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TSV Wolfratshausen will das Training fortsetzen

„Solange der BFV es nicht verbietet, gibt es bei uns ganz normalen Trainingsbetrieb.“

TSV Wolfratshausen will das Training fortsetzen

Die Vereine im Landkreis reagieren unterschiedlich auf die Empfehlungen des BFV. Nicht alle Folgen den Empfehlungen und trainieren weiter.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Endlich ein Sieg. Mit dem 3:2 im Testspiel beim MTV Berg II am Donnerstagabend feierten die Eglinger Fußballer nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder einen Erfolg. Doch dem Trainer schwante Übles. „Ich habe den Jungs schon vorher gesagt: Genießt es, es könnte für längere Zeit das letzte Spiel sein“, sagt Herbert Mühr. Der SF-Coach sollte recht behalten: Am Freitagvormittag setzte der Bayerische Fußballverband (BFV) vorerst bis einschließlich 23. März den kompletten Spielbetrieb im Freistaat aus.

Bei den Vereinen stößt diese Maßnahme überwiegend auf Zustimmung. „Ich habe damit gerechnet, deshalb bin ich nicht überrascht“, erklärte Mühr. Hinsichtlich der Freundschaftsspiele die „keine offiziellen Verbandsspiele sind und nur bedingt den Regelungen und der Zuständigkeit des BFV unterliegen“, wird von einer Durchführung abgeraten.

„Die Gesundheit hat jetzt Vorrang.“

Er empfiehlt zudem, den Trainingsbetrieb bis auf Weiteres einzustellen. Der TuS Geretsried setzte die Empfehlung prompt um. „Vorläufig bis zum 29. März ist der Trainings- und Spielbetrieb eingestellt“, teilte der stellvertretende Abteilungsleiter Norbert Junius mit. Danach werde „die Situation neu bewertet“. Die C- und die D-Junioren waren schon in den Tagen zuvor aus unterschiedlichen Gründen „aus dem Betrieb genommen“ worden. „Das ist in der augenblicklichen Situation sinnvoll, um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen“, zeigt Herren-Trainer Martin Grelics Verständnis für die Maßnahmen von Verein und BFV. „Die Gesundheit hat jetzt Vorrang.“

Das sieht man zwar auch bei Landesliga-Aufsteiger SV Bad Heilbrunn so. Aber Trainer Walter Lang ist nicht gerade begeistert darüber, dass der „Sport jetzt in den Hintergrund rückt“. Doch der HSV-Trainer fügt sich der Entwicklung. „Es gibt Dinge, die sind wichtiger, wir müssen das jetzt akzeptieren.“ Geisterspiele ohne Zuschauer wären für ihn maximal eine Übergangslösung gewesen. „Fußball lebt von den Fans, ein oder zwei Spiele vor leeren Tribünen hätten wir aber schon ausgehalten.“

Beim BCF Wolfratshausen reagierte der Vorstand schnell, nachdem die BFV-Absage bekannt geworden war. „Bis zum 22. März wird bei uns auch nicht trainiert“, betont Abteilungsleiter Helmut Forster. Beim TSV Wolfratshausen ist man so weit noch nicht. „Der Spielgruppenleiter hat mir gesagt, dass die Entscheidung im Ermessen der Vereine liege“, sagt Christian Leipold, der die aktuellen Maßnahmen für „wahnsinnig überzogen“ hält. Deshalb sehe er „keinen Grund, das Training nicht fortzusetzen“, so der Wölfe-Fußballchef. „Solange der BFV es nicht verbietet, gibt es bei uns ganz normalen Trainingsbetrieb.“ Ob sie mitmachen oder nicht, sei den Spielern jedoch freigestellt: „Ich kann ja niemanden zwingen.“

„Irgendwie muss das Leben ja auch weitergehen“

Genau wie bei den Heilbrunnern. „Wir trainieren weiter“, stellt Coach Lang klar. Am Freitagabend trafen sich die Spieler zur Übungseinheit. Jeder sei angehalten, die Ansteckungsgefahr zu minimieren. „Aber bei mir gibt es kein Kontaktverbot“, stellt Lang klar. „Irgendwie muss das Leben ja auch weitergehen. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht alle komplett in Hysterie verfallen.“

Wie es grundsätzlich im Amateur-Fußball weiter geht, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. „Jeder tappt im Dunkeln. Dass die Saison zu Ende gespielt wird, erscheint mir fraglich. Ich kann mir vorstellen, dass es zum Abbruch kommt“, sinniert TuS-Coach Martin Grelics. Für Waldrams Trainer Guido Herberth hat dieses Szenario recht klare Konturen angenommen. „Es wird mit den Spielsperren sicher noch schlimmer. Eine Komplettabsage für die restliche Saison ist das einzig Sinnvolle“, sagt der DJK-Coach. Der Verband könne nicht ernsthaft empfehlen das Training einzustellen und eine Woche später wieder zum Punktspiel bitten. „Ich glaube, wir tun im Sommer 2020 so, als sei Sommer 2019“, sagt Herberth.

Auf besondere Weise wurde der BCF Wolfratshausen II von den Corona-Maßnahmen erwischt. Am Donnerstag hatte die Mannschaft im Trainingslager in Rovinj/Kroatien ihre ersten Trainingseinheiten. „Es war super, alle haben voll mitgezogen“, meldete Trainer Gerhard Keilwerth in die Heimat. Nach dem Vormittagstraining am Freitag trat dann rasch Ernüchterung ein: Nachdem weitere Fußballklubs, überwiegend aus Österreich, abgereist waren, und die Farcheter das einzige verbliebene Team im Hotel waren, sperrte die Stadt die Sportanlage. Der BCF-Tross musste früher als geplant die Heimreise antreten.

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