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Wechsel zwischen Ligakonkurrenten: Denis Grgic verlässt SV Raisting Richtung Penzberg

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Von: Andreas Mayr

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Seine Tore werden Raisting fehlen: Denis Grgic erzielte in der vergangenen Saison in 21 Spielen 14 Tore.
Seine Tore werden Raisting fehlen: Denis Grgic erzielte in der vergangenen Saison in 21 Spielen 14 Tore. Foto: mayr © mayr

Ein Transfer, der zu Spannungen innerhalb der Bezirksliga Süd führen kann. Raistings Torjäger Denis Grgic wechselt zum Ligakonkurrenten FC Penzberg.

Penzberg/Raisting – Als ob die Oberland-Liga, zu der die Bezirksliga Süd nach dem Landesliga-Abstieg des 1. FC Garmisch-Partenkirchen und des SV Bad Heilbrunn sowie dem Aufstieg des TSV Murnau geworden ist, alleine nicht schon genug Zündstoff birgt: Mit seinem kurzfristigen Wechsel vom SV Raisting zum FC Penzberg schreibt Denis Grgic einen weiteren Subplot, der die Spannung in dieser Spielklasse nochmals erhöht.

Kurz vor Ende der Frist am 30. Juni schließt er sich dem Ligarivalen an, weil sich die private Situation von einem Tag auf den anderen verändert hat. Der Stürmer bekam eine Jobzusage vom Pharmariesen „Roche“, erster Arbeitstag ist am 1. August. Nachdem seine Freundin bereits in Penzberg wohnt, schaut sich der Peißenberger nun auch nach einer Wohnung dort um. Er habe vor, „meinen Lebensmittelpunkt nach Penzberg zu verlagern“, sagt Denis Grgic im Telefongespräch. In diese neue Situation hinein passte das Angebot des FCP natürlich blendend. „Ich ziehe alles auf einmal durch“, sagt der 23-Jährige.

Denis Grgic hatte beim SV Raisting bereits für kommende Saison zugesagt

Heikel ist der Wechsel aber aus einem anderen Grund. Denis Grgic hatte beim SV Raisting bereits für die anstehende Fußballsaison zugesagt. Im persönlichen Gespräch mit Trainer Johannes Franz warb er um Verständnis. „Es kam alles auf einmal“, sagt der Angreifer. Spielertrainer Johannes Franz tat sein Bestes, um Grgic doch noch umzustimmen. Erinnerte daran, dass er etwa seinen Bruder Sinan Grgic erst nach Raisting gelotst hatte. Doch Denis Grgic blieb bei seinem Entschluss, auch wenn er damit einen enttäuschten Klub aus Raisting hinterlässt, der nun ohne seinen zentralen Stürmer dasteht. „Mir tut’s sehr leid. Die Raistinger haben sehr auf mich gebaut. Klar sind die traurig und enttäuscht“, sagt Grgic. Schließlich baute gerade Trainer Franz auf seinen Stürmer, selbst in Phasen, als Grgic arg mit der Umstellung auf das Bezirksliga-Level zu kämpfen hatte. Im ersten Jahr gelangen ihm gerade drei Treffer in 18 Partien. Beim zweiten Anlauf waren’s 14 Buden und sieben Vorlagen in 21 Partien sowie die Berufung in die „Elf des Jahres“ beim Internetportal Fupa. So einen, zumal selbst gefördert, gibt keiner gerne ab.

Natürlich weiß Denis Grgic, dass er den Raistingern einen zusätzlichen Ansporn für das Landkreisduell – am 8. Oktober treffen die beiden Teams in Penzbergs erstmals aufeinander – geliefert hat. „Da werde ich es ziemlich schwer haben“, sagt der 23-Jährige. Zumal er als Zentrumsspieler direkt auf Trainer Johannes Franz, einen der besten Verteidiger dieser Klasse, trifft. Gegen das alte Team anzutreten, werde nicht einfach, sagt Grgic. Dennoch freut er sich auf die Spiele gegen seine Ex-Klubs, Raisting sowie Murnau. Zu den alten Kollegen beim TSV pflegt er noch ein gutes Verhältnis. „Ich hoffe, dass ich auch in Raisting noch gerne gesehen bin – wie in Murnau“, sagt er. Speziell mit Abteilungsleiter Michael Adelwart, einem seiner frühen Förderer, versteht er sich gut. Adelwart fragte ebenfalls nach, ob er sich nicht einen Wechsel vorstellen könne, bekam aber eine Absage.

„Da passe ich brutal rein“: Denis Grgic freut sich auf das Spielsystem in Penzberg

Denis Grgic stellt klar, dass er sich für einen neuen Weg entschieden habe – für die Penzberger Route. Mit Trainer Simon Ollert kam er vom ersten Treffen an bestens zurecht. „Seine Ansichten gefallen mir, es ist ein bisserl wie in Raisting.“ Ollerts Konzept sieht Fußball mit Teamgeist vor. „Da passe ich brutal rein.“ Allerdings legt er das Fußballspiel deutlich offensiver aus. Bei der Defensivmacht Raisting agierte Grgic stets als erster Verteidiger, was dem Team viele Erfolge einbrachte, aber die persönliche Torquote minderte.

Penzberg dagegen ist seit jeher als Offensiv-Mannschaft bekannt. „Ich denke, dass ich da viele Chance kriegen werde.“ Mit dem Neuzugang federt der FCP seine schweren Verluste im Angriff – Maximilian Berwein und Andreas Schneeweiß haben den Verein verlassen – ordentlich ab. Mit einem Blick auf die Kollegen, die er bislang nur als Gegner oder von Treffen neben dem Fußballplatz kannte, sagt er: „Die meisten Leistungsträger sind geblieben. Es kann nur bergauf gehen.“ Vergangenen Montag beim Auftakttraining lernte er sie erstmalig besser kennen. Zu sehen war da schon Grgics Motivation auf die neue Aufgabe: „Ich bin auf jeden Fall heiß.“ (Andreas Mayr)

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