Max (li.) und Tobi Beierbeck sind tief verwurzelt bei den Sportfreunden Egling.
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Max (li.) und Tobi Beierbeck sind tief verwurzelt bei den Sportfreunden Egling.

Max und Tobi Beierbeck im Interview

Beierbecks: Jahr mit Holger Seitz extrem aufregend - Corona klaut uns zwei Jahre

  • vonRudi Stallein
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Der Name Beierbeck prägt die SF Egling seit mehreren Jahrzehnten. Die Brüder Max und Tobi wurden quasi in den Verein hineingebore und leben ihn entsprechend.

Egling – Der Name Beierbeck ist mit den SF Egling untrennbar verbunden. Nicht nur wegen der „Senioren“ Franz und Max, die jahrzehntelang die Geschicke des Vereins in unterschiedlichen Funktionen lenkten. Die „Junioren“ Max (34) und Tobi (31) stehen ihnen in nichts nach. Die Brüder aus Großdingharting begannen ihre Laufbahn einst unter Anleitung von Papa Max in der Jugend des SV Straßlach, bevor sie nach Egling wechselten. Seit ein paar Jahren sind die Fußballabteilungen beider Klubs vereint. Die Statistik weist für die Brüder eine stolze Bilanz aus: Rechtsverteidiger Max, früher offensiv unterwegs, absolvierte rund 520 Spiele und erzielte 207 Tore. Mittelstürmer Tobi, dem zwischenzeitlich wegen einer schweren Knieverletzung das Karriereende drohte, kommt auf etwa 400 Spiele und 218 Tore.

Was war für Euch die schönste Zeit mit den Sportfreunden?

Max: Ganz klar der Aufstieg in der Vorsaison. Zumal ich da als Torschütze alte Qualitäten zeigen und einiges dazu beitragen konnte, nachdem der Trainer mich von hinten rechts nach vorne geschoben hat (lacht). Das Jahr mit Holger Seitz (heute im sportlichen Führungsstab des FC Bayern Campus, d. Red.) 2013/14 war auch wahnsinnig aufregend. Damals haben wir den Aufstieg in der Relegation knapp verpasst. Wenn du vorne mitspielst, ist jedes Jahr schön. Wenn du hinten drinsteckst, ist es nur schön, wenn du nicht absteigst.

Tobi: Ja, für mich war das auch der größte Erfolg: Aufsteigen ist doch immer der Traum. Zudem gab es drei, vier außergewöhnliche Momente. Der erste gleich am Anfang: Ich bin im Mai 18 geworden, durfte im Juni die Relegation gegen den Abstieg aus der Kreisliga spielen und habe ein Tor gemacht. Am Ende haben wir die Relegationsspiele gegen Höhenrain und Rot-Weiß Tölz im Elfmeterschießen gewonnen. Ein weiterer Höhepunkt war 2013/14, als ich mit 28 Treffern Landkreistorschützenkönig geworden bin. Und 2016/17, als ich wegen einer Knieverletzung nicht mehr spielen konnte. Ich bin in den letzten zwei Spielen als Trainer eingesprungen, und wir haben im letzten Moment den Klassenerhalt geschafft.

Vom Niveau hättet Ihr beide das Zeug gehabt, ein, zwei Klassen höher zu spielen. Gab es mal Anfragen anderer Vereine?

Max: Bei mir weniger. Bei Tobi passt das Gesamtpaket besser. Er ist fußballerisch besser, vom Typ her ein anderer Spieler. Ich war spielerisch etwas eingeschränkter (lacht). Vielleicht war aber auch der Name ein Hindernis, dass sich keiner getraut hat anzufragen. Ein Interesse anderer Vereine hätte mich definitiv gefreut. Es wäre eine Wertschätzung gewesen. Ob ich es gemacht hätte, weiß ich nicht. Ich fühle mich hier wohl, war zehn Jahre Spielführer… Also, ich bezweifle, dass ich gegangen wäre.
Tobi: Ja, es gab Anfragen. Aber ich bin Industriemechaniker, arbeite im Schichtdienst, kann nur jede zweite Woche trainieren. Einmal gab es ein Angebot aus der Bezirksliga. Da habe ich ernsthaft überlegt. Aber dann kam die schwere Verletzung: ein Kreuzbandriss und eine Knorpeltransplantation. Da war ich ein Jahr lang komplett weg und ein Wechsel kein Thema mehr. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich je wieder spielen können würde.

Was bedeutet Euch der Verein?

Tobi: Verein, das bedeutet Herz, Seele, Verantwortung. Das haben wir von den Eltern vorgelebt bekommen. Wir sind alle jahrzehntelang im Verein, und wir setzen da alles rein. Nach dem Spiel hocken bleiben, das ist wie ein familiäres Beisammensein.
Max: Der Verein ist viel mehr als Fußball. Wir hatten immer ein sehr gutes Klima, sehr freundschaftlich. Freunde treffen, zusammen was bewegen. Einer für den anderen, ein Ziel verfolgen, aufsteigen, das macht’s aus. Fürs Menschliche ist es wichtig, dass man zusammen was erreicht.
Tobi: Ja, und der Zusammenhalt ist sehr wichtig. Es spricht für ein intaktes Vereinsleben, wenn es wie bei uns, wo es sportlich schlecht läuft, trotzdem der Spaß im Vordergrund steht, wenn es keine Mordsstreitereien gibt.

Wie lange wollt Ihr noch in der Ersten spielen?

Tobi: Ich möchte so lange spielen, wie es mit dem operierten Knie hinhaut. Es macht manchmal Probleme. Zwei, drei Jahre geht’s vielleicht noch. Ein Ende ist in Sicht. Mir tut nach einem Spiel zwei Tage alles weh (lacht).
Max: Wir sind extrem Leidtragende von Corona, uns werden zwei Jahre geklaut. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass wir heuer aus der Kreisliga absteigen. Damit will ich nicht aufhören. Deshalb werde ich sicher noch ein Jahr dranhängen. Wie es danach aussieht, muss man sehen. Bei Sprints zieht man in unserem Alter schon mal den Kürzeren. Siehe unser 0:10 in Peißenberg. Das war bitter. Wenn du siehst, wie dich die Jüngeren stehen lassen, überlegst du dir schon: Geht’s noch? Irgendwann muss man die Jungen ranlassen. Aber solange mich die Füße tragen, konzentriere ich mich auf die Erste.

Gibt es schon Pläne für die Zeit danach?

Tobi: Wir haben überlegt, in Egling wieder eine Alt-Herren-Mannschaft aufzumachen. Es wäre sicher lustig, wenn wir da mal was zusammenkriegen. Genügend ältere Spieler gibt es im Verein. Sonst werde ich im Vorstand was machen. Trainer werde ich, glaube ich, eher nicht. Ich habe in der Zeit, als ich nicht spielen konnte, ein Jahr die A-Jugend trainiert – und dann die zwei Spiele bei der Ersten. Aber das ist mit meinem Job noch schwieriger zu vereinbaren als das Spielen.
Max: Mein Sohn Leo ist dreieinhalb, wenn er Fußball spielen will, werde ich mich da als Trainer engagieren. Das ist ja der übliche Weg. Bis er mir dann sagt, wie ich meinem Vater damals: Papa, es ist gut, wenn die Mannschaft mal einen anderen Trainer hat (lacht). Aber das will man als Papa natürlich nicht hören. (RUDI STALLEIN)

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