Ein Torjäger, auf den Verlass ist: Zwei der fünf Farcheter Tore gegen den 1,FC Sonthofen gehen auf Werner Schuhmann (re.). In dieser Szene setzt sich der 22-jährige Lenggrieser gegen den Allgäuer Benjamin Müller durch. Foto: lippert

Doppelte Vaterfreuden, fünffacher Torjubel

Wolfratshausen - Der BCF Wolfratshausen zeigte beim 5:0-Erfolg über den 1.FC Sonthofen eine optimale Reaktion auf den jüngsten Ausrutscher und bot seinen Zuschauern höchst ansehnlichen Landesliga-Fußball.

Freunde des gepflegten Offensivfußballs waren am Sonntagnachmittag im Isar-Loisach-Stadion gut aufgehoben. Die Brunner-Elf war von der ersten Minute an bemüht, Akzente zu setzen und die Partie zu dominieren. FC-Tormann Michael Liebherr musste äußerst wachsam sein, um einen frühen Rückstand zu vermeiden. Volkan Yurdabaks Flachschuss tauchte der Schlussmann aus dem bedrohten Eck, und bei Werner Schuhmanns Heber hatte Liebherr Glück, dass der Lenggrieser dem Ball zu wenig Geschwindigkeit mit auf den Weg gab.

Wolfratshausen spielte variabel, war durch viele Seitenwechsel schwer auszurechnen für den Widersacher aus dem Allgäu. Der hatte im gesamten Match nur zwei Tormöglichkeiten, einen Hochkaräter durch Marc Penz beim Stand von 0:0 und der zwischenzeitlichen Ausgleichschance, als Florian Pflugs Kopfballablage im Zentrum keinen Abnehmer fand.

Anders die Farcheter. Da passte Manuel Pratz so präzise in die Mitte, dass Max Thurnhuber nur noch den Schlappen hinhalten musste. Dieser Treffer fiel Sekunden vor dem Pausenpfiff und war bereits der zweite Erfolgsmoment für die Kicker von der Kräuterstraße. Nach einer halben Stunde war nämlich Werner Schuhmann nach dem neunten Eckball frei zum Abschluss und zum 1:0 gekommen. Für die Tore sorgten also die üblichen Verdächtigen. Schuhmann und Thurnhuber, die mit sieben beziehungsweise vier Treffern in der internen Torjägerliste ihren Mitspielern immer mehr enteilen. Schuhmann legte sogar seinen achten Streich hinterher. Bei einem Konter schnappte sich der Goalgetter den Ball an der Mittellinie, nahm mehr Fahrt auf als sein Gegenspieler und erklärte den folgenden Abschluss zur Formsache.

Die Frage nach der Torgefahr der übrigen BCF-Protagonisten beantwortete Karl Murböck. Am vergangenen Freitag um 08.20 Uhr hatten seine Zwillinge Karl jun. und Michael das Licht der Welt erblickt. Mit der für Vaterfreuden bei Fußballern typischen Schunkelbewegung feierte der Kapitän seinen Kopfballtreffer zum 4:0. Ein wenig von seiner Verantwortung auf dem Platz durfte Murböck anschließend abgeben. „Komm raus Langer, schon Dich für zu Hause“, klatschte Andi Brunner seinen Capo ab. Sonthofen fand zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr statt.

„Wir haben über 90 Minuten sehr diszipliniert gespielt“, lobte Brunner die Umsetzung auf dem Platz. „Alles was wir uns vorgenommen haben, haben wir erreicht.“ Sein Kollege rätselte derweil an einer Lösung für die kommenden Aufgaben. „Es gab im August größere Verletzungssorgen bei uns. Wir haben seit drei Spielen kein Tor mehr geschossen. Die Spieler haben eine Blockade“, klagte Alexander Methfessel. In keinster Weise gehemmt wirkte indes Manuel Pratz, der kurz vor Spielende zum 5:0-Endstand abstaubte und bei Brunner ein bislang nicht erreichtes Maß an Zufriedenheit hervorrief. „Nach vorne spielen wir inzwischen einen sehr ansehnlichen Fußball.“

Oliver Rabuser

Auch interessant

Kommentare