„So stell’ ich mir das vor“: Peißenbergs Coach Florian Heringer (links) bei einer Übungseinheit mit der Mannschaft.
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„So stell’ ich mir das vor“: Peißenbergs Coach Florian Heringer (links) bei einer Übungseinheit mit der Mannschaft.

Vorbereitung während Corona

TSV Peißenbergs Heringer verrät: „Da fiel ich in ein Loch“

  • vonRoland Halmel
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Florian Heringer tritt die Nachfolge von Bodo Nusser beim TSV Peißenberg an. Der neue Coach setzt in der schwierigen Vorbereitung nicht auf Konditionseinheiten.

VON ROLAND HALMEL

Peißenberg – Rund eineinhalb Jahre machte Florian Heringer nach seinem Engagement als Coach beim Kreisklassisten BSC Oberhausen Pause, ehe er einen neuen Trainerjob antrat. Der 36-Jährige ist nun ein paar Kilometer weiter tätig – beim TSV Peißenberg. Dort trat er die Nachfolge von Bodo Nusser an.

Beim Kreisliga-Aufsteiger war die Vorbereitung im Frühjahr praktisch komplett absolviert, das erste Pflichtspiel im Jahr 2020 stand vor der Tür, ehe das Coronavirus alles über den Haufen warf. Heringer, der drei Spielzeiten lang bei seinem Heimatverein in Oberhausen an der Seitenlinie gestanden war, und sein neues Teams wurden zur mehrmonatigen Zwangspause verdonnert. „In den ersten Wochen nach dem Lockdown war die Motivation noch da, weil man dachte, es geht bald weiter, aber dann fiel ich schon in ein Loch“, bekannte Heringer.

Ende Mai, als die ersten Lockerungen kamen und Training in Kleingruppen wieder möglich war, hielt er sich mit einer schnellen Rückkehr ins Training noch zurück. „Wir haben erst mal ein freiwilliges Training angeboten, das gut angenommen wurde, und starteten erst Ende Juli richtig in die Vorbereitung“, berichtete Heringer, der sich vor der Übernahme des neuen Postens über die Peißenberger Truppe schlau machte. „Eine junge, willige Mannschaft, aber auch mit ein paar Routiniers, die ich auch brauche“, so Heringer. „Da reizte es mich, die weiterzuentwickeln.“ Um dies zu erreichen, legte er bei den bisherigen Einheiten vor allem Wert auf Technik- und Taktikschulung. „Ich schaue mehr auf die Inhalte, die ich entsprechend vermitteln will, nicht so sehr auf Konditionsbolzen“, sagt Heringer über seine Philosophie.

In den Testspielen will er mit seinem 20-Mann-Kader einiges ausprobieren. Ziel ist dann, dass seine Mannen erst ein Spielsystem und später dann auch ein zweites verinnerlichen und umsetzen können. Wobei er seinen Jungs auch durchaus Freiheiten lässt. „Ich möchte, dass alle flexibler werden“, lautet sein Credo.

Beweglich ist er auch selbst, was die Aufstellung betrifft. „Es gibt keine Stammelf. Jede Woche wird es eine Neue geben und jeder kann sich beweisen“, setzt er auf Rotation. Die Tabellensituation – die Peißenberger haben als Siebter der Kreisliga 1 sechs Punkte Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz – ist dafür durchaus geeignet. „Wir brauchen zwar noch ein paar Zähler zum Klassenerhalt, aber eigentlich können wir relativ entspannt sein“, sagt Heringer.

Wann die Peißenberger und auch alle anderen Fußballer in der Region wieder um Punkte loslegen dürfen, ist aber mehr denn je offen. Die bayerische Staatsregierung hat sich – anders als vom BFV erhofft – am Dienstag nicht dazu geäußert, wann Pflichtspiele für Amateurfußballer wieder erlaubt sind (wir berichteten). Heringer sagte dazu: „Wir brauchen endlich einen festen Starttermin oder eine Absage für dieses Jahr.“

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