Deutscher Vizemeister im Futsal: Philipp Ropers aus Dießen schaffte mit dem SSV Jahn Regensburg in Duisburg ein Top-Ergebnis.
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Deutscher Vizemeister im Futsal: Philipp Ropers aus Dießen schaffte mit dem SSV Jahn Regensburg in Duisburg ein Top-Ergebnis.

Ropers Topscorer bei Final-Turnier

SSV Jahn Regensburg-Futsal: Vizetitel ist „mehr, als wir erhofft hatten“

  • Phillip Plesch
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Im Interview mit dem neuen deutschen Vizemeister im Futsal Philipp Ropers spricht Letzterer über seine Erinnerungen an das Meisterschaftsturnier in Duisburg.

VON PHILLIP PLESCH

Duisburg – Philipp Ropers aus Dießen hat mit dem SSV Jahn Regensburg an der deutschen Meisterschaft im Futsal teilgenommen. Dabei zeigte der Nationalspieler (zwei Länderspiele) starke Leistungen, auch wenn es am Ende nicht zum Titel reichte. Im Interview spricht der 26-Jährige, beim Bayerischen Fußballverband unter anderem Koordinator der Eliteschulen, über das Turnier, seine Leistung und wie es weitergeht.

Herr Ropers, ein Hallenturnier im August, was war das für ein Gefühl?

Ich bin es gewohnt, ganzjährig Fußball und Futsal zu spielen. Die Futsal-Regionalliga läuft im Normalfall ja auch von September bis März. Anschließend wird dann von April bis Juni die deutsche Meisterschaft ausgetragen, je nachdem wie weit man kommt. Für mich hat es also keine große Rolle gespielt. Durch die lange Corona-Pause hatten wir außerdem Zeit, uns fünf Wochen vorzubereiten und waren es daher gewohnt, in der Halle zu spielen. Grundsätzlich war es natürlich ein tolles Gefühl, wieder mit der Mannschaft unter Wettkampfbedingungen zu spielen. Es war aber nicht irgendein Turnier, denn die deutsche Meisterschaft im Futsal wurde in Duisburg ausgespielt. Da die Saison im März aufgrund der Corona-Pandemie abgebrochen werden musste, wurde der Meister in einem Blitzturnier ermittelt.

Wie hat Ihnen dieses Format gefallen?

Das Format fand ich für die Umstände sehr gut. Der DFB hat an der Stelle tolle Arbeit geleistet. Das Turnier war sehr gut geplant und organisiert. Das ganze Format hat einen gewissen Charme, weil man innerhalb von vier Tagen vier Spiele hat, oder wenn man direkt fürs Viertelfinale qualifiziert ist eben drei Spiele in drei Tagen. Wenn man die Zeit hat, es zu verfolgen, ist es, denke ich, auch für die Zuschauer sehr interessant. Künftig wird man wohl trotzdem wieder zu dem Modus mit Hin- und Rückspielen über mehrere Wochen zurückkommen, weil es sportlich einfach fairer ist.

Sie sind mit dem SSV Jahn Regensburg bis ins Finale gekommen und unterlagen dort dem VFL 05 Hohenstein-Ernstthal mit 2:6. Wie schätzen Sie die Leistung der Mannschaft ein?

Der Finaleinzug war mehr, als wir uns erhofft hatten. Unser Ziel war das Halbfinale, da uns auch die Auslosung entgegenkam und wir zu Beginn eher schwächere Gegner hatten. Im Halbfinale gegen Sennestadt, seit Jahren eine der Top-Mannschaften mit vielen starken Spielern, haben wir alles aus uns herausgeholt und sind als Außenseiter nach einer sehr starken kämpferischen aber auch spielerischen Leistung ins Finale eingezogen. Im Endspiel war der Gegner dann klar besser und wir waren körperlich nicht mehr in der Lage, genug entgegenzusetzen. Alles in allem war es aber eine sehr gute Leistung, die auf eine gute kommende Saison hoffen lässt.

Insgesamt ist Futsal in Deutschland noch nicht so verbreitet. Wie war die Qualität bei dem Endturnier?

Die Qualität war insgesamt gut. Ich denke, das hat man auch an den vielen knappen Ergebnissen und einigen Verlängerungen gesehen. Meiner Meinung nach ist die Qualität in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen und wird es auch weiterhin tun.

Wie sah es mit den Hygienevorschriften aus? Wurden die Spieler wie bei den Feldfußballern auch auf Corona getestet?

Wir wurden nicht getestet, da es keine Pflicht gab und das auch mit sehr hohen Kosten verbunden gewesen wäre. Die Hygienevorschriften wurden vom DFB aber sehr genau ausgearbeitet und von allen auch penibel eingehalten. Beispielsweise gab es kein Einlaufen vorm Spiel und kein Abklatschen danach, die Trainer auf der Bank mussten die ganze Zeit eine Maske tragen und es wurde nicht gemeinsam in den Kabinen geduscht.

Kommen wir nun zu Ihrer persönlichen Leistung. Waren Sie damit zufrieden?

Ja, ich habe mich in der Mannschaft gut eingebracht. Mit vier Toren und sieben Vorlagen bin ich sogar Topscorer des gesamten Turniers geworden. Besonders wichtig war mir aber meine Leistung in der Defensive, weil das normalerweise nicht meine Stärke ist, ich aber versuchen wollte, der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen. Ich glaube, dass ich da in den meisten Situationen ganz gute Arbeit geleistet habe. Insgesamt war es also auch für mich persönlich ein erfolgreiches Turnier.

Im Finale durften Sie nicht mitwirken. Was war der Grund?

Das war natürlich sehr schade und bitter für mich, denn das Finale wäre eines der größten Spiele meiner Karriere gewesen. Grund war eine Sperre in Folge einer gelb-rote Karte aus dem Halbfinale, die aus Sicht aller Spieler und Trainer – auch der Gegner –, mit denen ich gesprochen habe, mindestens umstritten war.

Sie sind kein reiner Futsal-Spezialist, sondern beim MTV Dießen auch auf dem Rasen zu finden. Wie gelingt Ihnen die Umstellung?

Beim MTV Dießen spiele ich nun schon seit zwölf Jahren und bin derzeit Spielertrainer der Männermannschaft und Trainer der A-Junioren. Die Umstellung gelingt mir ganz gut. Es gibt natürlich einige Dinge, die man sowohl beim Futsal als auch beim Fußball braucht und andere Dinge, die sich unterscheiden. Ich versuche immer, mich ganz klar auf die Gegebenheiten einzustellen.

Ist die Futsal-Saison nun erst einmal vorbei oder wie geht es weiter?

Mit unserer Mannschaft in Regensburg haben wir jetzt drei Wochen Pause und starten dann Anfang September in die Vorbereitung auf die neue Saison, die Anfang Oktober losgehen soll. Die kommende Spielzeit ist gleichzeitig die Qualifikationssaison für die 2021 neu startende Futsal-Bundesliga. Für uns wird es also eine wichtige Saison, für die wir uns auf und neben dem Platz verstärken werden.

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