Der FC Kochelsee Schlehdorf um den Vorsitzenden Klaus Ellert verzichtet bislang sogar auf Testspiele.
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Der FC Kochelsee Schlehdorf um den Vorsitzenden Klaus Ellert verzichtet bislang sogar auf Testspiele.

Stimmen aus Bad Tölz zu Re-Start und Online-Voting

BFV-Abstimmung „höchst manipulativ“ - Re-Start eine „never ending story“

  • vonEwald Scheitterer
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  • Rudi Stallein
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Die Staatsregierung lässt mit ihren jüngsten Entscheidungen einen baldigen Restart in weite Ferne rücken. Der Re-Start spaltet Vereine in und um Bad Tölz.

Tarkan Demir (Trainer SC Rot-Weiß Bad Tölz): „Manche Entscheidungen der bayerischen Politik sind nicht mehr nachvollziehbar. Ich dachte, wir sind alle Deutsche. Doch da hängt die Gleichbehandlung ziemlich schief. Zudem sehe ich keinen großen Unterschied, ob Freundschafts- oder Punktspiele ausgetragen werden. Dass die Gesundheit Vorrang hat, ist selbstverständlich, aber dennoch sollte gleiches Recht für alle gelten. Nachdem wir jetzt die zweite Vorbereitungsphase in diesem Jahr hinter uns haben, fragen sich viele: Macht das überhaupt noch Sinn.“

Willi Link (Trainer TSV Benediktbeuern): „Es ist zwar ein bisschen blöd, aber es bleibt wohl nichts anderes übrig, als zu klagen. In anderen Bundesländern spielen die Amateure ja schon. Auch finde ich es gut, dass der BFV hierbei die Vereine mit einbezieht. Wieder alle hinzuhalten und um weitere zwei Wochen verschieben ist untragbar. Hoffentlich wird endlich ein Schlussstrich gezogen, und es gibt eine Lösung. Wir haben doch bereits ein super Hygiene-Konzept und das funktioniert auch gut. Und gegen die Zuschauer, die außerhalb des Felds am Zaun stehen, können die Vereine ja nichts machen.“

Thomas Angermeier (Trainer SV Wackersberg-Arzbach): „Wir haben freiwillig auf alle Testspiele verzichtet. Auf freiwilliger Basis Fußball spielen ist okay, wenn jeder selbst entscheiden kann, ob er sich dem Risiko aussetzen will oder nicht. Aber ich wehre mich gegen die Pflichtspiele, wo ich nach dreimaliger Absage absteigen muss. Ich denke es gibt derzeit wichtigere Dinge, als den Spielbetrieb im Amateur-Fußball. In Sachen Gesundheit bin ich lieber zu vorsichtig als zu leichtsinnig. Die jüngste BFV-Veröffentlichung mit dem Abstimmungsvorschlag halte ich für höchst manipulativ. Ich halte nichts von einer Klage, man sollte in Corona-Zeiten das Ganze einfach so akzeptieren wie es ist.“

Klaus Ellert (Vorsitzender FC Kochelsee Schlehdorf): „.Wir müssen uns erst einmal nach der neuen Lage sortieren, ehe wir abstimmen. Ich kann die BFV-Argumentation zwar nachvollziehen, aber insgesamt passen die Regelungen einfach nicht. Selbst die bekannten Hygiene-Vorschriften sind in vielen Punkten nicht eindeutig. Wir jedenfalls machen derzeit keine Testspiele und sind eher in Lauerstellung auf was da kommt.“

Christian Feirer (Vorstand FSV Höhenrain): „Ich stimme auf jeden Fall zu, dass sie die Klage machen. Weil wir einfach spielen wollen. Ob das der richtige Weg ist, sei dahingestellt. Aber langsam müsste sich schon mal was bewegen. Wir trainieren jetzt seit sechs Wochen, das sollte nicht ganz umsonst gewesen sein. In den höheren Ligen mag es schwieriger sein, aber auf unseren Plätzen sollte man Abstand wahren können. Anderswo geht’s doch auch. Das müsste auch die Politik in Bayern mal kapieren, dass man ein bisschen lockerer damit umgehen kann. Auch wenn wir Fußballer sicher nicht die Wichtigsten sind.“

Walter Lang (Trainer SV Bad Heilbrunn): „Der BFV ist offensichtlich nicht fähig, eine klare Linie zu finden. Mit der geplanten Umfrage will er sich hinter seinen Vereinen verstecken und die dann an den Pranger stellen. Nach meiner Meinung hätte der Verband schon viel früher ein vernünftiges Gespräch mit der Regierung führen müssen, um eine Lösung zu finden. Den Saison-Re-Start auf Oktober zu verschieben, macht jedenfalls keinen Sinn. Dann sollte man es für heuer ganz bleiben lassen.“

Ibro Filan (Abteilungsleiter TuS Geretsried): „Das ist doch eine Never Ending Story. Ich weiß nicht, wie lange man Trainer und Spieler noch motivieren kann. Wenn wir nicht spätestens Anfang Oktober spielen können, dann macht’s dieses Jahr keinen Sinn mehr. Noch mal verschieben, darf nicht sein. Alle 14 Tage auf irgendwas zu warten, das ist es, was die Leute verrückt macht. Rechtlich dagegen vorzugehen, sehe ich trotzdem kritisch. Deshalb hätte ich eine Bitte an Herrn Söder und seine Leute. Sie sollen klare Kante zeigen und von mir aus entscheiden: Heuer wird nicht mehr gespielt. Dann regen sich die meisten erst mal auf – wir auch – aber dann weiß man, woran man ist. Und im kommenden März können wir wieder anfangen.“ esc/rst

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