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Nachdenklich: Trainer Guido Herberth hat beim derzeitigen Kreisklassen-Zweiten FF Geretsried das Handtuch geworfen. Die Gründe bleiben nebulös.

Chaos am Krötenteich 

Guido Herberth schmeißt bei FF Geretsried hin

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Der 56-Jährige erklärte nach der Niederlage im Derby gegen Olympic seinen Rücktritt. Auch FFG Vorsitzender Bernd Meier legt sein Amt nieder.

Geretsried – Als der Unparteiische die hektische Schlussphase im Geretsrieder Derby zwischen Olympic und den Fußball-Freunden abgepfiffen hatte, bat Guido Herberth sein Team zügig in die Kabine. Wenig später war klar, warum der FFG-Coach nach der 1:2-Niederlage nicht wie gewöhnlich, noch am Platz ein paar aufmunternde Worte an seine Spieler richten wollte: In den Katakomben des Isarau-Stadions teilte Herberth der Mannschaft mit, dass er ab sofort nicht mehr ihr Trainer sei.

Als der 56-Jährige die Kabine verlassen hatte, ergriff FFG-Vorsitzender Bernd Meier das Wort – und trat ebenfalls mit sofortiger Wirkung zurück. „Das kam für uns sehr, sehr überraschend“, sagte Miklos Tot, Verteidiger und Seniorenleiter der Fußball-Freunde. „Es gab vorher keine Anzeichen, dass der Trainer hinschmeißt.“

Für den Coach stand sein Entschluss jedoch offenbar schon vor dem Anpfiff fest. „Ich hätte mich gerne mit einem Dreier verabschiedet. Aber auch bei einem 11:0-Sieg wäre ich gegangen“, beteuerte Herberth, der sich zu den Gründen bedeckt hielt. Allerdings sprach er von nicht akzeptablen Respektlosigkeiten der Spieler untereinander sowie gegenüber Trainer und Vorstand: „Es sind in der Vergangenheit einige Sachen passiert, die in der Summe nicht hinnehmbar sind.“ Dadurch sehe er seine Ziele und den sportlichen Erfolg gefährdet. Dass er nicht schon früher zurückgetreten sei, habe damit zu tun, dass er die Mannschaft „vor dem ersten Punktspiel nach der Winterpause nicht hängenlassen wollte“.

Spieler unzufrieden, Trainer unzufrieden

„Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau, was die Gründe sind“, sagte Miklos Tot auf Anfrage. Mal seien ein paar Spieler unzufrieden gewesen, dann sei der Trainer unzufrieden gewesen, deutete auch der Seniorenleiter nur an, dass am Krötenteich in der kalten Jahreszeit offenbar Feuer unterm Dach war. Dass nicht alles so fröhlich und friedlich zugegangen ist, wie man es von einem Tabellenzweiten der Kreisklasse 2 mit berechtigten Aufstiegsambitionen erwarten könnte, darauf lässt auch der unvermittelte Abgang von Bernd Meier schließen. Allerdings führte der Klubchef für seinen vorzeitigen Rückzug („bei der Jahresversammlung im Mai hätte ich sowieso Schluss gemacht“) auch berufliche Gründe ins Feld. Mit dem Ausscheiden des Cheftrainers legt nach nur einem halben Jahr auch FFG-Urgestein Norbert Mauss seinen Job nieder. Der Co-Trainer hatte sein Engagement im vorigen Sommer von vorne herein eng an die Zusammenarbeit mit Guido Herberth geknüpft. „Überbrückungsweise hätte ich noch ein, zwei Wochen weiter gemacht“, so Mauss.

Das ist jedoch nicht nötig, weil die Mannschaft noch am Sonntagabend einen anderen Plan präsentierte. Die nächsten zwei Wochen leite er selbst das Training, erklärte Miklos Tot. Spielen werde er eh nicht dürfen, weil er nach dem Match bei Olympic die rote Karte gesehen hatte. „Ich war sehr aufgebracht. Was ich gesagt habe, war nicht nett“, räumte Tot ein, dass der Unparteiische einen triftigen Grund für den verspäteten Platzverweis hatte. Ab dem 1. April solle dann Christopher Chvalina – derzeit in der Reserve aktiv – das Training übernehmen, so der Seniorenleiter.

Das wollte FFG-Vize Wolfgang Möckel, der von dem Frühjahrssturm in der Heimat auf einer Geschäftsreise in Kroatien überrascht wurde, jedoch nicht bestätigen. „Wir arbeiten schon an Lösungen, die noch nicht spruchreif sind. Es gibt nicht nur eine Option“, betonte der 2. Vorsitzende. Die Entscheidungen seines Vorstandskollegen Meier und des Trainers bedauere er sehr. Zu den möglichen Gründen hielt Möckel sich bedeckt: „Dazu möchte ich nichts erzählen. Wir stimmen uns im Vorstand ab und werden zu gegebener Zeit eine Mitteilung herausgeben.“

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