Ins Straucheln gekommen: Der TSV Peißenberg (in roten Trikots, hier Tobias Schmidt im Heimspiel gegen Kreuth) gewann beim Re-Start zwar in Ohlstadt, danach setzte es jedoch zwei Niederlagen.
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Ins Straucheln gekommen: Der TSV Peißenberg (in roten Trikots, hier Tobias Schmidt im Heimspiel gegen Kreuth) gewann beim Re-Start zwar in Ohlstadt, danach setzte es jedoch zwei Niederlagen. Die Vorbereitung auf die Rückrundesoll Mitte Februar starten

Überwinterung auf dem zehnten Tabellenplatz

Peißenberg-Coach Heringer fordert mehr Lautstärke auf dem Platz

  • vonChristian Heinrich
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Der Coach des TSV Peißenberg, Florian Heringer, sieht viel Verbesserungspotential bei seinem Verein. Sie stehen in der Kreisliga auf dem zehnten Tabellenplatz.

Peißenberg Es war die kürzeste Rückrunde, die Florian Heringer in seiner Fußball-Karriere bisher erlebt hat. „Bevor wir reingekommen sind, war es schon wieder vorbei“, stellte der Trainer des TSV Peißenberg fest. Am 20. September hatte sein Team den Spielbetrieb in der Kreisliga wieder aufgenommen, am Tag, als die Deutschen ihrer Einheit gedachten, war vorerst Schluss. Dazwischen liegen gerade 14 Tage, für die sich der Aufsteiger den gesamten Sommer hindurch vorbereitet hat. „Es war eine schwierige Situation“, räumt der Coach ein, wenn er die vergangenen Monate Revue passieren lässt.

Eigentlich fand er bei seiner Amtsübernahme in Peißenberg hervorragende Bedingungen vor. Die Abteilung ist sehr gut strukturiert, die zahlreichen Aufgaben sind auf mehrere Schultern verteilt, die Mannschaft ist jung und ehrgeizig. „Alle haben meinen Respekt“, lobte Heringer. Der Trainer war von Anfang an begeistert, wie engagiert sowohl die Ehrenamtlichen als auch die Mannschaft bei der Sache waren. Allerdings hatte er mit dem einen oder anderen Handicap zu kämpfen. Mit Johannes Jungmann (Sprunggelenk), Stefan Dietheuer (Sprunggelenk und Knie), David Horst (Knie) und Christian Kreutterer (Leiste) fielen vier Stammkräfte verletzt aus.

Verbesserungspotential beim TSV Peißenberg

Zunächst schien sich ihre Absenz nicht auf die Leistung der Mannschaft auszuwirken. Beim SV Ohlstadt erkämpfte sich der Aufsteiger einen 2:1-Erfolg. Doch dann setzte es in Kreuth (1:2) und gegen die DJK Waldram (1:4) zwei schmerzhafte Niederlagen. „Es sind schon einige Dinge dabei, die wir verbessern müssen“, sagt Heringer. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive vermisste er bei den Niederlagen die nötige Cleverness, wenn es darum ging, die eigenen Chancen zu verwerten oder die Möglichkeiten des Gegners schon im Ansatz zu verhindern. „Wann mache ich das Spiel schnell, wann langsam?“ Der Coach stellt diese zwei elementaren taktischen Fragen, die es zu beantworten gilt. Darüber hinaus monierte er die Art und Weise des Umgangstons. „Zu leise“ empfand er bisweilen den Auftritt seiner Elf.

Doch um die Kommunikation zu verbessern, hätte der Kreisliga-Neuling mehr Spielpraxis benötigt. Die war jedoch nicht zu bekommen, weil angesichts der Corona-Pandemie ein Spielbetrieb auf Abruf stattfand. Auf das Training hatte Corona fast keine Auswirkungen, sieht man einmal von dem Verdachtsfall vor der Partie gegen Lenggries ab, der sich jedoch als unbegründet erwies. „Ich habe das nicht als megagroße Gefahr gesehen“, berichtete Heringer. Er nahm die Atmosphäre, die bei den Einheiten herrschte, als unbekümmert wahr.

Heringer froh über die Lösung des BFV

Als problematisch erwiesen sich jedoch die Spiele. Ansprachen vor dem Anpfiff waren kaum möglich, weil die eigenen Fußballer, wie in Waldram geschehen, auf zwei Kabinen verteilt waren. Auch der obligatorische Kreis, um sich vor dem Anstoß noch auf die Begegnung einzuschwören, gehörte zu den Ritualen, die den Corona-Auflagen zum Opfer gefallen waren. „Ich war froh, als das Ganze von der Politik beendet wurde“, räumte Heringer seine Erleichterung ein, als sich die Bundesregierung endlich zu einer Lösung entschied, um die sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) kategorisch gedrückt hatte.

Da die Funktionäre weiterhin willens sind, auch im nächsten Jahr zwei Wettbewerbe parallel durchzuziehen, plant der Trainer, Mitte Februar mit der Vorbereitung auf den Rest der Rückrunde zu beginnen.

TSV Peißenberg mit neun übrigen Partien in der Rückrunde

Schließlich stehen für sein Team ab dem 20. März noch neun Begegnungen in der Meisterschaft an. Hinzu gesellt sich der Ligapokal, bei dem die Peißenberger dank der Quotientenregelung die K.o.-Phase erreicht haben. Nur zwei von eigentlich fünf vorgesehenen Spielen reichten dazu aus. „Es sind noch viele Punkte zu vergeben“, sagte Heringer, der fest mit dem Klassenerhalt rechnet. In der Tabelle der Kreisliga 1 überwintert sein Team mit 23 Punkten auf Rang zehn und damit einen Platz vor der Abstiegszone. Hinter dem TSV lauern mit Holzkirchen II und dem SV Polling zwei Konkurrenten, die nur zwei Zähler weniger als Peißenberg haben. Vor dem TSV befinden sich Waldram, Ohlstadt und Murnau, die jeweils 25 Punkte auf dem Konto haben, noch in Reichweite. „Es ist noch sehr eng.“ Wegen Corona wird das auch wohl noch ein Weilchen so bleiben. (Christian Heinrich)

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