Kämpfen und Spaß haben: Die Haunshofener (in weißen Trikots, hier Kapitän Andreas Steigenberger im Pokalspiel gegen Hohenpeißenberg) haben trotz ihrer herausragenden vergangenen Saison keine Aufstiegsambitionen.
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Kämpfen und Spaß haben: Die Haunshofener (in weißen Trikots, hier Kapitän Andreas Steigenberger im Pokalspiel gegen Hohenpeißenberg) haben trotz ihrer herausragenden vergangenen Saison keine Aufstiegsambitionen.

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SV Haunshofen droht zum Start der Torwart-Notstand

  • Andreas Mayr
    VonAndreas Mayr
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Aufstiegsambitionen hat der SV Haunshofen nicht, wie Spielertrainer Korbinian Steigenberger sagt. Schon gar nicht mit einem kleinen Kader, der bei Verletzungen noch kleiner wird.

Haunshofen – Ihr Endspiel gegen Wielenbach haben sie nie bekommen. Doch nachtrauern werden die Haunshofener Fußballer dem verpassten Aufstiegsfinale in der A-Klasse 5 nicht. Die Relegation „wäre eine schöne Sache gewesen“, sagt Korbinian Steigenberger, der Spielertrainer des SVH. Mehr aber auch nicht. Nach dem coronabedingten Saisonabbruch war die Sache beim Tabellenzweiten schnell abgehakt. Kurz geärgert, kurz geschüttelt – und zurück zur Normalität.

SV Haunshofen ist wichtig, dass das Team Spaß hat

Wer sich dieser Tage bei Steigenbergers Kollegen nach Favoriten erkundigt, hört eigentlich nie den Namen Haunshofen – meist mit der Fußnote versehen „zu kleiner Kader“. Stört den Coach gar nicht, er sagt vielmehr: „Ich seh’s ähnlich.“ Der zweite Platz hat den Blick auf die Realität in Haunshofen nicht etwa verschoben. Sie wissen, wo sie hingehören. Die A-Klasse hält Korbinian Steigenberger für eine „gute Liga“. „Kreisklasse wäre wie Raisting in der Landesliga damals“, scherzt der 35-Jährige, der damals zum SVR-Team gehörte, das bis in die Bayernliga marschierte. Früher, vor etwa 30 Jahren, hat es einmal ein Haunshofener Team gegeben, das den Sprung in die damalige B-Klasse (heute Kreisklasse) packte. In diesem legendären Aufstiegsspiel gegen Tutzing, das erst im Elfmeterschießen endete. Steigenberger war als kleiner Stopsel am Platz in Pöcking dabei, ohne sich groß daran zu erinnern. „Das ist schon lange her, das waren andere Zeiten.“ Viel besser kann man nicht darstellen, wie außergewöhnlich ein Aufstieg für den kleinen Klub wäre.

Nach dieser seltsamen wie erfolgreichen Corona-Saison stehen beim SVH andere Ziele im Mittelpunkt. „Was wichtiger ist: Dass das Team zusammenfindet, eine geile Saison spielt und Spaß hat“, sagt der Trainer. Mit Sicherheit werde er nicht Platz eins oder zwei als Ziel ausgeben. „Wir müssen nicht aufsteigen“, stellt Steigenberger klar. Schon gar nicht mit einem Kader von 17 Mann, der nach einigen Verletzungen bereits kleiner wird. Das harte Programm der vergangenen Wochen hat seine Opfer gefordert. Vier Partien in acht Tagen mussten sie bestreiten, weil sie im Pokal überraschenderweise gegen Hohenpeißenberg siegten. Bis zum kommenden Sonnntag gegen den Nachbarn Bernried hat der Coach ihnen Zeit zum Erholen gegeben. In diesem prestigeträchtigen Duell braucht er dringend ein komplettes Team nach den Erfahrungen aus dem Herbst 2020. Haunshofen verlor in einem Spiel, für das das Adjektiv „hitzig“ noch untertrieben sein dürfte. „Ich hoffe, dass es diesmal ruhiger wird“, so Korbinian Steigenberger.

Offensiv ist SV Haunshofen gut aufgestellt

Ansonsten hat der Verband ein recht humanes Programm zum Auftakt ausgegeben. Erst am fünften Spieltag trifft Haunshofen auf Königsdorf, neben Erling-Andechs und Dießen einer der drei Vereine, „die es wissen wollen“, so Steigenberger. Offensiv verfügt der SVH über ähnlich viel, wenn nicht gar mehr Klasse. „Da sind wir super, das große Problem haben wir im Tor.“ Neuzugang Sebastian Worzfeld (davor DJK Penzberg) hat sich verletzt, Michael Günther ließ sich kürzlich am Meniskus operieren, Johannes Hoyer muss öfter mit der Bundeswehr ausrücken. Drei Torhüter sind für A-Klassen-Verhältnisse ein Luxus. Umso bitterer, wenn gleich alle ausfallen. Zur Not muss ein Feldspieler ran. Der Coach wird’s nicht sein. „Ich stelle mich nicht ins Tor.“ Einen zweiten Zugang hat Korbinian Steigenberger noch gewinnen können. Josef Popp, ein Außenstürmer, kommt aus Andechs. Dafür wechselte Andreas Tafertshofer nach Wessobrunn. Die Begründung in beiden Fällen: Sie wollten einmal was Neues sehen.

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