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Gut im Griff hatten die Farcheter um Wilson Onyemaeke (li.) und Anto Bonic in der ersten Halbzeit ihre Kontrahenten aus Memmingen. Doch nach dem Seitenwechsel geriet der BCF böse unter die Räder und verlor mit 1:5.

Vier Gegentore in Halbzeit zwei

BCF lässt sich auseinandernehmen

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Ein schier unerklärlicher Auftritt nach dem Seitenwechsel samt einer Vielzahl an selbst geschossenen Böcken sorgten für massiven Unmut bei Philipp Bönig.

Wolfratshausen – Der Cheftrainer des BCF Wolfratshausen ging nach der blamablen 1:5 (1:1)-Niederlage gegen den FC Memmingen II mit seiner Elf erstmals hart ins Gericht. Bei einer Wiederholung drohen wie auch immer geartete Konsequenzen. Eine ähnliche Leistung wie nach der Pause werde er „nicht noch einmal akzeptieren“, stellte der Coach klar.

Für Gesprächsbedarf während der Woche ist also in ausreichendem Maße gesorgt. „Es gibt genügend zu tun“, garnierte Bönig die Frage nach der Trainingsplanung mit einer Prise Sarkasmus. Bis Montag wird auch seine anhaltende Sprachlosigkeit verflogen sein. Für ihn sei es unerklärlich, wie man sich mehr oder minder grundlos „so auseinandernehmen“ lasse.

Fürwahr. Zur Halbzeit sprach wenig bis gar nichts für diesen Spielausgang. Farchet war gleich zu Beginn durch einen Kopfballtreffer von Basti Schnabel in Führung gegangen (5.). Dominik Kurija hatte präzise vorbereitet. Der Ausgleich (16.) war ein Beweis für die Arglosigkeit bei ruhenden Bällen, längst aber noch kein Anzeichen für die spätere Selbstaufgabe. Die Mannschaft sei „nicht wach“ bei Standards, monierte Bönig. Pech hatte Schnabel bei einem Knaller ans Lattenkreuz. Dann folgte der zweite, peinliche Akt des Nachmittags. Bönig pickte sich exemplarisch eine Szene heraus, in der den Gästen ihr 2:1 aberkannt wurde, weil der Ball noch nicht freigegeben war. „Da schon hätten wir merken müssen, was los ist“, meint der BCF-Coach. Das taten seine Mannen aber nicht. Im Gegenteil: Sie wurden immer schludriger in ihren Aktionen. Man habe die Gegentore „wieder einmal selbst vorbereitet“, merkte der 38-Jährige süffisant an. Es wurde zu wenig energisch nachgelaufen, zu inkonsequent in die Zweikämpfe gegangen. Bei diversen Spielern haben „Körpersprache und Einstellung“ nicht gepasst. Ganzheitlich geißelte Bönig die fünfte Heimpleite als „herben Rückschlag“. Vor allem, weil seine Kicker „keine Stabilität“ in ihre Leistungen bekämen.

Nach der Ampelkarte gegen Kerem Tokdemir beim Stand von 1:3 brachen alle Dämme. „Wir haben das Spiel abgeschenkt, das ärgert mich ungemein“, schnaubte der Trainer. Man könne ein Spiel verlieren, aber die Art und Weise spiele in die Wertung mit hinein. „Das kann man vernünftig zu Ende spielen“, betonte der Übungsleiter merklich konsterniert. Auffällig: Die Mannschaft versagt in erster Linie bei Heimspielen. Über die Ursachen kann man allenfalls rätseln. Sicher kein Grund war die einmal mehr sehr begrenzte Zahl an Augenzeugen. Denn die etwa 95 Anwesenden nahmen den offenkundigen Abgesang der Farcheter Kicker leidenschaftslos hin.

BCF Wolfratshausen – FC Memmingen II 1:5 (1:1)

Tore: 1:0 (5.) Schnabel, 1:1 (16.) Weiler, 1:2 (64.) Sirch, 1:3 (70.) Bewanda, 1:4, 1:5 (78.,89.) Maier.

Schiedsrichter: Richard Conrad (FC Aschheim). – Gelbe Karten: Onyemaeke, Shalay, Tokdemir, Bonic (alle BCF). – Gelb-rot:Tokdemir (BCF/74., wiederholtes Foulspiel). – Zuschauer: 95.

BCF:Radic – Kurija, Hummel, Onyemaeke, Bonic, Shalaj (80. Askovic-Mittermeier), Lehr, Reitl (56. Zander), Kaygisiz (69. Cakir), Tokdemir, Schnabel

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