam. 2010 begann er, die Damen zu trainieren, es folgten diverse Jugendteams, die Reserve und die Erste Mannschaft. „Danach geht nur noch Alte Herren“, witzelt der Lizenztrainer. Der Weg dorthin ist noch weit, zumal „du mit den Jungen echt was aufbauen kannst. Ich weiß nur noch nicht wie“. Für die Hinrunde setzen sich die Funktionäre in Böbing deshalb keine sportlichen Ziele. Ein Platz im oberen Mittelfeld dürfte – wie in den Vorjahren – realistisch sein. Intern habe man beschlossen, „den Teamspirit zurückzubringen“. sagt Jaensch. Der Erfolg komme danach von ganz allein. Ob’s klappt, vermag nicht einmal der Coach zu sagen. „Das ist wie ein Blick in die Kristallkugel.“ ANDREAS MAYR

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