Das Tor, das den Klassenerhalt bedeutete: Thaddäus Jell (nicht im Bild) erzielt gegen Fürstenfeldbruck in dieser Szene das 3:2 für den BCF Wolfratshausen. Teamkollege Florian Scheck (li.) bejubelt den Treffer. foto: heinz richter

BCF-Joker Jell gelingt der Siegtreffer

BCF Wolfratshausen - Der BCF Wolfratshausen macht’s mit Köpfchen. Drei Standardsituationen bescherten den Farchetern beim 3:2-Erfolg über den SC Fürstenfeldbruck endgültig den Klassenerhalt in der Landesliga.

VON OLIVER RABUSER

Wolfratshausen – Auf sein Gefühl kann sich Michael Krentscher verlassen. Der Fußball-Abteilungsleiter des BCF berichtete nach dem Abpfiff, er wäre am Samstagmorgen mit einem guten Gefühl aufgewacht und hätte fest an ein Happy-End geglaubt. JFG-Vorsitzender Manfred Fleischer lag sogar beim Ergebnistipp richtig. Auch Andi Brunner strahlte über das ganze Gesicht und schnappte sich sofort eine Flasche süffiges Helles. Mit einem Abstieg wollte sich der Trainer nicht von der Kräuterstraße verabschieden. Jetzt hat das Bangen ein Ende gefunden.

Die Bilder zum Spiel

BCF Wolfratshausen gegen SC Fürstenfeldbruck

Allerdings ging es im Isar-Loisach-Stadion nicht den ganzen Nachmittag so lustig zu. Angst essen Seele auf, hieß es in der ersten Spielhälfte. Wie gelähmt präsentierten sich die Platzherren, von gelungenen Angriffen oder gar Torchancen konnte keine Rede sein. Brunner sprach von einer „sehr verkrampften“ ersten Halbzeit, wollte sich aber zuvorderst mit der erstklassigen Reaktion seiner Eleven nach dem Seitenwechsel beschäftigen. Dennoch sei erwähnt, dass sich Jakob Taffertshofer nach gut einer Viertelstunde bei einem diagonalen Flugball verschätzte, und Koray Altinay infolgedessen den Brucker Führungstreffer markierte. Es war offensichtlich, dass die Farcheter wackelige Knie hatten. An diversen Situationen habe man gesehen, so Brunner, „wie schwer es für die Spieler war“.

Dann griff der Coach nach dem Glück: Er brachte Thaddäus Jell und Florian Scheck in die Partie, stellte mit Marley Amanquah und Ludwig Huber auf zwei klassische Spitzen um. Der Garmischer Scheck war es dann auch, der den Ball mit dem Kopf erstmals über die Linie drückte. Einmal noch stellte sich Farchet selbst ein Bein, respektive einem in den Strafraum eingedrungenen Gästespieler. „Bist Du bescheuert, Taffertshofer“, entfuhr es Brunner bei dem sinnfreien Elfmeterfoul seines Manndeckers an Tobias Heinzinger. Wieder lag der Ballclub im Hintertreffen. Doch Taffertshofer wollte keinesfalls der tragische Held sein. Er schlich sich beim nächsten Eckball mit nach vorne, wartete am langen Pfosten auf das Eintreffen des Balles und drückte selbigen unbedrängt zum 2:2-Ausgleich in die Maschen.

Die Variante mit den weit gezogenen Eckstößen funktionierte prächtig. Auch beim dritten Wolfratshauser Heim-Tor schickte Michael Rauch den Ball ebenso dynamisch wie gezielt in die Mitte. Diesmal war „Theo“ Jell der Adressat – 3:2. Das Selbstvertrauen war zurück, es wurde lautstark dirigiert, gegenseitig angefeuert.

SCF-Trainer Roberto Fontana warf indes die durchaus berechtigte Frage, „wann kapiert ihr endlich, dass jeder Eckball an den langen Pfosten kommt“, in seine kickende Runde. Doch es war zu spät für taktische Anweisungen. Wolfratshausen stemmte sich gegen die langen Bälle der Brucker in Richtung Janis Crone und verteidigte mit Mann und Maus. Um 16.51 Uhr war es geschafft: Andi Brunner bekam von Jell einen Kübel Wasser übergegossen und die Mannschaft kurze Zeit später ihr wohlverdientes Frei- und Nichtabstiegsbier. Der BCF Wolfratshausen spielt also auch in der kommenden Saison in der Landesliga Süd.

BCF Wolfratshausen – Fürstenfeldbruck 3:2 (0:1)

BCF Wolfratshausen: Demmel - Akgül (79. Panholzer), Taffertshofer, Kasperek, Rauch, Amanquah, Kretzinger, T. Pföderl (46. Scheck), M. Pföderl, Huber, Lenz (46. Jell).

Tore: 0:1 (17.) Altinay, 1:1 (52.) Scheck, 1:2 (58.) Onyemaeke (FE.), 2:2 (61.) Taffertshofer, 3:2 (65.) Jell. – Gelbe Karten: Scheck; Ullmann, Crone. – Schiedsrichter: Martin Bruckmayer (TSV Altötting). – Zuschauer: 120.

Quelle: fussball-vorort.de

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