Zitterpartie endet glücklich

- SVR schlägt Türk SV München 1:0 und blickt nach oben

VON STEFAN SCHNÜRER Raisting - So wild gestikulierend hatte man Charly Thalmeir schon lange nicht mehr gesehen. In der hektischen Schlussphase war zu beobachten, wie der Trainer des SV Raisting pantomimisch die Aktionen seiner Schützlinge begleitete. In der Tat: In dieser flotten Partie auf technisch hohem Niveau waren starke Nerven gefragt, am Ende wurde Thalmeirs Leidenszeit auf der Bank belohnt. Mit 1:0 (1:0) setzten sich die Seinen gegen den Türk SV München durch. Damit dürfen die Raistinger mit dem beruhigenden Gefühl in die Winterpause gehen, dass sie den Anschluss ans obere Tabellendrittel wieder hergestellt haben. Angesichts solcher Perspektiven fiel Thalmeir ein kollektives Lob an die Mannschaft auch leicht: "Jeder hat gebissen und alles aus sich rausgeholt." Oldie Jakob Weichart war es es vorbehalten, den Siegtreffer zu erzielen (36.).

Das kompakte und geschlossene Auftreten der Gastgeber, es war gegen die technisch überragenden Tür- BEZIRKSOBERLIGA ken am Ende Ausschlag gebend. Zwar berannten die Gäste in den letzten 20 Minuten fast ohne Unterbrechung das Raistinger Tor, so richtig gefährlich wurde es vor dem Gehäuse von Keeper Michael Gilg aber fast nie. Mit einer Ausnahme: Bei einem 20-Meter-Kracher des schussstarken Türken-Verteidigers Volkan Yaman bewahrte der Pfosten die Raistinger vor dem Ausgleich (71.). Zuvor jedoch hätte Marcus Widmann schon für eine Vorentscheidung sorgen können: Nach einem Sololauf in den Strafraum entschloss er sich, statt zu schießen noch einen weiteren Gegner auszuspielen. Unübersehbar die falsche Entscheidung: Nicht nur, dass eine hochkarätige Gelegenheit dahin war, Widmann bekam wegen einer Schwalbe auch noch die gelbe Karte zu sehen (60). Nicht recht viel besser erging es Tobias Hibler: Der wegen Sperren oder Verletzungen von nicht weniger als fünf Stammkräften neu ins Team gekommene Stürmer eilte fünf Minuten vor dem Ende allein auf Sani Issidou zu, schob den Ball auch am schwarzhäutigen Torhüter der Türken vorbei, doch dann kratzte ein Verteidiger der Türken den Ball noch von der Linie.

Auch in der ersten Hälfte galt der Grundsatz: Die Münchener spielten schön fürs Auge, die Raistinger dagegen effektiver. Die erste Chance verzeichnete Tobias Hibler, als er den Ball nach einer Hereingabe von Uli Greinwald nur knapp neben das Tor köpfte (6.). Wenig später klärte Keeper Issifou gegen Martin Frühholz (11.). Die Gäste tauchten nur ein einziges Mal Besorgnis erregend für Raistings Anhang vor Gilgs Kasten auf: Nach einer Yaman-Flanke segelte Ahmet Kösterli nur um Haaresbreite am Ball vorbei (25.).

Der Treffer von Weichart, diesmal als Libero eingesetzt, in der 36. Minute war nicht nur entscheidend, sondern herrlich herausgespielt obendrein: Nach einem Einwurf verlängerte Frühholz per Rückzieher, Weichart hämmerte das Spielgerät aus etwa fünf Metern unter die Latte.

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