„Da muss wieder mehr kommen“: TuS-Oldie Benjamin Fister erwartet von sich selbst und der Geretsrieder Mannschaft eine Leistungssteigerung. „Wir sind Sportler, da sollte jeder gewinnen wollen.“
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„Da muss wieder mehr kommen“: TuS-Oldie Benjamin Fister erwartet von sich selbst und der Geretsrieder Mannschaft eine Leistungssteigerung. „Wir sind Sportler, da sollte jeder gewinnen wollen.“

TuS-Rountinier nach Stotterstart im Interview

TuS Geretsried: Fister fordert mehr Bereitschaft und nimmt Routiniers in die Pflicht

  • vonRudi Stallein
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Die Ausbeute des TuS Geretsried nach dem Re-Start ist mager. Benjamin Fister erklärt im Interview, was die Grelics-Truppe ändern muss, um die Trendwende zu schaffen.

Geretsried – Aus dem Re-Start ist für den TuS Geretsried ein Stotterstart geworden. Eine Niederlage und zwei Unentschieden sind die magere Ausbeute für das Team um Benjamin Fister. Der 36-jährige Vertriebsmitarbeiter ist mit 163 Einsätzen der dienst-älteste und einer der erfahrensten Fußballer in der Mannschaft von Trainer Martin Grelics. Nach dem 1:1 gegen den abstiegsbedrohten SC Olching unterhielt sich unser Mitarbeiter Rudi Stallein mit dem Defensivspezialisten, der mit seinem Frust über die Art und Weise, wie die jüngsten Ergebnisse zustande gekommen sind, nicht hinter dem Berg hält.

Herr Fister, wie hoch ist der Frustfaktor nach so einem Spiel?

Der ist sehr, sehr hoch. Ich hatte schon mal mehr Spaß (lacht).

Was sagen Sie zum Auftritt gegen Olching?

Das Spiel war eine Katastrophe. Das hat mit Landesliga-Fußball nichts zu tun, was wir bieten. Ich glaube, in der zweiten Halbzeit hatten wir keinen einzigen Abschluss. Es ist auch zu wenig Stimmung auf dem Platz, zu wenig Mentalität. Es fehlt die Bereitschaft, dass jeder das Letzte gibt, um so ein Spiel mal 1:0 zu gewinnen.

Was ist Ihrer Meinung nach der Grund dafür?

Eigentlich ist es unerklärlich. Wir spielen viel zu viele Fehlpässe, haben vorne keine Durchschlagskraft. Aber einen Grund dafür habe ich auch nicht. Nach dem 3:3 in Gundelfingen, als wir eine ganz starke zweite Halbzeit hatten, haben wir gedacht, es läuft wieder besser…

...das Olching-Spiel und das 1:3 im Pokal in Penzberg zeigen das Gegenteil.

Ja, aber so ein Pokalspiel kann man mal verlieren. Das ist nicht das Problem. Aber es fehlt derzeit einfach die letzte Power, dass man unbedingt gewinnen will. Da macht sich auch bemerkbar, dass wichtige Spieler wie Srdan Ivkovic und Arthur Kubica ausfallen. Oder Tasso Karpouzidis – solche Mentalitätsspieler wie er fehlen im Augenblick. Früher hast du, wenn du nicht weitergewusst hast, schon mal dem Ivkovic den Ball gegeben, und der hat dann ein Tor gemacht (lacht). Diese individuelle Klasse können wir nicht gleichwertig ersetzen.

Trotz eines doch recht breiten Kaders?

Der Kader ist zwar groß, aber wir haben auch viele junge Spieler. Von denen kann man nicht erwarten, dass sie keine Fehler machen und vorangehen. Das müssen schon wir älteren machen. Ich, Christoph Herberth oder Ludwig Buchmair. Wir spielen im Augenblick auch nicht super. Da muss wieder mehr kommen…

Spielt womöglich unbewusst eine Rolle, dass in der Tabelle nach oben nichts mehr geht und nach unten wohl nichts mehr passieren kann?

Ja, vielleicht. Wenn wir das Spiel gegen Egg gewonnen hätten, hätten wir noch eine kleine Chance gehabt, oben mitzuspielen. Das ist jetzt vorbei. Und die lange Vorbereitung mit den vielen Unterbrechungen war auch eher durchwachsen. Im letzten Spiel vor Corona haben wir in Ehekirchen auch nur 2:2 gespielt, aber das war ein ganz anderer Auftritt. Da hatte jeder Lust auf Fußball – im Gegensatz zu jetzt. Ich glaube, das sieht man auch von draußen.

Habt Ihr schon eine Idee, wie Ihr das ändern wollt?

Wir trainieren gut, aber im Spiel muss sich jeder einen Ruck geben. Zwei Unentschieden und eine Niederlage in der Liga – so schlimm ist das ja nicht. Aber die Art und Weise, wie es zustande kam, geht nicht. Wir sind Sportler, da sollte man meinen, dass jeder gewinnen will. Spielerisch sind wir im Augenblick begrenzt, deshalb muss mehr über den Kampf kommen, und ein Spiel auch mal dreckig gewonnen werden.

Was ist das Ziel für den Rest der Saison?

Jetzt können wir uns ganz auf den Ligapokal konzentrieren. Aber auch dafür müssten wir langsam die Kurve kriegen. Zu glauben, dass es im Ligapokal gegen Heilbrunn und Garmisch von allein besser geht, funktioniert sicher nicht. Du kannst nicht einfach den Schalter umlegen. Bis Ende des Jahres wollen wir noch ein paar Spiele gewinnen. Im Frühjahr sind vielleicht die Verletzten wieder fit, dann haben wir eine andere Qualität. Im Ligapokal ist alles möglich – aber so wie wir jetzt spielen, ist das schwer vorstellbar.

Sie sind mit 36 Jahren der Senior im Team. Haben Sie sich schon Gedanken über die Zukunft gemacht?

Ich schaue von Jahr zu Jahr. Es kommt immer darauf an, wie ich mich fühle. Wie fit ich bin, wie lange der Körper mitmacht. Im Augenblick schaut es so aus, dass ich nächstes Jahr noch dranhänge. Es macht schon noch Spaß. Wenn man gewinnt, macht es mehr Spaß – aber ich denke, dass das auch wiederkommt. (RUDI STALLEIN)

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