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Punktgleich auf Platz zwei und drei kämpfen Pavlos Karamanos’ Olympic (Mitte) und die Fußball-Freunde um Kapitän Dominik Zelt (re.) um die Aufstiegsplätze.

Ist das die spannendste Liga Bayerns?

Aufstiegskrimi - Egling, dreimal Geretsried, Wörnsmühl und Weyarn im Titelkampf

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So spannend war das Saisonfinale in der Kreisklasse 2 selten: Zwei Spieltage vor Schluss haben noch sechs Teams die Chance auf die Meisterschaft.

Bad Tölz/Wolfratshausen – Die SF Egling-Straßlach führen das Feld an, mit einem Zähler Vorsprung vor den punktgleichen Teams Olympic Geretsried, FF Geretsried und SC Wörnsmühl (alle 43). Auch der Tabellenfünfte TuS Geretsried II (40) kann noch ins Aufstiegsrennen eingreifen. Genauso wie der TSV Weyarn (38), der mit einem Sieg im Nachholspiel beim abstiegsbedrohten SV Sachsenkam an der TuS-Reserve vorbeizöge.

Doch davon kann man nicht zwingend ausgehen. „Heuer kann in der Liga wirklich jeder jeden schlagen“, hat TuS-Coach Cem Acikbas als Hauptgrund für das „extrem spannende“ Finish ausgemacht. Recht geben ihm die „oft sehr unerwarteten Ergebnisse“. Etwas überraschend auch, dass er selbst ein Wörtchen oben mitreden darf. „Das Ziel war, uns so schnell wie möglich von unten abzusetzen“, sagt Acikbas, der das Team Mitte April übernommen hatte, als Stephan Leitner nach einem 0:6 in Helfendorf das Handtuch warf. Die TuS-Reserve war der einzige Klub, der zu Saisonbeginn den Aufstieg als Ziel ausgegeben hatte.

Die Fußball-Freunde, von vielen als Favorit gehandelt, vermieden es beharrlich, das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen. Auch als die FFG am 14. Spieltag zum ersten Mal die Spitze erklommen hatten, hielt man den Ball flach. „Das war eine realistische Einschätzung“, sagt Trainer Christopher Chvalina, der in puncto Understatement seinem Vorgänger Guido Herberth, der nach der Winterpause als Tabellenzweiter überraschend zurückgetreten war, nacheifert. „Es wäre vermessen gewesen, nach zwei Jahren Abstiegskampf den Aufstieg auszurufen. Mir ist es wichtiger, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die Mannschaft zu entwickeln“, beteuert der FFG-Coach. Aber auch er beobachtet inzwischen die Tabelle, wo sein Klub Platz nur noch drei belegt. „Wir hätten es gerne weiter in der eigenen Hand gehabt“, versichert Chvalina. „Trotzdem wollen wir in Helfendorf gewinnen, deshalb spielen wir Fußball.“

Noch in der eigenen Hand hat es Olympic, das nach fünf Wochen an der Spitze auf den zweiten Platz abgerutscht ist. Für die Griechen zählte zu Saisonbeginn nur der Klassenerhalt. „Das Ziel haben wir schon vor fünf, sechs Wochen erreicht“, sagt Kapitän Alexander Kutzmutz. „Alles andere ist ein Bonus.“ Seitdem arbeitete sich der Aufsteiger, dessen schlechteste Platzierung Rang elf war, beharrlich nach vorne. „Vielleicht ist uns zuletzt ein bisschen die Luft ausgegangen“, grübelt Kutzmutz, warum sein Team dreimal in Folge verlor. Dass sie trotzdem noch vorne dabei sind, passt zu den Kuriositäten dieser „sehr, sehr komischen Liga. Uns hatte niemand da oben erwartet, wir selbst auch nicht“, gesteht der Spielführer. „Aber als Spitzenreiter müsste man den Aufstieg eigentlich mitnehmen.“ Das darf die Konkurrenz als Kampfansage verstehen.

Kämpferisch gibt sich auch Herbert Mühr. „Die Meisterschaft wird erst am letzten Spieltag entschieden, aber wir haben die beste Ausgangsposition“, stellt der Coach der SFES fest. Wer vor der Saison diese Konstellation für die Eglinger, die in der Vergangenheit ein Abonnement auf das hintere Tabellendrittel hatten, vorausgesagt hätte, könnte nun einen dicken Gewinn aus dem Wettbüro abholen. Egling stand in 14 von 24 Spielen an der Spitze, dazu vier Mal auf Platz zwei und hat einen Durchhänger im Frühjahr schadlos überstanden. „Es fehlt allen Mannschaften etwas an Konstanz“, glaubt Mühr. Nutznießer waren seine SF, die mit dem 3:2 in Weyarn und gleichzeitigen Patzern der Konkurrenz wieder die Tabellenführung übernahmen.

Die wollen sie nicht mehr hergeben. „Wir wollen Meister werden, haben einen Punkt Vorsprung, und den wollen wir über die nächsten 180 Minuten retten“, betont Mühr. „Etwas anderes zu behaupten wäre Blödsinn.“

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