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„Ich denke, dass wir unter den Top-Five zu finden sein werden“: Der 19-jährige Roman Rauscheder (Mi.) hat sich nach seiner Rückkehr zum TuS Geretsried einen Stammplatz in der Verteidigung erkämpft. 

19-Jähriger hat noch einiges vor

Rückkehrer Rauscheder im Interview: „Ich will mich weiter verbessern“

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Das Fußballspielen hat Roman Rauscheder im Alter von sieben Jahren bei der FT Gern in München erlernt.

Nach einem sechsjährigen Projekt an der Münchner Fußballschule ging es über den FC Ismaning (U17) zum TuS Geretsried (U19). In der vergangenen Spielzeit wechselte der gebürtige Essener zum TuS Holzkirchen in die Bayernliga. Nun folgte die Rückkehr nach Geretsried. Der Innenverteidiger wohnt in Dorfen bei Icking und studiert ab September Fußballmanagement an der Hochschule (International Footballinstitut) in Ismaning. Nach dem 3:1-Heimerfolg des TuS gegen den FC Ehekirchen sprach unser Mitarbeiter Eduard Hien mit dem 19-Jährigen.

Herr Rauscheder, nach drei sieglosen Partien endlich wieder ein Erfolg – wie haben Sie die erste Halbzeit gesehen?

Wir haben sehr konzentriert gespielt und haben nur wenige Bälle verloren, weil wir in der Defensive sehr sicher gestanden sind. Vor der Pause hätten wir allerdings noch zwei Dinger reinmachen müssen. Allerdings stand Ehekirchen trotz des frühen Platzverweises sehr kompakt.

Und Ihre Analyse für den zweiten Durchgang?

Da haben wir eigentlich untypisch für uns gleich mit dem 3:0 nachgelegt. Nach der gelb-roten Karte gegen Niko Karpouzidis und dem Anschlusstreffer von Ehekirchen wurde die Partie hitziger und wir sind ein wenig in Unordnung mit wenig Pressing geraten. Ab diesem Zeitpunkt war es kein gutes Fußballspiel mehr.

Aus der U19 zu kommen und gleich ins Seniorenteam eines Bayernligisten zu wechseln, das ist ein gewaltiger Sprung. Wie kam es bei Ihnen vergangenes Jahr zum Wechsel nach Holzkirchen?

Die Verantwortlichen haben mich sehr früh kontaktiert. Vor allem wollte ich so hochklassig wie möglich spielen und bekam die Zusage, dass ich auf jeden Fall meine Chance bekommen würde. Und das ist mir auch gelungen, bis ich mich dann verletzt habe.

Die Saison endete für Holzkirchen mit dem Abstieg in die Landesliga. Wie zufrieden waren Sie in ihrem ersten Jahr im Herrenbereich?

Ich war sehr zufrieden, habe mich an das höhere Tempo und die körperliche Präsenz rasch gewöhnt. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell funktioniert. Von der Mannschaft wurde ich gut aufgenommen. Wir waren insgesamt neun Neuzugänge, wobei ich von der Stärke her unter den ersten drei war. Leider hatten wir während der Saison vier verschiedene Trainer, von denen jeder ein anderes Konzept hatte. Zudem hatte ich mir die Schulter ausgekugelt und wurde operiert. Sonst hätte ich jedenfalls mehr als die 13 Einsätze bestritten.

Wie kam es zur Rückkehr nach Geretsried?

In Holzkirchen habe ich niemanden gekannt und das Umfeld war mir fremd. So etwas wollte ich nicht noch einmal bei einem anderen Klub miterleben. Von TuS-Abteilungsleiter Ibro Filan kam dann die Anfrage mit der Zusage, dass Trainer Martin Grelics mich fordern und mir klare Ziele setzen werde. Und weil ich viele Spieler bereits aus dem Jugendbereich kannte, war die Entscheidung klar.

Was ist Ihr persönliches Ziel?

Ich will mich weiter verbessern. Das betrifft insbesondere Standards, ein klares Aufbauspiel mit Passgenauigkeit und aufgrund meiner Größe das Kopfballspiel. Zudem muss ich als Innenverteidiger etwas offensiver werden.

Wie beurteilen Sie die Vorbereitung und die ersten sechs Spieltage in der Landesliga?

Die Vorbereitung war insgesamt gesehen recht gut. Leider fielen die Ergebnisse nicht immer wie gewünscht aus. Bei den Niederlagen in Kempten und zu Hause gegen Sonthofen waren es jeweils Kampfspiele auf Augenhöhe. Aufgrund eigener Fehler haben wir diese Begegnungen aus der Hand gegeben. Das 1:1 in Jetzendorf mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit war ärgerlich. Anstatt den Ball zu halten und auf Zeit zu spielen, stürmten wir munter nach vorne und haben den Ball verloren. Der Gegenzug konnte nur durch ein Foul unterbunden werden, wobei wir den Freistoß an der Strafraumgrenze einfach nicht konsequent geklärt haben.

Was meinen Sie: Wo wird der TuS in der Abschlusstabelle zu finden sein?

Ich denke, dass wir unter den Top-Five zu finden sein werden. Das klappt aber nur, wenn jeder ein Leistungsvermögen abruft. Voraussetzung ist auch, dass die Mannschaft komplett ist. Dann sind 20 bis 22 Spieler im Training, so dass durch den Konkurrenzkampf die Intensität gesteigert werden kann. Denn jeder will ja am Wochenende gerne spielen.

Ihr Zwillingsbruder Simon ist in der vergangenen Saison von den Geretsrieder A-Junioren ebenfalls zu einem Landesligisten gewechselt, nämlich dem SV Pullach. Wie geht es ihm dort und tauscht man sich zu Hause gegenseitig aus?

Simon ist von Anfang an gut zurecht gekommen, auch mit Trainer Frank Schmöller. Nach einem Muskelriss im Oberschenkel war die Saison im März vorzeitig beendet. Jetzt befindet er sich gerade im Aufbautraining. Natürlich stehen wir im Austausch und unterstützen uns auch gegenseitig. Außerdem besucht er Spiele von mir und ich sehe mir seine Begegnungen mit Pullach an.

Fußballsport erfordert einen großen Zeitaufwand. Bleibt Ihnen da noch Zeit für andere Hobbys?

Wenn es passt, gehe ich an die Isar oder einen Badesee. Außerdem spiele ich gern Schafkopfen – und dann ist da auch noch meine Freundin.

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