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ASC Geretsried: Geplanter Erfolg mit hohem Spaßfaktor - Dritter Aufstieg binnen fünf Spielzeiten

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Von: Rudi Stallein

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Geht mit Einsatz und Spaß voran: ASC-Spielertrainer Tasso Lasidis (Mi.), hier im Relegationshinspiel beim SV Eurasburg-Beuerberg, wo sein Team mit
dem 3:1-Sieg den Grundstock für den Aufstieg in die Kreisklasse gelegt hat.
Geht mit Einsatz und Spaß voran: ASC-Spielertrainer Tasso Lasidis (Mi.), hier im Relegationshinspiel beim SV Eurasburg-Beuerberg, wo sein Team mit dem 3:1-Sieg den Grundstock für den Aufstieg in die Kreisklasse gelegt hat. © Rudi Stallein

Als der 3:0-Sieg im zweiten Relegationsspiel gegen den SV Eurasburg-Beuerberg und damit der Aufstieg in die Kreisklasse feststand, hatten die auf dem Platz tanzenden Spieler des ASC Geretsried das Ziel erreicht, das sie sich bei der Vereinsgründung im Frühjahr 2016 gesetzt hatten.

Geretsried – „Wir haben die Liga erreicht, in der wir spielen wollten“, sagt Spielertrainer Tasso Lasidis. Und das sogar im selbst gesteckten Zeitrahmen. „Wir wollten es in fünf Jahren schaffen.“ Nun wurden fünf Spielzeiten daraus, weil sich die Saison 2019/20 bekanntlich coronabedingt bis in den Sommer 2021 gezogen hatte.

Die Bilder der feiernden Horde spiegeln die Vereinsphilosophie wider, die sich das Gründerteam seinerzeit in die Statuten geschrieben hatte: „Mit Spaß Fußball spielen.“ Denn der war einem guten Dutzend jungen Fußballern bei ihrem damaligen Verein, den Fußball-Freunden Geretsried, verloren gegangen, weshalb sie sich entschlossen, einen eigenen Klub zu gründen. Das sorgte bei den Aktiven zwar schlagartig für mehr Gaudi auf dem Fußballplatz, aber die Suche nach einer sportlichen Heimstätte war alles andere als spaßig. „Es wollte uns keiner haben“, räumt Lasidis ein, dass der neue Verein anfangs auf viel Ablehnung gestoßen war. Die Revolte am Krötenteich hatte nicht überall Begeisterung ausgelöst. „Wir haben bei vielen angefragt, aber das war offenbar ein Riesen-Problem. Es ging im Grunde zwar nur um zwei Spiele im Monat, aber das war für viele nicht machbar“, erläutert der 31-Jährige.

SV Ascholding bietet Platz an - Danach teilen sich FC und ASC Geretsried Anlage am Forst

Nach einem Jahr, in dem sie ihre Spiele auf dem Trainingsplatz an der Böhmwiese ausgetragen hatten, sei dann der SV Ascholding auf sie zugekommen, und habe seinen Platz für Heimspiele angeboten. „Das hat uns sehr geholfen“, ist Lasidis den SV-Verantwortlichen dankbar. „Wir haben uns mit denen auch super gut verstanden. Dort hatten wir eine geile Zeit.“ So wie seit zwei Spielzeiten auf der Anlage am Forst, die sich der ASC mit Ortsnachbar FC Geretsried teilt. „Das war eine tolle Aktion vom Roger Uchtdorf (1. Vorstand des FC, die Red.), der den Kontakt zu uns gesucht hat“, so Lasidis.

Auf dem Platz lief es hingegen von Anfang an störungsfrei. Im ersten Jahr rauschten die „Adler“, wie sie sich auch nennen, durch die C-Klasse. Nur ein Spiel ging verloren: 0:1 beim SV Arget II – nachdem man tags zuvor viel Spaß auf der Wiesn gehabt hatte, wie sich der Coach erinnert. Der zweite Aufstieg folgte ein Jahr später: Mit einem Punkt Rückstand auf Meister FC Geretsried, wurde der ASC Geretsried in die A-Klasse versetzt. Dort gönnte man sich eine längere Akklimatisierungsphase. „Wir wussten, dass es nicht so weitergeht, fast ohne Gegenwehr“, sagt Lasidis.

Keine Derbys in der Nachbarschaft - stattdessen in „See-Liga“

Das hing auch damit zusammen, dass der Ligen-Einteiler des Bayerischen Fußball-Verbands den Adlern Luftveränderung verschaffte. Er steckte sie für die Saison 2019/20 in die Gruppe 5: Statt Derbys in der Nachbarschaft, hießen die Gegner in der „See-Liga“ nun Erling-Andechs, Dießen und Tutzing. „Das war ein kleiner Schock“, gesteht der Spielertrainer. Nach der abgebrochenen Corona-Saison ging es zurück in die A-Klasse 4, die man nun ebenfalls hinter sich gelassen hat. Mit viel Gaudi, wie Lasidis nicht müde wird, zu betonen.

Gut getroffen, laut gebrüllt: Christian Sacher
nach seinem 3:1-Treffer.
Gut getroffen, laut gebrüllt: Christian Sacher nach seinem 3:1-Treffer. © Rudi Stallein

Der hohe Spaßfaktor ist für den 31-Jährigen auch ein Grund, weshalb sich sein Klub, der bislang nur aus einer Mannschaft besteht (eine zweite soll zur neuen Spielzeit hinzukommen) keine Nachwuchssorgen machen muss. „Es melden sich jedes Jahr Spieler von sich aus“, betont Lasidis. Wie Christian Sacher und Rico Krillmäuer, die im Sommer 2020 beim ASC den Spaß wiederfanden, der ihnen beim TuS Geretsried auf ihre alten Tage etwas abhandenzukommen drohte.

Viele Neuzugänge durch Olympic Geretsried-Abmeldung - Cem Acikbas trainiert seit Winter den ASC

Ein Jahr später waren die Adler Nutznießer, als Olympic Geretsried in der Pandemie den Spielbetrieb mangels Spielern einstellen musste und ein halbes Dutzend Aktive um Stavros Iosifoglou und Alexander Kutzmutz das ASC-Trikot überstreiften. „Das war eine brutale Verstärkung. Durch die Olympic-Spieler haben wir Qualität und Quantität gewonnen“, sagt Lasidis, der darüber hinaus einen erheblichen Anteil am jüngsten Aufstieg seinem „besten Freund“, Gründungsmitglied und Kassier Cem Acikbas zugesteht. Dieser hat im Winter, als absehbar war, dass sein Kumpel Tasso einige Zeit aus privaten Gründen als Trainer würde kürzertreten müssen, seinen Job als Co-Trainer bei der U 19 des FC Deisenhofen (Bayernliga) aufgegeben und coachte fortan den ASC in der A-Klasse. „Das war eine Herzensangelegenheit“, sagt der 32-Jährige. „Das war zwar hart für Deisenhofen, aber ich bereue den Schritt nicht.“

Überschäumende Freude: Panagiotis Zormpass (re.)
gönnt Alexander Kutzmutz und allen anderen Teamkameraden eine erfrischende Sektdusche.
Überschäumende Freude: Panagiotis Zormpass (re.) gönnt Alexander Kutzmutz und allen anderen Teamkameraden eine erfrischende Sektdusche. © Hans Lippert

Keine Frage, dass er nach dem Aufstieg auch das Abenteuer Kreisklasse gemeinsam mit Lasidis angeht. Auch wenn das vor sechs Jahren ausgegebene Ziel nun erreicht ist, werde sich der Verein nicht auflösen, scherzt Lasidis. Aber auch nicht gleich den nächsten Aufstieg in Angriff nehmen. „Wenn es sich ergibt, warum nicht“, sagt der Spielertrainer. „Aber das oberste Ziel ist: Es muss immer Spaß machen, sonst macht es keinen Sinn.“ Dass mit dem Liga-Neuling nicht zu spaßen sein wird, können die Gegner aus einer weiteren Definition des ASC-Coachs ableiten: „Wir wollen Erfolg – der macht Spaß.“

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