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Krisensitzung beim BCF Wolfratshausen nach Penzberg-Klatsche: „So kann man nicht auftreten“

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Von: Oliver Rabuser

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Erst Monolog, dann Dialog: Trainer Heinz Tochtermann (2. v. re.) redete den BCF-Kickern ins Gewissen.
Erst Monolog, dann Dialog: Trainer Heinz Tochtermann (2. v. re.) redete den BCF-Kickern ins Gewissen. © Oliver Rabuser

Beim BCF Wolfratshausen herrscht nach der Klatsche gegen Penzberg Krisenstimmung. Trainer Tochtermann richtete einen klaren Appell an seine Mannschaft.

Wolfratshausen – Es war eine bizarre Momentaufnahme. Während sich das Nonnenwaldstadion relativ zügig nach dem Schlusspfiff leerte, Penzbergs Fußballer ohne Überschwang auf ihren ersten Saisondreier anstießen, sammelte sich abseits dieser Szenerie ein Häufchen grün beleibten Elends nebst zweier fassungsloser Trainer.

Es war nicht primär das Ergebnis von 0:5, das der Delegation des BCF Wolfratshausen so viel Leid bereitete. Vielmehr war es der Auftritt des Farcheter Bezirksligisten an sich, der unmittelbar Beteiligte und die wenigen mitgereisten Fans gleichermaßen schmerzte. „So kann man nicht auftreten“, brachte es Trainer Heinz Tochtermann sogleich auf den Punkt. Immerhin hatte Penzberg gerade mal einen Zähler mehr auf dem Konto – und dennoch lagen Welten zwischen beiden Teams.

BCF Wolfratshausen: Nach Penzberg-Klatsche - Aussprache zwischen Trainerteam und der Mannschaft

Der BCF-Coach richtete sich mit einer Mischung aus Appell und Verständnis an die Mannschaft. Zunächst im Monolog, weil seine Kicker die Abfuhr auf dem Platz auch erst sacken lassen mussten. Allmählich aber mehrten sich die Wortmeldungen aus der Runde. Unter anderem mit der bekannten Erkenntnis, dass die Trainingsbeteiligung um einiges besser sein könnte. Doch saß der Stachel bei einigen Kickern so tief, dass sie ihr Herz ausschütteten. Armin Herbert etwa, hauptamtlich Keeper, doch mangels Alternativen für 37 Minuten als offensiver Feldspieler eingesetzt, versuchte die Kollegen bei der Ehre zu packen. „Ich würde auch lieber mit Frau und Kind ins Schwimmbad gehen“, kritisierte der 27-Jährige die Einstellung einiger Teamkameraden.

Emir Kukrica indes ließ mit seinem Einwand aufhorchen, es würde ständig vermeldet, dass aus der aktuellen Elf ohnehin keiner mehr großartig drankommt, wenn der Kader wieder komplett ist. Dem widersprach Co-Trainer Leo Fleischer umgehend. Auch Tochtermann blockte via Geste ab.

BCF Wolfratshausen vor Endspiel im Derby gegen Landesliga-Absteiger SV Bad Heilbrunn

Tatsächlich aber war die Rede davon, dass sich in der momentanen Situation auch diejenigen für die Stammelf empfehlen könnten, die nicht oben auf der Liste stünden. Doch wie auch immer – aufgedrängt hat sich in Penzberg niemand. Der Umbruch in der Farcheter Mannschaft könnte sich also im ungünstigen Fall über die gesamte Spielzeit ziehen – Ergebnis ungewiss. Ziel ist es also letztlich, die nötige Anzahl an Punkten zu sammeln, um den Worst Case, sprich Abstieg, zu vermeiden.

Am kommenden Sonntag beim Landesliga-Absteiger SV Bad Heilbrunn sind die Flößerstädter also mehr denn je gefordert. Aber auch wieder besser aufgestellt: Die etatmäßigen Außenverteidiger stehen wieder zur Verfügung, Kapitän Ralf Schubnell sitzt erstmals auf der Bank und idealerweise kann auch Jona Lehr – er gilt als unverzichtbar, auch wenn der Badener das selbst bisweilen anders sieht – mitwirken.

Tochtermann hofft jedoch nicht nur auf eine personelle Verbesserung: Er wünscht sich von so manchem Kicker 20 bis 40 Prozent mehr Energie und Willen auf dem Platz – zumal im anstehenden Derby. (Oliver Rabuser)

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