Meisterjubel: Die C-Junioren der SG Raisting/Greifenberg (v. v. l. Benedikt Jehle, Lenny Flesch, Samuel Lopes Viegas, Oliver Seehafer, Maxi Seifert, Benneth Geis, Jonathan Keller; Mi. v. l. die Betreuer Wolfgang Geis und Wolfgang Drexel, Michi Schmid, Paul Ecke, Luca Legrand, Johannes Salzmann, Lucian Mayer, Christoph Russnak, die Trainer Thomas Russnack und Christian Salzmann; h. v. l. Benedikt Beierle, Maxi Ostermeier, Korbinian Hibler, Stefan Reßler, Phillipe Freund, Enrico Fischer) gewannen alle elf Spiele. Nächste Saison spielen sie in der Bezirksoberliga.
+
Meisterjubel: Die C-Junioren der SG Raisting/Greifenberg (v. v. l. Benedikt Jehle, Lenny Flesch, Samuel Lopes Viegas, Oliver Seehafer, Maxi Seifert, Benneth Geis, Jonathan Keller; Mi. v. l. die Betreuer Wolfgang Geis und Wolfgang Drexel, Michi Schmid, Paul Ecke, Luca Legrand, Johannes Salzmann, Lucian Mayer, Christoph Russnak, die Trainer Thomas Russnack und Christian Salzmann; h. v. l. Benedikt Beierle, Maxi Ostermeier, Korbinian Hibler, Stefan Reßler, Phillipe Freund, Enrico Fischer) gewannen alle elf Spiele. Nächste Saison spielen sie in der Bezirksoberliga.

Kommende Saison spielen alle Jugendteams Kreisliga oder höher

Jugend des SV Raisting: Erfolgreiche Allianz vom Ammersee

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
    schließen

Die Kooperation der Nachbarn funktioniert so gut wie nie: Ab kommender Saison treten alle Jugendteams der Spielgemeinschaft aus Raisting und Greifenberg in der Kreisliga oder höher an.

VON ANDREAS MAYR

Raisting Aushängeschild der SG ist die C-Jugend, die ungeschlagen in die Bezirksoberliga aufgestiegen ist.

In diesem Sommer steht ein Jubiläum an, das eigentlich keines ist. Zumindest gibt es nichts zu feiern an diesem Jahrestag. Vor fünf Jahren hat der SV Raisting die JFG Ammersee West aufgelöst. Zuvor war der TSV Utting ausgestiegen. Er wollte seine Kinder nicht mehr mit Fokus auf Leistung trainieren lassen. Die JFG zerschellte an der Gretchenfrage, die praktisch jeden größeren Amateurklub einmal martert: Leistung oder Gaudi?

Der SV Raisting hat an seinem Weg des leistungsorientierten Jugendfußballs festgehalten. Er hat dazu die Allianz mit dem FC Greifenberg erneuert. Und siehe da: Fünf Jahre nach der Beerdigung der JFG steht das neue Konstrukt der doch etwas entfernten Nachbarn so gut wie nie da. Die U15 steigt ohne Niederlage in die Bezirksoberliga (BOL) auf, die U13-Teams fusionieren zur nächsten Saison und treten ebenfalls in der BOL an. Auch die A-Jugend möchte die Spielgemeinschaft in der Kreisliga melden. Das geht nach den neuen Corona-Regeln des Bayerischen Fußballverbands. „Wir wollen relativ hohen Jugendfußball bieten“, sagt Alexander von Schroetter, der sportliche Leiter im Jugendbereich. Bedeutet in seinen Worten: Minimum Kreisliga. Dieses Ziel ist erreicht. Aber: „Das Potenzial für BOL in allen Jahrgängen haben wir nicht.“ Oder sagen wir besser: noch nicht.

In den harten ersten Monaten nach dem JFG-Aus fürchtete sich das Umland vor von Schroetter und seinem Raubzug, wie man das etwas theatralisch nennen könnte. „Von Schroetter wildert“ – so sagt der Sportchef heute selbst dazu. In anderen Worten versuchte er, Fußballer aus der Umgebung für Raisting zu gewinnen, um die Löcher zu stopfen, die die Abkehr der Uttinger gerissen hatte. „Das ist vielen Vereinen sauer aufgestoßen“, weiß von Schroetter. Doch er habe seine Anwerbeversuche Zug um Zug zurückgeschraubt. „Ich wollte nicht hausieren gehen.“ Ihm half die „hervorragende Jugendarbeit“ des Kooperationspartners in Greifenberg. „Ich weiß nicht, wo sie die Kinder herziehen“, scherzt der sportliche Leiter.

Besonders die C-Jugend profitiert von der Vorarbeit des FCG. Der Jahrgang 2006 stieg bereits in der U13 als jüngerer seiner Altersklasse in die BOL auf. Zwei Jahre später verstärkten nun ein paar Raistinger die „Bombenmannschaft“. Darunter Korbinian Hibler, der beste Torjäger der Kreisliga-Saison mit 24 Treffern in elf Partien. „Die Leistungszentren schauen alle auf unsere Spieler“, weiß von Schroetter. Allein Hibler erhielt zuletzt verlockende Angebote aus Murnau, Geretsried und Kaufering. Doch die SG profitiert von der heimatverbundenen Ader Hiblers. Schon Papa Markus Hibler war einer der besten Kicker Raistings zu seiner Zeit. „Top Antritt, körperlich topfit“, so beschreibt Christian Salzmann seinen jugendlichen Torjäger.

Der langjährige Kapitän der Raistinger Herren-Mannschaft trainiert mit Wolfgang Drexl, Wolfgang Geis, Thomas Russnak sowie Torwartcoach Oliver Faltermeier die U15. Mit einem derartigen Lauf habe keiner gerechnet. Salzmann hielt sein Team für einen Top-Fünf-Kandidaten in der Kreisliga. Die SG gewann alle elf Spiele vor Corona und spielte vor allem schön – nicht hart. „Wir wollen Fußball spielen, nicht nur Fußball kämpfen“, betont Salzmann. Zwei der Taktikpfeiler besagen: So wenig Zweikämpfe wie möglich und maximal zwei Ballkontakte im Angriff. Diese Direktiven fördern zeitgleich den Teamgedanken. „Es war schon das eine oder andere Spiel dabei, das wir als Team gewonnen haben“, sagt Salzmann.

Schon allein wegen des breiten Stamms an talentierten Spielern es Jahrgangs 2006 wagt die SG den Sprung in die Bezirksoberliga. „Wir wollen das auf jeden Fall machen“, so Salzmann. Einige Eltern sehen den Aufstieg inklusive vieler langer Fahrten kritischer. Das war schon in der U13 so. Alexander von Schroetter versteht’s nicht ganz. Der Verein bietet einen Fahrdienst an, der die Kinder nicht nur ins Training, sondern auch zu Auswärtsspielen fährt. Diese kleinen Rädchen sind es, die die Kooperation zusammenhalten. Von Sportplatz zu Sportplatz sind es exakt 20 Kilometer oder 25 Minuten mit dem Auto. Müssten jeden Tag die Eltern Taxi spielen, wer weiß, ob das Projekt nicht gescheitert wäre. Mittlerweile verstehen sich die Kinder aus beiden Dörfern gut. „In kürzester Zeit war das top“, berichtet Trainer Salzmann. Anfang der Saison rufen und führen die Mannschaften alle Kicker zusammen. Schnellstmöglich soll sich verbinden, was für ein Jahr zusammengehört.

So läuft es erstmals auch bei der D-Jugend ab, die kommende Saison kooperiert. Ein paar Spieler fehlen noch, um das Niveau anzugleichen. Ein Torwart für die U13, zwei Feldspieler für die U15 - „wir sind gerade am Rekrutieren“, erklärt der Sportchef. Nicht mehr so aggressiv wie früher, sondern mit Sichtungscamps, zu denen Raisting und Greifenberg Talente aus der Umgebung einladen. Nebenbei bildet der Verein seine Trainer weiter, schickt sie auf Lehrgänge, organisiert Schulungen. „Die Zeit der Papis am Rand ist vorbei“, betont von Schroetter.

Stück für Stück wolle man die Jahrgänge nach oben kriegen. Am Ende sollen beide Klubs profitieren. Der FCG (mit den Herren derzeit A-Klasse) festigt sich in der Kreisklasse, Raisting erhält das qualifizierte Personal für höhere Ligen – das planen und wünschen sich die Macher. Wie lange das dauert, kann von Schroetter nicht abschätzen. In eineinhalb Jahren wird er 50. Bis dahin möchte er genug Leute um sich haben, um kürzer zu treten.

Noch ist sein Kalender voll. Für 5. September etwa hat er einen wichtigen Termin vermerkt. Die U17-Mädchen des FC Bayern kommen und treten gegen die C-Jugend an. Das Hinspiel endete 5:1. Für die SG Raisting, den BOL-Aufsteiger.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare