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Trainer Peter Hösl verlängert bei Kreisklassist FSV Höhenrain – trotz weiter Anfahrt

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Von: Christian Heinrich

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Ein ganzer Tag geht für Trainer Peter Hösl oft mal für ein Auswärtsspiel drauf
Ein ganzer Tag geht für Trainer Peter Hösl oft mal für ein Auswärtsspiel drauf © privat

Der FSV Höhenrain darf sich ein weiteres Jahr auf die Dienste ihres Trainer Peter Hösl freuen. Aufgrund des extremen zeitlichen Aufwands, ist das nicht selbstverständlich

Höhenrain – Peter Hösl befindet sich auf einer Mission. „Ich bin in Höhenrain noch nicht fertig“, stellt der Trainer des FSV klar. Weil seine Aufgabe so komplex ist, hat er seinen Vertrag beim Tabellensiebten der Kreisklasse 3 um ein weiteres Jahr verlängert. „Wir freuen uns riesig“, sagt Maximilian Huber, der begeistert ist, dass er den Fußballlehrer für die inzwischen dritte Saison verpflichten konnte. Nur zu gut ist dem Sportlichen Leiter bewusst, dass das Engagement des Trainers nicht selbstverständlich ist.

„Es ist Wahnsinn, was er alles auf sich nimmt“, sagt Huber. Hösl wohnt im Landkreis Erding. Zwar arbeitet er in München-Sendling und fährt von dort zweimal in der Woche raus an den Starnberger See, um mit der Mannschaft zu trainieren. Aber auch die volle Distanz zwischen seinem Wohnort und seinem Klub legt er zurück: zu den Heimspielen am Wochenende. Huber gibt freimütig zu, dass er selbst diesen Einsatz wohl nicht aufbringen würde.

Zumal auch noch die Auswärtsspiele hinzukommen, die in der Kreisklasse 3 schon mal bis nach Garmisch-Partenkirchen, Oberau und Unterammergau führen können. Dass dabei immer gleich ein ganzer Tag drauf geht, macht dem Coach nichts aus: „Ich sage mir immer, ich mache einen Ausflug.“

Dass er sich in Höhenrain, wie er selbst sagt, „pudelwohl“ fühlt, hängt auch mit der heimeligen Atmosphäre im Berger Gemeindeteil zusammen. Hösl machte in seiner Trainerkarriere die besten Erfahrungen mit kleinen Vereinen, mit denen er am Ende trotz bescheidener Mittel Großes erreichte. Auch beim FSV fand er gewisse Zwänge vor, die er akzeptieren muss. „Wir haben keine fremden Spieler“, betont Huber. Stattdessen setzt der Klub auf die eigene Nachwuchsarbeit.

Das Konzept hat sich in den vergangenen Jahren bewährt, obwohl die eigentliche Ernte erst noch aussteht. Am Bussardweg wächst eine Generation von Kickern heran, die ihre Zeit im Herrenbereich noch vor sich hat. Hösl weiß um das Potenzial, das in den Jungs steckt. Es in den nächsten anderthalb Jahren weiter abzurufen, ist sein Ziel. „Ich bin noch nicht fertig mit der Entwicklung der Mannschaft“, sagt der Coach.

Man könnte diesen Anspruch auch für die übertriebene Illusion eines Einzelnen halten. Auf den Höhen über dem Starnberger See sind sie jedoch bodenständig und geerdet genug, nicht an Visionen zu glauben, sondern die Beziehung zwischen Trainer und Mannschaft als Gradmesser zu beurteilen. „Die Jungs verstehen immer mehr, was er will“, verkündet Huber erfreut. „Er schafft es, die Mannschaft mitzunehmen auf dem Weg.“ Dabei nehmen Einzelgespräche einen besonderen Platz ein, in denen der Trainer die Spieler nach ihren Wünschen und ihrer Meinung fragt. „Er findet zu den Spielern immer einen Zugang“, so Huber über Peter Hösls pädagogisches Geschick. „Es macht mir riesigen Spaß“, beteuert der Coach, der sich als „Fußballer mit Leib und Seele“ bezeichnet.

Der Spaßfaktor wird sich noch vergrößern, wenn sein Team in den ausstehenden zehn Saisonspielen schnell den Klassenerhalt realisiert. „Ich gehe davon aus, dass wir in der Rückrunde noch die nötigen Punkte holen werden“, sagt Huber. Er ist hoffnungsvoll, dass die Mannschaft rasch die Voraussetzungen für ein weiteres Jahr in der Kreisklasse schafft. Hösl ist schließlich noch lange nicht fertig in Höhenrain. (Christian Heinrich)

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