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„Kinder müssen sich treffen und austoben können“: Bei den Fußballvereinen im Landkreis kommt der Vorstoß des Deutschen Fußball-Bunds gut an. Aber es gibt auch ein paar kleinere Bedenken.

Meinungen aus dem Lankdreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Training trotz Lockdown? „Im Sinne der Kinder wünschenswert“

  • vonRudi Stallein
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Der DFB fordert, dass zumindest die Kinder wieder trainieren dürfen. Die Vereine aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen unterstützen die Idee des Verbands.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Bei vielen Kindern und Jugendlichen war die Enttäuschung groß: Seit Beginn des „Lockdown Light“ ruht bekanntlich der Fußball. Das will der Deutsche Fußball-Bund so nicht hinnehmen. Gemeinsam mit DFB-Präsident Fritz Keller haben die Präsidenten der Regional- und Landesverbände einen Appell an die Politik gerichtet, „organisiertes Sporttreiben für Kinder und Jugendliche unter freiem Himmel wieder zuzulassen“. So wie es in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin bereits der Fall ist.

SV Bad Tölz hat Trainingspläne ausgetüftelt

Von den Jugendleitern der heimischen Sportvereine und Fußballklubs erfährt der Vorstoß des Verbands viel Zustimmung. „Ich unterstütze das total“, sagt Thomas Wilka vom SV Bad Tölz. Bei diversen Gesprächen sei von Trainern, Eltern und Kindern Verständnis gezeigt worden, dass angesichts der aktuellen Zahlen etwas gemacht werden müsse. „Aber im Detail stellen sich viele Fragen“, so der Jugendkoordinator. Über das Fußballverbot herrsche einheitliches Kopfschütteln. Deshalb sei er sehr dafür, dass das Training wieder aufgenommen werde. „Im Sinne der Kinder wäre das wünschenswert“, so Wilka. „Wir würden das gerne und wir könnten es auch noch leisten.“ Zumal der Trainingsplan ohnehin bereits angepasst wurde: „Jede Mannschaft trainiert einmal in der Woche und hat den kompletten Kunstrasen für sich allein.“

TuS Geretsried: Kinder müssen sich austoben können

Das wäre im Geretsrieder Isarau-Stadion angesichts der Vielzahl von Mannschaften vermutlich etwas schwerer umzusetzen. Aber auch beim TuS Geretsried würde man mit den Kindern und Jugendlichen „so lange es wie möglich draußen weiter trainieren“, wie Jugendleiter Bernd Meier betont. Es ist wichtig für die Kinder, dass sie die Möglichkeit haben, sich auf dem Platz zu treffen und auszutoben“, sagt Meier, der sich allerdings auch der Risiken bewusst ist. „Wenn die Corona-Ampel dunkelrot ist, muss man abwägen, ob man trainiert.“ Genauso gehe er davon aus, dass wenn eine Schule geschlossen werde, sich das aufs Training auswirken müsse. Und er nennt ein weiteres Argument, das für eine Fortführung des Trainings spräche: „Je länger die Kinder vom Fußball weg sind, desto eher wird mancher die Lust am Fußball verlieren.“

DJK Waldram: Corona-Konzepte stehen weiterhin

Monatelang habe das Training wunderbar funktioniert, sei das ausgetüftelte Corona-Konzept von Eltern, Trainern und Kindern sehr gut umgesetzt worden. „Deshalb sehe ich keine Gründe, warum man das auf einmal abschaffen sollte“, sagt Richard Ott. Er könne den Appell des DFB nur unterstützen und sei absolut dafür, dass weiter trainiert werde, so lange das Wetter es zulasse, betont der Jugendleiter der DJK Waldram. „Die Kinder haben frische Luft und Bewegung, das brauchen sie auch als Ausgleich zur Schule, wo sie im Augenblick ja auch nicht so können, wie sie wollen.“ Otts Waldramer Kollege Reinhold Mayr bedauert die Einstellung des Trainingsbetriebes noch aus einem anderen Grund: „Man kann noch nicht absehen, wie es im Winter weitergeht. Wenn die Hallen geschlossen bleiben, dann wird die Pause für die Kinder schon sehr lang.“

Kinder beim Lenggrieser SC waren enttäuscht

„Zwiegespalten“ äußert sich Stephan Janning. „Einerseits passiert beim Fußballspielen nichts. Wir hatten hier überhaupt nichts. Deshalb waren die Kinder und Jugendlichen schon enttäuscht, dass wir im November nicht mehr trainieren können“, so der Juniorenleiter des Lenggrieser SC. Die meisten Kicker gehen in dieselbe Schule, dürfen sich aber auf dem Fußballplatz nicht mehr treffen. „Andererseits: Wir müssen es auch nicht heraufbeschwören.“ Eigentlich habe man „alle in die Winterpause geschickt und schon alles winterfest gemacht“, meint Janning. Aber wenn die Politik das Training wieder erlaube, werde man sich im Vorstand und Trainerkreis besprechen und auch die Eltern mit ins Boot holen, um zu entscheiden, ob weiter trainiert werden solle. Die weggeräumten und abgesperrten Tore wären schnell wieder aufgestellt.

(Rudi Stallein)

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