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„Die erhobenen Anschuldigungen können nicht nachvollzogen werden“: Das BFV-Sportgericht wird aufgrund von Videomaterial kein Verfahren gegen TuS-Coach Martin Grelics (re.) einleiten . Dies hatte der TSV Gilching gefordert. 

Landesliga Südwest

Grelics: „Gericht hat so entschieden, wie ich es erwartet habe“

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Das BFV-Sportgericht wird in der so genannten „Spuckaffäre“ aufgrund des gesichteten Videomaterials kein Verfahren gegen den Trainer des TuS Geretsried einleiten und lehnt die vom TSV Gilching geforderte Zeugeneinvernahme ab.

Geretsried/Gilching – Aufatmen beim TuS Geretsried: Das Verbandssportgericht des Bayerischen Fußball-Verbands wird kein Verfahren gegen Trainer Martin Grelics (33) einleiten. Der Coach des Landesligisten sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, in der Schlussphase des Heimspiels gegen den TSV Gilching-Argelsried am 12. Oktober den gegnerischen Spieler Quirin Wiedemann angespuckt zu haben. „Es ist gut, dass das Thema jetzt ad acta gelegt ist“, sagt Grelics. „Das Gericht hat so entschieden, wie ich es erwartet hatte.“

Gilchings Coach Peter Schmidt hatte nach der 1:2-Niederlage seines Teams gegenüber einem Reporter des Starnberger Merkurs aufgebracht von der vermeintlichen „Spuckattacke“ des TuS-Trainers berichtet. Der TSV hatte Anzeige beim Sportgericht erstattet. In der hitzigen Schlussphase der Partie hatte Wiedemann den Geretsrieder Niko Karpouzidis an der Seitenlinie mit einer rüden Grätsche von den Beinen geholt. Daraufhin soll Grelics auf Wiedemann zugelaufen sein, ihn gegen die Brust gestoßen und bespuckt haben. So behauptete es der Gilchinger Spieler.

Der TuS Geretsried legte dem Gericht zur Entlastung seines Trainers ein Video vor, das nun Grundlage der richterlichen Entscheidung ist. „Unter Zugrundelegung des im Anhang befindlichen Videomaterials können die erhobenen Anschuldigungen letztlich nicht mit der für eine Verfahrenseinleitung notwendigen Überzeugung nachvollzogen werden“, teilte Verbandsanwalt Christian Schödel den beiden Vereinen mit.

Der Antragsteller hat dafür kein Verständnis. Stefan Schwartling, Fußball-Abteilungsleiter des TSV Gilching, monierte gegenüber dem Starnberger Merkur, dass „nicht einmal mit den Zeugen gesprochen“ worden sei. „Wir verlangen eine mündliche Verhandlung. Wenn der Richter dann zu dem Schluss kommt, da war nichts, dann ist es okay.“ Dazu wird es vermutlich nicht kommen, denn Schödel schreibt an die beiden Klubs weiter: „Selbst eine Beweisaufnahme in Form einer Zeugeneinvernahme würde aufgrund der konträren Aussagen nicht zu einer Aufhellung des Sachverhalts beitragen.“ Aus dem Bildmaterial lasse sich „weder das Schubsen noch eine irgendwie geartete Reaktion des angeblich bespuckten Spielers erkennen“, so der BFV-Anwalt. Der Gilchinger Akteur gehe vielmehr mit dem Ball zum gefoulten Geretsrieder Kontrahenten , um sich zu entschuldigen.

„Für mich ist das damit erledigt“, betont TuS-Coach Grelics, der sich nach eigener Aussage mit seinem Trainerkollegen Peter Schmidt schon wenige Tage nach dem Spiel ausgesprochen hatte. „Alles andere wäre eine Farce gewesen“, kommentiert Ibro Filan die Entscheidung des Sportgerichts. „Für mich ist das ganze Vorgehen äußerst fragwürdig. So wie es von der Gegenseite dargestellt worden ist, das ist schon rufschädigend“, echauffiert sich der Geretsrieder Fußball-Abteilungsleiter. „Aber bei uns darf ja jeder sagen, was er will. Deshalb macht es keinen Sinn, das weiter zu kommentieren.“

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