Viel Stückwerk, wenig Glanz

- SVR unterliegt Grünwald in mäßigem Spitzenspiel 0:1

VON PAUL HOPP Raisting - Späte Ausgleichstore sind gewöhnlich eine Spezialität der Raistinger, doch sich stets darauf zu verlassen, kann auch nach hinten los gehen. Ein gutes Beispiel: Die 0:1 (0:0)-Heimniederlage am Samstag im Spitzenspiel gegen den TSV Grünwald. Erst in der Schlussphase wachten die Gastgeber so richtig auf, doch echte Torchancen blieben Mangelware. "Immer klappt es mit der Brechstange eben nicht", so SVR-Coach Charly Thalmeir.

Den Hauptgrund für die Niederlage sah er woanders: "Die Anfangsphase haben wir total verschlafen." Die Gäste präsentierten sich dagegen hellwach, setzten den SVR ordentlich unter Druck. Fast folgerichtig erzielten die Grünwalder das 1:0 (17.), wobei Vorlagengeber Klaus Dietz, einer der Besten seiner Elf, und Torschütze Nikola Novakovic, der aus fünf Metern nur einschieben brauchte, relativ unbedrängt im Strafraum agieren durften.

Die Raistinger fanden erst allmählich ins Spiel, das zwar temporeich, jedoch arm an BEZIRKSOBERLIGA spielerischen Glanzlichtern war. "Für die Zuschauer war es vielleicht nicht schön, aber beide haben diszipliniert gespielt und wenig zugelassen", so TSV-Coach Walter Werner. Das Grünwalder Tor erstmals in Gefahr brachte Jakob Weichart, der eine Flanke Jörg Riefers per Seitfallzieher übers Tor schoss (27.). Anschließend stand erneut Weichart im Strafraum in aussichtsreicher Position, sein Schuss jedoch wurde im letzten Moment abgeblockt (33.). Die beste Möglichkeit hatte Roland Krötz, der mit einer Direktabanahme nach einer Ecke von Andreas Baierl nur knapp am Lattenkreuz vorbei zielte (40.).

Nach dem Wechsel spielten die Platzherren engagierter, Konstruktives brachten sie aber kaum zustande. "Wir haben oft zu ungenau gespielt", bemängelte Thalmeir. Mit ein Grund dafür seien nicht zuletzt die Ausfälle von Christian Salzmann und Uli Greinwald gewesen. Die Grünwalder bestachen ebenfalls nicht durch herrliche Spielzüge, erarbeiteten sich aber immerhin einige Chancen. So hatte der SVR Glück, als Heiko Gretzki im Strafraum zu Fall kam, der Unparteiische jedoch weiterspielen ließ (59.). Anschließend zwang Gretzki Raistings Torwart Michael Gilg mit einem Flugkopfball zu einer Glanzparade (66.). Auf der Gegenseite prüfte Andreas Baierl nach einem Freistoß von Martin Frühholz Grünwalds Keeper (71.). Danach hatte der TSV gleich zweimal die Entscheidung auf dem Fuß: Erst traf Vincec Palokaj nur die Latte (76.), danach schoss Novakovic völlig freistehend am Tor vorbei (77.). "Da müssen wir einfach noch cleverer spielen und das Tor machen", so TSV-Coach Werner. "Mir war klar, dass Raisting am Schluss noch einmal kommt."

In den Schlussminuten bestürmte der SVR tatsächlich noch einmal das Tor der Gäste, doch blieb vieles Stückwerk. "Die Raistinger sind mit unserer Viererkette nicht so zurecht gekommen", meinte Werner. Fast wäre dem SVR noch der Ausgleich geglückt, als Weichart nach einer Flanke von Markus Hibler zum Schuss kam, doch Dietz rettete auf der Linie (88.).

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