Konzentrierte Defensivarbeit: Der SV Bad Heilbrunn hielt die Geretsrieder im Testspiel erfolgreich vom eigenen Kasten fern. „Wir sind meist nur bis zum Sechzehner gekommen“, moniert TuS-Trainer Martin Grelics.
+
Konzentrierte Defensivarbeit: Der SV Bad Heilbrunn hielt die Geretsrieder im Testspiel erfolgreich vom eigenen Kasten fern. „Wir sind meist nur bis zum Sechzehner gekommen“, moniert TuS-Trainer Martin Grelics.

Intensives Testspiel-Wochenende für den TuS

Stärkeres TuS Geretsried holt nur Unentschieden gegen defensive Bad Heilbrunner

  • vonEwald Scheitterer
    schließen
  • Wolfgang Stauner
    schließen

Die Geretsrieder müssen sich nach einer tollen Partie gegen den HSV mit einem Remis zufriedengeben. Das Testspiel am nächsten Tag gegen den FC Kosova verlor man aber.

Bad Heilbrunn/Geretsried – Es waren jeweils die letzten Minuten jeder Halbzeit, die den Heilbrunner Trainer Walter Lang am Freitagabend zum Schmunzeln brachten und für ein wenig hängende Köpfe bei den Kickern des TuS Geretsried sorgten. Die Gäste waren zweifellos über (fast) die gesamte Spielzeit die eindeutig bessere Mannschaft auf dem Feld. Sie versäumte es aber, daraus entsprechenden Profit zu schlagen und musste sich am Ende mit einem 2:2 (1:1)-Unentschieden zufrieden geben. „Mei, wir haben halt keine Nationalspieler in unseren Reihen. Aber es ist uns fast immer gelungen, noch einen Fuß dazwischen zu bringen. Ich bin zufrieden“, bekannte der HSV-Coach.

So ganz unzufrieden war auch Martin Grelics, sein Pendant auf der anderen Seite, nicht: „Mit dem, was wir zwischen der 60. und 90. Minute gezeigt haben, war ich schon recht einverstanden.“ Aber er schränkte ein: „Freilich hätten wir aus unserer Überlegenheit mehr machen müssen.“ Herausgesprungen war in dieser Phase lediglich der Treffer durch Johannes Bahnmüller (80.) aus zentraler Position nach einem schönen, schnell über die linke Seite vorgetragenen Spielzug. Viel mehr gute Torchancen brachten die TuS-Kicker aber auch nicht auf das Heilbrunner Tor. Auch in Halbzeit eins war es einer der wenigen durchdachten Spielzüge, der zur Gästeführung durch Vitalij Lux (20.) geführt hatte.

Bad Heilbrunn‘s Taktik: Viel Defensivarbeit gemischt mit giftigen Kontern

Insgesamt beschränkten sich die Hausherren, wie zu erwarten, auf eine konzentrierte Defensivarbeit, immer wieder mit schnell vorgetragenen Nadelstichen gespickt. Bereits nach etwa einer halben Stunde hatte Benedikt Specker den Ausgleich auf dem Fuß. Doch sein Schuss wurde gerade noch abgeblockt. Sieben Minuten vor der Pause war es dann aber so weit: Maxi Schnitzlbaumer hatte sich auf der rechten Außenbahn wieselflink gut durchgesetzt, und seine präzise Hereingabe drückte Bene Specker aus kurzer Distanz über die Linie.

„Nach dem Seitenwechsel hat man schon gemerkt, dass wir wollten. Aber eben nur bis zum Sechzehner“, beschrieb Grelics die Szenerie der zweiten Spielhälfte. „Uns ist da ein wenig die Kraft ausgegangen“, merkte hingegen Lang an: „Aber das war alles schon viel besser als noch vor Wochenfrist gegen Raisting.“

Und als sich alle bereits mit dem 1:2 angefreundet hatten, setzte Markus Haberl einen 30 Meter-Freistoß an das Quergebälk, der eingewechselte Thomas Schmöller reagierte am schnellsten, und es stand zur Überraschung aller 2:2 (90. +1). Maxi Schmid hatte zuvor (45. +1) sogar die Chance auf einen weiteren HSV-Treffer, setzte seinen Volley-Versuch aber in die Wolken. Doch das wäre des Guten eindeutig zu viel gewesen.

Grelics vermisst gegen Kosova die Haltung

Das zweite Testspiel des TuS Geretsried innerhalb von 24 Stunden ließ Trainer Martin Grelics etwas ratlos zurück. Nicht das deutliche 1:4 (1:2)-Ergebnis beim Bezirksligisten FC Kosova München an sich ärgerte den TuS-Coach, sondern das Verhalten seiner Elf nach dem Ausgleich: „Klar, das war eine bunt zusammengewürfelte Truppe, aber ich habe die Haltung vermisst. Biss und Sicherheit waren spätestens nach dem 1:2 dahin.“

Dabei hatte alles gut angefangen. Obwohl Grelics eine Mannschaft – gemischt aus Erster, Reserve und U 19 – aufgeboten hatte, spielten diese zwar nicht aus einem Guss, aber „ich habe ein paar super Ansätze gesehen“, lobte der Trainer. So gingen die Hausherren nach einer halben Stunde auch verdient durch Marc Thiess in Führung. Doch wie weggeblasen war die Souveränität innerhalb von wenigen Minuten vor der Pause. Ein Kopfball und ein 20-Meterschuss ins Kreuzeck ließen den TuS zusammenfallen wie ein Kartenhaus.

TuS Geretsried chancenlos gegen FC Kosova

Das besserte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht. Ein weiterer Distanzschuss aus 30 Metern – diesmal musste der eingewechselte Sebastian Untch die Pille aus dem Netz pflücken – und die Partie war endgültig gelaufen. „Es war eine verdiente Niederlage“, meint Grelics. Das Ergebnis sei zweitrangig, „wir müssen nun die positiven ersten 30 Minuten mitnehmen“.

Gelegenheit zur Besserung erhalten die Geretsrieder bereits in dieser Woche zuhauf, denn Grelics hat drei Testspiele anberaumt: am Dienstag (19 Uhr) zuhause gegen den 1. FC Penzberg, am Donnerstag (19.30 Uhr) in Karlsfeld gegen den TSV Eintracht und am Samstag (17.15 Uhr) abermals im Isaraustadion gegen den TSV Altenstadt.

SV Bad Heilbrunn – TuS Geretsried 2:2 (1:1)

Tore: 0:1 (20.) Vitalij Lux, 1:1 (38.) Bene Specker, 1:2 (80.) Johannes Bahnmüller, 2:2 (90.+1) Thomas Schmöller.

TuS Geretsried – FC Kosova Mün. 1:4 (1:2

Tore: 1:0 (30.) Marc Thiess, 1:1 (37.), 1:2 (39.), 1:3 (49.), 1:4 (86.).

VON EWALD SCHEITTERER UND WOLFGANG STAUNER

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare