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BCF: Tag eins im Abstiegskampf

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Spätestens mit der Niederlage in Eichstätt sind Farchets so stark in die Saison gestarteten Fußballer (Mitte Lamine Guèye) sportlich in Schieflage geraten. Auch Coach Andreas Brunner spricht nun ganz offen vom Abstiegskampf.

BCF Wolfratshausen - Es kam schlimmer als es der größte Pessimist für möglich gehalten hatte. Die 0:6-Niederlage beim VFB Eichstätt beschert dem BCF Wolfratshausen ein Weihnachtsfest mit dem bittersüßen Beigeschmack des bevorstehenden Abstiegskampfs.

Die Betrachtung des Tabellenbildes lässt Interpretationsspielraum. Als aktuell Neunter der Landesliga Süd wähnt man den BCF Wolfratshausen in keiner unmittelbaren Gefahr. Die Tücke aber liegt im Detail. Die Kellerkinder sind den Farchetern nun ordentlich auf die Pelle gerückt. Zudem hat der BCF eine Partie mehr ausgetragen als die Mehrzahl der Konkurrenten. Die Warnung von Trainer Andreas Brunner ließ folglich an Deutlichkeit nichts missen: „Wir stecken jetzt mitten im Abstiegskampf.“

Dem aus Wolfratshauser Sicht unglücklichen Last-Minute-Ausgleich in der Vorwoche folgte in Eichstätt eine kapitale Pleite. Es gibt unterschiedliche Legenden, warum den Eichstättern der Ortsneckname „Sausackschleifer“ anheftet. Das Schlachtfest vom Samstag könnte als Grund neu in die Liste aufgenommen werden. Auf dem tiefen, sumpfigen Rasen der Bischofsstadt konnte sich der Ballclub zu keiner Zeit aus der Rolle des wehrlosen Opferlamms befreien. Brunners Niedergeschlagenheit war hörbar. Wenngleich er seine Wortwahl nach der Partie wohl bedachte, konnte er seine Verbitterung nicht verhehlen: „Wir standen von Beginn an auf verlorenem Posten.“ Dem 44-Jährigen fehlte jegliches Verständnis für seine Mannschaft, die in einem so bedeutungsvollen Match derart mängelbehaftet aufgetreten war.

Die Bilder des Spiels

Die Niederlage gegen den Vizemeister des Vorjahres war bereits vor dem Seitenwechsel eingetütet. Ein Patzer von Michael Rauch vor dem 0:1, ein unglücklicher Muskelfaserriss von Ramazan Akgül mitten im Laufduell mit dem dreifachen Torschützen Markus Hörmann und eine schlechte Zuordnung in einer Standardsituation – schon war es vorbei mit jeglichen Hoffnungen der Farcheter Kicker auf einen Punktgewinn.

„Die drei ersten Tore waren von unseren Unzulänglichkeiten begleitet“, monierte Farchets Übungsleiter und stellte die erste Spielhälfte unter das Motto: „Jeder Schuss ein Treffer“ für die Gastgeber, die bei frostigen Temperaturen die notwendige Einstellung gefunden hatten – anders als ihre Gäste. Kurz vor dem Pausenpfiff rappelte es dann zum vierten Mal hinter dem bedauernswerten BCF-Keeper Franz Demmel. Der VfB war „bis an die Zähne bewaffnet und flog in jeden Zweikampf“, meinte Brunner. Seine Mannschaft habe „nicht entsprechend dagegenhalten können“.

Oft filtert der Wolfratshauser Trainer ja auch etwas Positives aus einer Niederlage seiner Truppe. Dieses Mal nicht, zu eindeutig waren am Samstag die Verhältnisse. Es gebe an dem „verdienten Sieg“ des VfB nichts zu beschönigen. „Eichstätt profitierte von unseren haarsträubenden Fehlern.“

VfB Eichstätt – BCF Wolfratshausen 6:0 (4:0)

Tore: 1:0 (8.) Hackner, 2:0 (21.) Zengerle, 3:0 (40.) B. Schmidramsl, 4:0, 5:0, 6:0 (45., 52., 71.) Hörmann.

Schiedsrichter: Tobias Weinzierl (Gammelsdorf).

Zuschauer: 250

BCF Wolfratshausen: Demmel – Akgül (22. Kasperek), Linder, Taffertshofer, Rauch (30. Scheck), Panholzer, T. Pföderl, Jell (60. Guèye), Pratz, Amanquah, Fischer.

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