Fest im Griff hatten Kapitän Florian Kappelsberger (li.) und sein SV Sachsenkam den SV Ascholding/Thanning um Florian Volz bei ihrem 6:0-Erfolg. Foto: rudi stallein

Debakel für den Tabellenführer

Absteiger SV Sachsenkam deklassiert den SV Ascholding/Thanning mit 6:0

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Ascholding/Sachsenkam – Man musste das Schlimmste befürchten, als Heinz Tochtermann an der Seitenlinie bayerische Flüche auspackte. „Zefix nochmal“ schimpfte der Ascholdinger Coach, weil seine Hintermannschaft kurz zuvor das 0:1 kassiert hatte und auf regennassem Rasen nach 20 Minuten augenscheinlich mächtig ins Rutschen geriet.

Fünf Minuten später erhöhte Kreisklassen-Absteiger SV Sachsenkam auf 2:0 – und die Gastgeber machten den Eindruck, als seien sie mit ihrem Latein bereits am Ende.

Zwei Mal hatte Bernhard Reiter die heimische Hintermannschaft düpiert. Nach einer halben Stunde gewährten die Gastgeber dem Sachsenkamer Torjäger erneut die freie Wahl – der Hattrick war perfekt. „Heute ist für uns alles daneben gelaufen“, stellte SVA-Coach Tochtermann nach Spielschluss fest und hatte schnell den Hauptgrund für das Debakel ausgemacht: „Wir haben die Nummer Neun einfach nicht in den Griff gekriegt.“

Die taktische Variante, den Torjäger von Florian Lang und Peter Poschenrieder nach dem Übergabeprinzip ausschalten zu lassen, hatte sich als klassischer Schuss in den Ofen erwiesen. Und die Strategie der Hausherren, den Gegner schon in dessen eigener Hälfte früh zu stören und so zu langen Bällen zu verleiten, spielte somit eher Sachsenkam in die Karten. Torhüter Andreas Sonner verlebte jedenfalls einen ruhigen Nachmittag, wirklich gefährlich kam nicht ein einziger Ball auf sein Tor. Auch nicht in der kurzen Drangphase nach Wiederbeginn, als sich die Gastgeber bemühten, mit einem schnellen Anschlusstreffer womöglich noch die Wende herbeizuführen. Mehr als ein Raunen unter den wenigen Regenschirmen am Spielfeldrand, als Makrutzki an einem Ball knapp vorbeirutschte (47.). Und dass Florian Volz den Ball den Pfosten knallte (60.), juckte kaum noch jemanden. Denn in der Zwischenzeit hatte Thomas Sonner bereits auf 4:0 erhöht.

Symptomatisch für das Durcheinander in der Abwehrreihe des Tabellenführers war das 5:0: Nach Zuspiel von der rechten Außenbahn konnte Reiter den Ball in Ruhe annehmen, sich drehen und weitgehend unbedrängt abschließen. Den Schlusspunkt setzte Peter Haberl per Elfmeter acht Minuten vor dem Ende. „Ich weiß, dass in meiner Mannschaft ganz schön viel drin steckt“, zeigte sich Trainer Andi Horwath vom Ausgang der Partie „nicht ganz so überrascht“. So klar habe man es jedoch nicht erwartet räumte der Gästetrainer mit verschmitztem Grinsen im Gesicht ein. „Aber der 3:1-Sieg unter der Woche im Derby in Hartpenning hat der Mannschaft Auftrieb gegeben.“  rst

SV Ascholding/Thanning – SV Sachsenkam 0:6 (0:3)

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 (20, 25., 30.) Reiter, 0:4 (57.) T. Sonner, 0:5 (69.) Reiter, 0:6 (82.) Haberl.

SVA: Donaubauer – Feger, Poschenrieder, Makrutzki, Hainz, Lang, von Jagemann, Lasch, Rieger, Tochtermann, Volz. Eingewechselt: Detter, Ketterl, Unterholzner.

SVS: A. Sonner – L. Kappelsberger, F. Kappelsberger, Haberl, T. Sonner, Schubert, Lukas, M. Kronawitter, F. Kronawitter, Pfatrisch, Urek. Eingewechselt: Würmseer.

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