Ibro Filan Abteilungsleiter der TuS-Fußballer
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Ibro Filan: Abteilungsleiter der TuS-Fußballer

INTERVIEW - Abteilungsleiter Ibro Filan über Personal, Finanzen und Ziele der TuS-Fußballer

TuS Geretsried: Ziel in der Landesliga ist „Platz fünf aufwärts“ 

  • Thomas Wenzel
    vonThomas Wenzel
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Die Mannschaft von Trainer Martin Grelics beendeten die Saison auf dem fünften Tabellenplatz, jetzt wollen die Fußballer der TuS Geretsried in der Landesliga wieder voll angreifen. 

Geretsried – Vor 225 Tagen waren die Fußballer des TuS Geretsried zum letzten Mal offiziell im Einsatz. Beim Landesliga-Punktspiel am 25. Oktober 2020 gab es einen 1:0-Sieg, unmittelbar danach sorge die Corona-Pandemie für eine endlose Unterbrechung der Saison 2019/20. Vor wenigen Wochen wurde die Spielzeit, die die Elf von Trainer Martin Grelics als Tabellenfünfter beendete, endgültig abgebrochen.

Dass seine Kicker nach der langen Pause am heutigen Montag wieder ins Training einsteigen, darüber freut sich auch TuS-Abteilungsleiter Ibro Filan (39) im Gespräch mit Sportredakteur Thomas Wenzel.

Herr Filan, in dieser Woche wurde bei der Ligeneinteilung bekannt, dass der TuS wieder in der Gruppe Süd-West antritt?

Das ist richtig. Wir wollten eigentlich mal wieder in die Ost-Gruppe, in der wir viele Jahre gespielt haben. Aber es macht natürlich mehr Sinn, mit unseren Nachbarvereinen SV Bad Heilbrunn und FC Garmisch in einer Landesliga zu sein. Die Derbys gegen diese Klubs sind natürlich Zuschauermagneten.

Wie schätzen Sie die Stärke der Konkurrenten ein?

Dazu eine Prognose abzugeben ist wirklich schwierig. Die Pause war einfach viel zu lange. Da weiß man überhaupt nicht, welche Ausfälle oder Abgänge die anderen Vereine zu verkraften haben.

Wann wird die Punktrunde beginnen?

Es gibt meines Wissens noch keinen Spielplan, aber der Start ist offenbar für Ende Juli vorgesehen. Für uns – aber natürlich auch für alle anderen Vereine – wird es nach der langen Pause wichtig sein, sich vernünftig und konzentriert vorzubereiten.

Wenn man die Personalmeldungen der vergangenen Wochen und Monate liest, deutet sich beim TuS ein harter Schnitt an?

Ja und nein. Natürlich ist es so, dass einige Eckpfeiler des Teams fehlen werden. Unser Kapitän Christoph Herberth hatte ja schon länger überlegt, seine Karriere zu beenden. Arthur Kubica ist in die Schweiz gezogen. Und für Robin Renger war der Weg von seinem Wohnort nach Geretsried auf die Dauer einfach zu weit. Das sind natürlich auch alles Abgänge, die für die Mannschaft menschlich wehtun.

Und wie sieht es mit Torjäger Srdan Ivkovic aus?

Er weilt in seiner Heimat Serbien. Ob Ivo zurückkommen wird, hängt auch sehr stark davon ab, ob das Gesamtpaket passt. Das heißt, dass er neben dem Fußball auch einen Job findet.

Finanziell hat der TuS keine größeren Sorgen, es muss lediglich etwas sparsamer gewirtschaftet werden

Es haben aber auch einige Youngster den Klub verlassen, die gerade auf dem Sprung in das Landesliga-Team waren – zum Beispiel Plator Doqaj oder die Woudstra-Brüder, ....

Ja, das ist immer schade, wenn man Leute verliert, die man selbst im Verein ausgebildet hat.

Wie sieht es eigentlich mit dem Budget aus? Corona hat in der Wirtschaft eine Schneise der Verwüstung hinterlassen ...

Tatsächlich ist uns der eine oder andere Sponsor abgesprungen oder hat seinen Beitrag reduziert. Wir müssen etwas sparsamer wirtschaften, haben aber keine größeren Sorgen.

Wie sieht es personell aus: Gibt es Zugänge aus der Jugend?

Natürlich rücken wieder aus unserem Nachwuchsbereich einige Spieler nach. Da muss man schauen, wie sie bei den Erwachsenen zurechtkommen.

An der Ausbildung sollte es nicht scheitern?

Nein, auch nicht am Talent. Wichtig für die Jungen ist aber nicht nur, dass sie fleißig und geduldig sind. Sie müssen auch lernen, ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.

Und Neuzugänge von anderen Klubs?

Bislang zwei. Anton Berger kommt vom Kreisligisten Lenggrieser SC zu uns. Und Benedikt Buchner kehrt vom FC Penzberg aus der Bezirksliga zum TuS zurück. Für die Offensive suchen wir noch nach einem guten Mann.

Ist damit die Personalplanung abgeschlossen?

Ja, ich denke schon. Man darf nicht vergessen, dass es auch noch eine ganze Reihe von Spielern gibt, die nach einer längeren Verletzungspause jetzt wieder zur Verfügung stehen. Tasso Karpouzidis fällt mir dazu ein. Oder Roman Rauscheder.

Wie lautet die Zielsetzung des TuS für die neue Saison 2021/22?

Ich würde sagen, wir sollten nicht schlechter abschneiden wie zuletzt – also Platz fünf aufwärts. Aber ob das funktionieren wird, da müsste ich schon einen Blick in die Glaskugel werfen (lacht). Niemand kann vorhersagen, ob die neue Fußballsaison reibungslos beginnt und ohne Unterbrechungen ablaufen wird.

Freuen Sie sich, dass es heute wieder losgeht?

Absolut. Es ist wichtig, dass sich die Jungs endlich wieder treffen können. Wir wissen ja gar, was während der langen Pause alles passiert ist? Was hat sich bei den Spielern beruflich oder familiär verändert, wie steht es um ihre Fitness?

Personeller Umbruch: Während Routiniers wie Arthur Kubica (li.) und Christoph Herberth (re.) den TuS Geretsried verlassen haben, sollen Rekonvaleszenten wie Tasso Karpouzidis (Mi.) in die Bresche springen.

(Thomas Wenzel)

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