Fehler im Aufbauspiel leisteten sich die Geretsrieder um Robin Renger (am Ball) in der zweiten Hälfte und luden somit den SC Olching geradezu dazu ein, das Tor zum 1:1-Ausgleich zu erzielen. Foto: hans lippert

„Für die Zuschauer kein Spaß“

In der 89. Minute: Held klaut Geretsried zwei Punkte 

  • vonRudi Stallein
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In einer spielerirsch überschaubaren Partie trennen sich Geretsried und Olching mit einem 1:1-Unentschieden.

Geretsried – Endlich ein Dreier. Das war der größte Wunsch des Trainers. „Ich hätte ihn genommen, egal wie. Ein Sieg wäre wichtig gewesen, für die Moral und überhaupt“, sagt Martin Grelics. Und guckte ein bisschen wie ein Bub, dessen Eltern ihm den sehnlichsten Wunsch auf der Weihnachtsgeschenkliste einfach ignoriert hatten. „So tut’s doppelt weh“, gestand der Coach des TuS Geretsried, der es beim 1:1 (1:0) gegen den SC Olching einmal mehr nicht geschafft hatte, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen, beziehungsweise ein Spiel ohne Gegentor zu beenden.

Die Partie gegen die abstiegsbedrohten Gäste hatte flott begonnen. Gleich der erste Angriff brachte den Gastgebern den ersten Eckball ein. Doch danach gelang selten mal ein durchdachter Spielzug, geschweige denn, ein gefährlicher Abschluss. Erst in der 30. Minute setzte sich Vitalij Lux einmal energisch in Szene, scheiterte jedoch an SCO-Keeper Stefan Held. Auf der Gegenseite stand Kai Fritz häufiger im Blickpunkt, als seinem Trainer lieb sein konnte. Das blieb jedoch genauso ohne Konsequenzen, wie die Freiheiten, die Olching den Gastgebern gewährte. „Der Gegner hat uns in der ersten Halbzeit unglaublich viel Räume gegeben, aber wir haben sie nicht bespielt“, kritisierte Grelics seine Kicker. „Ein Spielverständnis war nicht vorhanden.“ Dennoch konnten die Hausherren mit einem guten Gefühl in die Kabine gehen: Eine weite Flanke von der rechten Außenbahn erreichte am hinteren Pfosten Plator Doqaj, der mit dem Pausenpfiff zur 1:0-Führung einköpfte. Nachdem die Fahne seines Assistenten unten blieb, entschied der Unparteiische auf Tor, statt auf Abseits.

Olching rettet einen Punkt

Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel versuchte es Doqaj mit einem Flachschuss erneut, bereitete SC-Schlussmann Held damit aber keine Mühe. In der Folgezeit verlagerte sich das Geschehen zusehends in die Geretsrieder Hälfte. Längst war nichts mehr davon zu sehen, dass die Kontrahenten in der Liga ewig weit auseinander liegen. Olching kämpfte, profitierte immer wieder von Fehlern im Aufbauspiel der Gäste, wusste daraus jedoch auch kein Kapital zu schlagen. Özkan Kochan zielte mit einem Flachschuss vorbei, und beim Kopfball von Louis Frank (65.) stand Kai Fritz ebenso richtig, wie beim Versuch von Cedric Zeisberger. Wenig später trat Filip Vnuk den Ball am langen Eck vorbei. In der 87. Minute brachte SC-Trainer Martin Buch einen weiteren Angreifer, und der kam der Geretsrieder Bettelei um den Ausgleich rasch nach: Zwei Minuten nach seiner Einwechslung platzierte Martin Held einen Kopfball perfekt gegen die Laufrichtung von Torhüter Fritz – 1:1. Die letzte Aktion des Spiels hatte der TuS, doch der eingewechselte Roman Rauscheder köpfte den Ball nach Freistoß von Robin Renger übers Tor.

Martin Grelics war bedient: „Ich will keiner Liga zu nahetreten“, suchte der TuS-Coach nach den richtigen Worten, „aber Landesliga-Niveau war das von beiden Seiten nicht. Die Zuschauer hatten jedenfalls nicht viel Spaß.“

TuS Geretsried – SC Olching 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 (45.) Doqaj, 1:1 (89.) M. Held. – Zuschauer: 100. – Schiedsrichter: Abdullah Carman.

TuS: Fritz – Rosina, Bahnmüller (46., Puskas), Ramaj (63., Kellner), Lajqi (82., Rauscheder), Doqaj (82., Reitel), Renger, Buchmair, Fister, Lux (46., Y. Woudstra), Herberth.

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