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Gab’s beim Lenggrieser SC nicht oft zu sehen: Der Kreisligist kassierte nur eine Rote Karte.

Die etwas andere Platzierung der Landkreisteams

Höhenrain Spitzenreiter der Fairnesstabelle - Bad Tölz Schlusslicht

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Wer stellt das fairste Team im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen? Und in welches Team darf sich „Bad Boys“ nennen? Der etwas andere Überblick der bisherigen Saison.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Zwar ist der Spielbetrieb im Fußball unterbrochen. Doch die Tabellen haben derzeit Bestand. Dabei führt der Bayerische Fußballverband (BFV) neben den Platzierungen nach Punkten und Toren in sämtlichen Klassen und Ligen auch Ranglisten über die Heim- beziehungsweise Auswärtsstärke der verschiedenen Teams oder über das Abschneiden in der Hin- beziehungsweise Rückrunde jeder Saison. Außerdem gibt eine Fairnesstabelle Aufschluss über kassierte Verwarnungen sowie Platzverweise.

Sieger Gleißner wünscht sich mehr Körpereinsatz

Eine eigene Statistik der Vereine aus dem Landkreis von der Landesliga bis hinab zu den Kreisklassen führt der Verband nicht, eine Zusammenstellung für die Heimatzeitung ist jedoch unschwer möglich: Für Verwarnungen, Ampelkarten und Platzverweise wurden Punkte vergeben. Die Gesamtsumme geteilt durch die absolvierten Spiele ergab die für die Reihenfolge notwendige Quote. Fairste Mannschaft ist der FSV Höhenrain. Coach Gerhard Gleißner: „Die Frage nach der Freude darüber muss ich mit einem „jein“ beantworten. Es zeugt schließlich von einer sehr braven Spielweise meines Teams. Es muss ja nicht unfair gespielt werden, aber mehr körperbetonter Einsatz wäre ab und zu wünschenswert.“

Neben 22 gelben Karten haben die Höhenrainer nur zwei Ampelkarten kassiert – jeweils der gleiche Spieler. Den Zorn des Trainers hat sich Michael Huber aber nicht eingehandelt. Gleißner: „Er ist ein erfahrener Spieler, der bei Bedarf etwas engagierter zur Sache geht als ein Nachwuchskicker.“ Und der FSV-Trainer ist überzeugt: „Wenn die Saison zu Ende gespielt wird, sollten wir nicht unbedingt versuchen, die Führung in der Fairnesstabelle zu verteidigen. Wir brauchen mehr Einsatz im Kampf um den Klassenerhalt.“

SV Bad Tölz: Sechs Ampelkarten in der Nachspielzeit

Hicham Aqabli, Spielertrainer des SV Bad Tölz, hatte mit einem Platz im Mittelfeld der Fairnesstabelle für sein Team gerechnet. Dass die Tölzer das Schlusslicht bilden, überrascht ihn. Doch Aqabli hat eine Erklärung für die hohe Strafpunktzahl: „Das kommt nicht von einer überharten Spielweise. Die vielen Verwarnungen haben mit Frust, Schimpfen und Meckern zu tun.“ Tatsächlich haben sich die SVler fünf von sechs Ampelkarten erst in der Nachspielzeit eingefangen, als Niederlagen nicht mehr abzuwenden waren und mancher Spieler seinen Ärger darüber loswerden musste.

Maßnahmen zu ergreifen, betrachtet Aqabli als schwierig: „Unsere Spielerdecke ist einfach zu dünn. Auswechslungen als Denkzettel vorzunehmen, ist kaum möglich.“

Lang erwartet „Anstand und Benehmen“, aber „keine Engel“

Eine ganz besondere Bilanz kann der neben dem TuS Geretsried am höchsten angesiedelte SV Bad Heilbrunn vorweisen. Die Mannschaft von Trainer Walter Lang ist nicht nur dreimal in Folge aufgestiegen, sondern führte sowohl in der Kreisklasse als auch Kreisliga die Fairnessauflistung an. Lang: „Gleich bei meinem ersten Kontakt mit einer neuen Mannschaft erkläre ich den Spielern, dass ich neben und auf dem Platz Anstand und Benehmen erwarte. Wer sich im Spiel danach richtet, kann völlig unnötige Probleme vermeiden. Mit Diskussionen und Schimpfereien werden keine Spiele gewonnen.“ 

Der HSV- Coach ist überzeugt, dass die Spieler in höheren Ligen physisch und spielerisch bessere Voraussetzungen mitbringen. „Da wird einem Gegenspieler im Laufduell der Ball abgejagt und nicht die Blutgrätsche ausgepackt“, ist der 52-Jährige überzeugt. Doch Lang macht auch deutlich: „Meine Spieler müssen keine Engel sein.“ Im bisher einzigen Punktspiel nach der Winterpause gegen Olching drohten die Heilbrunnen kurz vor der Pause die Vorgaben vergessen zu haben. Da wurde auf den Schiri und auch untereinander geschimpft. Lang in der Kabine: „So gewinnen wir keinen Blumentopf.“ Die Mannschaft riss sich am Riemen, überließ dem Gegner die Unbeherrschtheiten und gewann am Ende verdient mit 3:1. Fair ist einfach mehr. 

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