Umkämpfte Spiele und harte Zweikämpfe erst wieder nächste Saison: Sowohl der TSV Peißenberg (in weißen Trikots) als auch die EA Schongau richten den Blick auf die Spielzeit 2021/22. An einer möglichen Alternativrunde nach Ende des Lockdowns werden sie nicht teilnehmen.
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Umkämpfte Spiele und harte Zweikämpfe erst wieder nächste Saison: Sowohl der TSV Peißenberg (in weißen Trikots) als auch die EA Schongau richten den Blick auf die Spielzeit 2021/22. An einer möglichen Alternativrunde nach Ende des Lockdowns werden sie nicht teilnehmen.

Eishockey: Bayernligisten ziehen Konsequenzen nach Lockdown-Verlängerung

EA Schongau und TSV Peißenberg machen Schluss

  • vonRoland Halmel
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Seit Monaten sind die beiden Bayernliga-Vereine aus dem Landkreis zum Nichtstun verdammt. Jetzt ziehen der TSV Peißenberg und die EA Schongau die Konsequenzen.

Peißenberg – Am vergangenen Dienstag tagte in Berlin die Runde mit den Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das, was die Verantwortlichen am Ende des Tages verkündeten, überraschte nicht wirklich: Der ursprünglich auf 31. Januar datierte Lockdown wird bis Mitte Februar verlängert. Das hat auch Folgen für den Amateur-Eishockeysport.

Immer mehr Kommunen schließen ihre Eishallen – und sie machen sie in diesem Winter auch nicht mehr auf. Die Aussichten für die bayerischen Eishockeyspieler: mehr als düster. Die beiden Bayernliga-Vereine aus dem Landkreis Weilheim-Schongau, die EA Schongau und der TSV Peißenberg sind daher zu folgender Erkenntnis gelangt: Die Saison 2020/21, die im Grunde gar nicht richtig begonnen hatte, ist beendet.

Die Frage, ob man jetzt noch mal Eishockey spielt, hat sich erledigt.

Martin Resch, Teammanager der EA Schongau

„Die Frage, ob man jetzt noch mal Eishockey spielt, hat sich erledigt. Selbst wenn ab 14. Februar alles gut sein sollte, machen die Eishallen nicht ein paar Tage später wieder auf“, sagt Martin Resch, Teammanager der EA Schongau. Anders gesagt: Der Eishockey-Winter ist zu Ende. Zu der gleichen Erkenntnis kommen auch die Verantwortlichen in Peißenberg: „Für das Senioren-Eishockey ist es vorbei. Da bringt man jetzt auch keine Hobby- oder Pokalrunde mehr zusammen“, sagt „Eishackler“-Chef Norbert Ortner. „Ich kann die Saison aber nicht beenden, das muss vom Verband kommen“, so Ortner weiter. Wie der Rest der bayerischen Amateurvereine wartet er jetzt auf die offizielle Bestätigung durch den Bayerischen Eissport-Verband (BEV).

Dieser hatte in einem Schreiben von vergangener Woche an die Vereine noch geäußert, dass es noch einen Rest Hoffnung auf die Fortsetzung der Saison, in welcher Form auch immer, gebe. „Wohlwissend, dass es immer unwahrscheinlicher wird, einen geordneten Ligaspielbetrieb für all unsere Ligen durchführen zu können, erachten wir einen endgültigen Saisonabbruch zum jetzigen Zeitpunkt aber als das falsche Signal“, hatte BEV-Obmann Frank Butz in dem Schreiben geäußert.

Eishockey: Mehrere Vereine haben ihre Halle für diese Saison schon dichtgemacht

Die Klubs zeigten sich von den Ausführungen ihres Obmanns aber nicht überzeugt. Schon zuvor hatten die Zuständigen in Burgau, Bad Wörishofen, Geretsried und Miesbach das Eis abgetaut und die Hallen zugesperrt. Jetzt ist auch noch der ESC Kempten dazugekommen: Der Bayernliga-Aufsteiger aus dem Allgäu hat auf seiner Homepage mitgeteilt, dass er die Eiszeit für diese Saison beendet hat. „Nach einigen Wochen des Hoffens und Bangens ist es nun doch traurige Gewissheit: Die Kühlanlage im Kemptener Eisstadion ist ausgeschaltet“, schreiben die Verantwortlichen der „Sharks“. Bis zuletzt habe der Verein auf ein positives Signal der Politik gehofft, um „zumindest im Nachwuchsbereich wieder einen Trainingsbetrieb anbieten zu können“. Für die Kemptener ist es auch kein unerträglicher Zustand, nicht an einer als Alternative angedachten Spielrunde nach dem Ende des Lockdowns teilnehmen zu können: „Inzwischen haben auch viele andere Vereine kein eigenes Eis mehr zur Verfügung, sodass hier wohl sowieso keine vernünftige sportliche Runde zusammengekommen wäre“, schreibt der ESC auf seiner Homepage.

Eishockey: Peißenberg und Schongau richten den Fokus schon auf die Saison 2021/22

Auch bei den zwei Bayernligisten aus der Region stehen mittlerweile andere Dinge im Fokus. „Wir werden schauen, wie die Saison finanziell gelaufen ist“, sagt Martin Resch. Der Teammanager der EAS will demnächst Kassensturz machen. „Im September und Oktober hatten wir keine Einnahmen und nur Ausgaben. Unsere Sponsoren haben aber zu uns gehalten, deshalb werden wie die Spielzeit ordentlich überstehen, nicht zuletzt, weil wir in den Jahren davor gut gewirtschaftet haben“, ist Resch zuversichtlich, finanziell mit einem blauen Auge durch die Corona-Saison zu kommen. Sein Blick richtet sich indessen schon in Richtung kommende Saison. „Wir werden uns zusammensetzen und unter anderem das Hygienekonzept besprechen und Bilanz ziehen“, berichtet Resch, der zeitnah auch mit den Spielern sprechen will. „Normalerweise machen wir das im Frühjahr nach der Saison, aber das werden wir vorziehen“, sagt der EAS-Teammanager. „Wir sind von der Mannschaft überzeugt und versuchen, sie zusammenzuhalten“, so Resch. Nach Möglichkeit will er mit dem bisherigen Team weitermachen.

Eishockey: Geringe Hoffnung in Peißenberg, dass Sinan Ondörtoglu zurückkehrt

Auch bei den Peißenbergern beginnt schon jetzt die Personalplanung für 2021/22. „Wir machen nächste Woche eine Videokonferenz mit der Mannschaft, und dann beginnen die Einzelgespräche mit den Spielern“, berichtet Spartenchef Ortner, der jüngst mit dem Wechsel von Talent Sinan Ondörtoglu zum EC Peiting einen weiteren Abgang zu verkraften hatte. „Er will es höherklassig versuchen, und das kann ich ihm nicht verwehren“, so Ortner, der nur geringe Hoffnung hat, dass der Ausnahmestürmer wieder zurückkehrt. Dennoch blickt der „Eishackler“-Vorsitzende zuversichtlich in die Zukunft: „Wir planen jetzt erst einmal so, dass es im Oktober mit der Saison losgehen kann.“

Ähnliches gilt für die Schongauer, wobei Resch durchaus Probleme bei der einen oder anderen Personalie sieht. „Spannend könnte es werden, weil der eine oder andere durch die lange Pause vielleicht gemerkt hat, dass es auch ohne Eishockey geht und aufhört.“

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