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Weilheims Hoffnungen im Abstiegskampf ruhen auf einem serbischen Kraftpaket

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Von: Andreas Mayr

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Miljan Grujic (hier im Trikot des Drittligisten Oberhaching im Dezember 2019) wechselt von Bad Aibling zum TSV Weilheim.
Hat noch immer Lust auf Basketball: Miljan Grujic (hier im Trikot des Drittligisten Oberhaching im Dezember 2019) will mit seiner körperlichen Präsenz dem TSV Weilheim im Abstiegskampf der 2. Regionalliga helfen. © Andreas Mayr

Weilheims Basketballer erleben eine schwierige Saison. Ein namhafter Neuzugang soll helfen, dass diese Spielzeit doch noch ein glückliches Ende findet.

Weilheim – Der neue Mann hat sich am vergangenen Dienstag bei seinen künftigen Teamkollegen vorgestellt. Einige Weilheimer dürften sicher gestaunt haben, als sich der serbische Bär in der Halle aufbaute. Mit den Gardemaßen 2,06 Meter und 130 Kilogramm klassifizierte man Center Miljan Grujic. Der 35-Jährige schließt bei den Weilheimer Regionalliga-Basketballern eine Lücke, die mit dem Abschied von Florian Willkomm entstanden war – dem bis dato letzten echten Brettcenter des TSV. „Flo geht Weilheim ab, aber er darf auch in Rente gehen“, scherzt Trainer Darryl Millwood. Mit Miljan Grujic bekommt Weilheim eine Wand unter dem Korb und rüstet sich für den Abstiegskampf in der 2. Regionalliga, der an diesem Samstag mit einem Auswärtsspiel in Neumarkt startet.

Basketball: Austragungsmodus des Verbands stößt zunehmend auf Unverständnis

Trotz der erfreulichen Nachrichten beim TSV: Nichts und niemand kommt derzeit an Omikron vorbei. „Die Zahlen werden hochschießen“, so die Einschätzung von Millwood. Entsprechend skeptisch blicken auch die Weilheimer auf das kühne Vorhaben des Verbands, die gesamte Saison durchzuziehen. Wohlgemerkt, von 24 Partien haben die „Red Devils“ erst sieben bestritten. Schon jetzt reichen die Spieltermine bis Ende April. „Unvernünftig“ nannte Johannes Frühschütz, der befreundete Sportliche Leiter aus Murnau, das Vorgehen der Funktionäre. Hinter diese Worte stellt sich Millwood uneingeschränkt. „Ich glaube, dass Corona die Saison kaputt und uns einen Strich durch die Rechnung machen wird“, sagt der TSV-Coach.

Basketball: Verband geht nicht auf innovative Vorschläge ein

Vor allem versteht er nicht, warum die Liga-Leitung nicht auf die innovativen Vorschläge einging. Play-off- und Play-down-Turniere waren im Gespräch, die Auf- wie Absteiger ermitteln sollen. „Das wäre absolut in unserem Interesse gewesen“, betont Millwood. Die ganze Liga hätte sich des Termindrucks entledigt und in Ruhe solche Wettbewerbe planen und ausspielen können. So ist Weilheim gezwungen, Spiel an Spiel zu pressen. Ende Februar etwa tritt der TSV an einem Wochenende gleich an zwei Abenden hintereinander daheim an – so Corona will.

Basketball: Miljan Grujic wechselt aus Bad Aibling nach Weilheim

In der Regionalliga 1 hat die prekäre Lage ein erstes Opfer verlangt, womit sich nun direkt die Verbindung zu Weilheims Neuem spannen lässt. Der TuS Bad Aibling zog seine Mannschaft zurück, wodurch Miljan Grujic verfügbar wurde. Coach Millwood erfuhr über seine guten Kontakte, dass der Center weiter große Lust auf Basketball hat und lotste ihn nach Weilheim. „Der will einfach ein bisserl spielen, er ist kein Profi“, sagt Millwood über den 35-Jährigen mit interessanter Vita. Vor rund einem Jahrzehnt tauchte Grujic in München auf der Landkarte des regionalen Basketballs auf und führte den Multi-Kulti-Klub Hellenen München quasi im Alleingang aus den Niederungen bis in die Bayernliga. Nach seinem Wechsel bildete er gemeinsam mit dem Weilheimer Alexander Gotzler lange das Centerduo bei Viertligist Oberhaching, mit dem er 2019 als Meister in die Dritte Liga Pro B aufstieg. Eine Saison absolvierte er dort, fand aber kaum Zeit für Training, weil er beruflich wie familiär (drei Kinder) stark eingespannt ist. Also ging’s nach Bad Aibling, wohin er früher schon einmal einen einjährigen Ausflug unternommen hatte.

„Er balanciert unsere Mannschaft aus.

Weilheims Trainer Darryl Millwood über Neuzugang Miljan Grujic

Mit Miljan Grujic gewinnt Weilheim einerseits einen defensiven Anker, der den Korb zuverlässig beschützt, andererseits einen Arbeiter im Angriff, der mit seiner Wucht so manchen Ball im Korb unterbringen wird. „Er balanciert unsere Mannschaft aus“, sagt Millwood. Heißt: Nicht mehr die Thumser-Brüder oder Matthias Modrok müssen sich mit den Schwergewichten der Liga herumplagen. Das übernimmt fortan Grujic, während sämtliche Mitspieler auf ihre angestammten Positionen zurückrutschen. Zudem erhofft sich der Trainer, dass Grujic’ Strahlkraft seine Kollegen ins Training zieht. „Im Moment ist es schwierig, sie zusammenzukriegen“, berichtet Millwood. Zumal der Kader weiter schrumpft.

Basketball: Weilheim weiterhin mit kleinem Kader

Julius Dillmann und Sebastian Niederreiter haben beschlossen, dass ihnen der Hobbysport unter den aktuellen Bedingungen zu riskant ist. „Das respektiere ich“, betont der Coach, der die Entscheidung der beiden komplett nachvollziehen kann. Zwei weitere dürften für einige Spiele ausfallen: Philipp Brenner steckt im Prüfungsstress, Andreas Thumser kämpft nach wie vor mit Knieproblemen. Dafür entlastete Johnny Millwood den TSV, vor allem Aufbauspieler Alex Brem, der nicht selten 35 Minuten oder mehr auf dem Feld stand. „Die Gegner haben es sehr leicht gehabt“, so der Trainer mit Blick auf die vielen Ausfälle in den ersten Monaten der Saison. Nur gegen Neumarkt, den ersten Gegner im neuen Jahr, war Weilheim im Hinspiel mit komplettem Kader angetreten – und gewann. „Das erste und letzte Mal“, wie Millwood anmerkt. Und dennoch sieht er die Chancen auf den Klassenerhalt sehr groß, auch weil gerade die Partien gegen die Tabellennachbarn noch anstehen. „Das ist die absolute Motivation.“

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