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Mit welchen Maßnahmen halten sich die Teams während der Corona-Pause fit

Mit welchen Maßnahmen halten sich die Teams während der Corona-Pause fit

Corona-Pause: BCF Wolfratshausen startet 3000 Kilometer-Lauf 

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Mit welchen Maßnahmen halten sich die Teams während der Corona-Pause fit? Der BCF Wolfratshausen startet eine 3000 Kilometer Challenge, der TuS Geretsried trainiert intensiv zu Hause.

VON RUDI STALLEIN

Bad Tölz-Wolfratshausen – Nachdem der Bayerische Fußballverband den Spielbetrieb in den Amateurligen bis mindestens zum 19. April eingestellt und die Bayerische Staatsregierung alle Sportanlagen gesperrt hat, stellt sich für viele Trainer auch in diesem Landkreis die Frage: Wie halte ich jetzt meine Kicker fit und bei Laune, für den Fall, dass plötzlich doch wieder Fußball gespielt werden darf?

Laufen steht bei den Fitnessprogrammen in der Zwangspause an erster Stelle. „Das tun sie sowieso – jedenfalls so lange es noch geht“, hat Martin Lindner, Trainer des Lenggrieser SC, volles Vertrauen in seine Spieler. „Um deren Fitness mache ich mir keine Gedanken.“

„Es ist schwierig, in so einem Fall Vorgaben zu machen. Die Jungs müssen selbst schauen, dass sie sich fit halten“, findet Walter Lang. Zwei bis viermal Laufen sei angebracht. „Aber viel mehr kannst du nicht tun“, so der Trainer des SV Bad Heilbrunn.

DJK Waldram mit Trainingsplan à la Eduard Geyer

Derweil gibt Guido Herberth seinen Aktiven etwas Orientierung an die Hand. Er habe ein Laufprogramm für zehn Tage entwickelt, erläutert der Trainer der DJK Waldram. Angelehnt an die Philosophie der heute 75-jährigen Trainer-Ikone Eduard Geyer (Dynamo Dresden und andere) habe er einen Plan mit sich steigernden Tempoläufen, die mit Radeln und Wandern ergänzt werden könnten. „Damit wir nicht bei null starten müssen, wenn tatsächlich irgendwann wieder gespielt werden sollte“, so Herberth.

Um die Motivation zu erhöhen, hat sich die Reserve des BCF Wolfratshausen ein spezielles Laufprogramm überlegt. „Oldie“ Clemens Frede (42) gab den Anstoß zu einer besonderen „Challenge“, wie Trainer Stefano Monachetti berichtet. In den nächsten Wochen wolle man zusammen insgesamt zirka 3000 Kilometer laufen. „Wir können gemeinsam nicht trainieren, aber wir können uns gegenseitig ein bisschen motivieren“, so der Farcheter Coach. Das Laufprogramm soll über eine App gesteuert werden: Jeder könne dort seine jeweils gelaufenen Kilometer eingeben, die dann addiert würden. „Mit dem Ball können wir ja nichts machen. Da muss jetzt jeder individuell etwas tun. Und auf diese Weise können die Spieler sich gegenseitig pushen“, hofft Monachetti. Und nebenbei könne die Challenge womöglich noch für einen guten Zweck dienen. „Vielleicht findet sich ja ein Sponsor, der für jeden gelaufenen Kilometer 50 Cent oder sowas zahlt. Das Geld könnte man an eine soziale Einrichtung spenden“, sagt der Trainer.

TuS Geretsried mit intensivem Heim-Trainings Programm

Auf eine Mischung aus Selbstdisziplin und Vorführeffekt setzt Sebastian Jocham. Der Fitness-Trainer des TuS Geretsried hat seinen Landesliga-Fußballern für die nächsten Wochen ein intensives Programm fürs Heim-Training entwickelt. „Drei Laufeinheiten und zweimal Stabilisation und Athletik“ pro Woche beinhaltet das Fitnesstraining, eine „kunterbunte Mischung für drinnen und draußen“. Damit keiner sagen kann, er wisse nicht, wie es funktioniert, hat Jocham jedem Spieler ein Video aufs Handy geschickt, in dem er die verschiedenen Übungen wie Bankstütz, Beckenlift bis Burpees und Antritte erklärt und auch vormacht.

Als weiterer Anreiz sei das Ganze als kleiner Wettbewerb angelegt, „damit die Jungs sich gegenseitig animieren können“. Zudem könnten die Spieler mal eine kleine Wanderung oder Bergtour einbauen, „je nachdem, wie lange man das noch darf“, sagt Jocham. Der Fitnesscoach hofft, dass seine Übungen tatkräftig von den TuS-Kickern nachgeahmt werden. „Man wird nicht alle erreichen. Aber ich denke, die meisten bei uns betreiben es schon etwas ernsthafter.“

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